Bauwerke im Frankfurter Campus Bockenheim.

Der Campus Bockenheim umfasst das alte Uni-Gelände in der Nähe der Bockenheimer Warte; er ist zwar nach Bockenheim benannt, liegt aber im Frankfurter Westend.

Erläuterungen und Regeln Gliederung Der Hauptteil des Artikels mit der Bezeichnung Die Straßen ist hierarchisch gegliedert nach Straße, Adresse (Straße mit Hausnummer) und Gebäude. Bei der alphabetischen Sortierung werden Groß- und Kleinschreibung (A, a) sowie Umlaute und Grundbuchstaben (Ü, U) nicht unterschieden. Die Gebäude werden unter ihrer heutigen Adresse aufgeführt. Frühere Straßennamen und Hausnummern werden im Text zur Straße oder zum Gebäude erwähnt. Gab es an einer Adresse im Laufe der Zeit mehrere verschiedene Gebäude, z. B. zuerst eine Fabrik und später ein Wohnhaus, erhalten diese getrennte Einträge in chronologischer Abfolge. Hat ein Gebäudekomplex mehrere Adressen, wie z. B. die Dondorfsche Druckerei, gibt es an einer Adresse einen Haupteintrag und an den anderen Adressen einen Nebeneintrag, der nur auf den Haupteintrag verweist.

Bilder Die Bilder werden alle direkt unter der Gebäudeüberschrift in Galerien platziert; dadurch bleiben sie auch bei verschieden großen Browserfenstern stets beim Text. Maximal drei Bilder pro Gebäude, damit das Layout nicht zu unruhig wird. Bildtext mit maximal zwei Zeilen; am Ende gibt jeweils eine Jahreszahl in Klammern an, von wann der Inhalt des Bildes stammt.

Die Straßen Bockenheimer Landstraße Bockenheimer Landstraße 121 Labsaal

Labsaal ist ursprünglich ein seemännischer Begriff, der in der Schifffahrt die Konservierung von Tauwerk beschreibt, später aber ein Synonym für „Labung“, Erquickung und Wohltat wurde.

Der zweigeschossige Labsaal der Uni Frankfurt auf späterem Campus Bockenheim, entworfen von Ferdinand Kramer. Links die östliche Seite, rechts die nördliche. Links im Hintergrund das Juridicum. Links vorne der Eingang zur U-Bahn-Station Bockenheimer Warte

Die ursprünglich 1962 vom Architekt Ferdinand Kramer konzipierte zweigeschossige Mensa mit zwei großen Selbstbedienungsbereichen im Erd- und Obergeschoss sowie einer Milchbar im Erdgeschoss und einem Restaurantbetrieb mit Service im Obergeschoss für Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter.

Der Spitzname dieses Teils der Mensa mit anfangs besonderer Menüfolge war „Teppichmensa“, da er mit Teppich ausgelegt war. Nach den 1968-Jahre und durch stets steigende Gästezahlen, änderten sich hier die Sonderstellung. Teppichbelag, Tischservice und besondere Menüauswahl verschwanden bzw. wurde angeglichen.

Ab den 1980er Jahren wurde die Mensa als „Labsaal“ bezeichnet. Durch starken Zustrom an Studenten, die stets in großen Schlangen vor der Essensausgabe standen, musste die Konzeption geändert werden, weswegen der Labsaal um einen Neubau erweitert wurde (das heutige Sozialzentrum). Etwa im Jahre 2002 kam es zur Schließung der gesamten Mensa. Die Speisesäle in der Neuen Mensa wurden mit der Verlagerung der Mitarbeiter und Studenten angepasst und im Jahr 2013 geschlossen. Die Cafeteria in der Neuen Mensa im Erdgeschoss ist weiterhin geöffnet. Der Labsaal wurde seit Januar 2016 als Unterkunft für Asylbewerber genutzt. Nach Renovierungsarbeiten 2017 konnten bis zu 120 Personen untergebracht werden. Die Fassade wurde von den Künstlern Justus Becker und Oğuz Şen zusammen mit Jugendlichen und ehemaligen Bewohnern bemalt. Das Kunstwerk nimmt Bezug auf das Thema Flucht in Vergangenheit und Gegenwart. Zwischenzeitlich nutzt die Universität das Gebäude wieder selbst.

Bockenheimer Landstraße 133 Neue Mensa

Sozialzentrum und Neue Mensa, Campus Bockenheim, Johann Wolfgang Goethe-Universität. In den 1970er Jahren wurde das Sozialzentrum, auch „Neue Mensa“ (NM) genannt, gebaut. Das Gebäude riegelt den Campus von der Bockenheimer Landstraße ab und beherbergte die Neue Mensa, Seminarräume und in den oberen Etagen Büros von Uni-Verwaltung und Studentenwerk. Nach dem Auszug des Studentenwerks wurden Teile des FB 9 in dieses Gebäude umgezogen.

Bockenheimer Landstraße 135 Studentenwohnheim des Ferdinand Kramer (1956)

Frankfurt Campus Bockenheim, Studentenwohnheim Bockenheimer Landstraße 135. Architekt Ferdinand Kramer. Erbaut 1956, Konstruktion Stahlbetonskelett mit Sichtbetonpfeilern und Sichtbetonunterzügen, Stahlrippendecken. Ausmauerung zwischen dem Stahlbetonskelett, Verblendung mit Klinkermauerwerk. Nutzung seit Sanierung 2012: 81 Studenten-Einzelzimmer, Träger: Studentenwerk. Das Gebäude steht seit 2000 unter Denkmalschutz. Dieses Studentenwohnheim an der Bockenheimer Warte ist der einzige Bau geblieben, der von Kramers anfänglicher Idee einer Campusuniversität nach amerikanischem Vorbild zeugt (Einheit von Studieren und Wohnen). Der viergeschossige Bau umfasst pro Stockwerk einen Besucherraum, eine Teeküche (im Mittelrisalit) und zwei Waschräume (am Ende der beiden Flügel). Ursprünglich war das Erdgeschoss des Skelettbaus offen. Es diente als Durchgang, zum Einstellen von Fahrrädern und hatte zudem neben dem Empfang einen vollverglasten Clubraum sowie eine Tutorenwohnung und eine Wäschekammer. Auszug aus dem Einweihungstext Kramers: „… ja wo bleibt denn da die Gemütlichkeit? Hörte ich immer noch im Geiste. Zwischen der Schenke „Zum Schlagbaum“ (heute verschwunden, dafür Restaurant „Extrablatt“) und der „Mexicana Bar“ (längst verschwunden, heute „Neue Mensa“) steht dieses Haus so wesensfremd. Alte und neue Gemütlichkeit konkurrieren hier um die jungen Leute.... Die Wände sind erbarmungslos weiß, die Betonsäulenträger schalungsgrau, nicht einmal abgeschliffen, mit Löchern wie die Rinde eines Baumes.....Weiß ist der Hintergrund. Was da ist, wird vor ihm kräftiger, wenn es überhaupt Kraft hat.....Das Weiß als Hintergrund wird Ihnen unmerklich ein Gefühl der Freiheit geben....Sie wollen ja nicht ewig hier wohnen, nicht sich so einrichten, dass Sie nachher gar nicht mehr aus Ihrem Fuchsbau herauskommen....Gemütlich ist heute nicht mehr der Schlupfwinkel, die Bude, die gedeckte Farbe, die ebenso wie die kaschierte Konstruktion einem vormacht, in der Umwelt gäbe es keine Entscheidungen und keine konstruktiven Aufgaben. Sich ihnen zu stellen, ist dem Gemüt zuträglicher“.abgedruckt in: Bauwelt 17/1959, S. 519.

Georg-Voigt-Straße Die geraden Hausnummern der Georg-Voigt-Straße und der Robert-Mayer-Straße 9–11 wurden von der Goethe-Universität zur Lehre und Forschung benutzt. Die Nr. 4 bis 12 von der Sprache und Literatur bzw. Mathematik (Bis ca. 2002). Die Nr. 14 und 16 der Angewandten Physik bzw. Institute für Pharmazie und Lebensmittelchemie (bis 2006). Diese würde für das Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) umgebaut und anschließend bezogen. Die Nummer 12a war das Bauleitgebäude des LBIH für den AfE-Turm und war ab der Jahrtausendwende im Mischbetrieb.

Georg-Voigt-Straße 4 Tibethaus

Von 2005 bis 2017 befand sich das Tibethaus Deutschland Chödzong e. V. in der Kaufunger Straße 4, das Haus der Buddhistischen Gemeinschaft. Es stand unter der Schirmherrschaft des 14. Dalai Lama. Hier wurde über den tibetischen Buddhismus hinaus die gesamte tibetische Kultur und Medizin in Form von Vorträgen, Seminaren und gemeinsamen Festen vermittelt. Angeschlossen war dies Tibethaus dem 1955 gegründeten buddhistischen Dachverband Deutschlands, die Deutsche Buddhistische Union (DBU) in Frankfurt. Ende 2017 zog das Tibethaus in eine ehemalige Professoren-Villa in der Georg-Voigt-Straße 4 um. Hier steht mehr Raum zur Verfügung. Die Altimmobilie, ursprünglich eine ehemalige Brotfabrik und ein altes Bauernhaus, wurde verkauft und gegen den Protest der Bockenheimer Anwohner zugunsten eines Neubaus mit mehreren Eigentumswohnungen größtenteils abgebrochen.Backhaus: Wohnungen statt StadtteilzentrumAnbau für das Bockenheimer Backhaus

Georg-Voigt-Straße 14–16 Institut für Pharmazie und Lebensmittelchemie

Architekt des von 1954 bis 1957 erbauten Gebäudes war Ferdinand Kramer. Zuerst behauste es das Institut für Pharmazie und Lebensmittelchemie der Universität und später das Senckenberg-Forschungszentrum für Biodiversität und Klima.

Gräfstraße Gräfstraße 38 Mathe I Institutsgebäude Mathematik.

Gräfstraße 46 Heizwerk der JWG Universität

Ehemaliges Heizwerk der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Frankfurt am Main, Gräfstraße, jetziger Campus Bockenheim. Architekt:Ferdinand Kramer (1898–1985) (Mitarbeiter: Walther Dunkl) Baujahr: 1953. Kramer, von 1952 bis 1964 Leiter des Universitätsbauamtes konzipierte hier, beeinflusst vom Bauen in Amerika, im Jahr 1953 als einer der ersten Kramerschen Universitätsbauten und etablierte das Rastersystem aus Betonstützen und Klinkerausmauerungen mit großen Fensteröffnungen, das so auch bei den weiteren Bauten Kramers für die Universität wegweisend war; das Gebäude steht seit 2025 unter Denkmalschutz. Mehr als 60 Jahre wurde so der Universität durch den Bau dieses Kraftwerks die Installation von Heizkesseln samt Folgekosten in jedem einzelnen Institut erspart. Seit der Sprengung des AfE-Turms ist der 120-Meter-Schornstein mit seinem Elefantenfuß des Kramerschen Heizkraftwerks wieder die städtebauliche Dominante des Quartiers. „Ein Betonschornstein als überragendes Arbeitssymbol ist, wie wir fürchten, als proletarisches Denkmal gemeint, eine Art Eiffelturmersatz und ein Affront“, ereiferte sich ein Kritiker im „Merian“-Heft Frankfurt von 1968. Ab 1953 verfeuerte sie Kohle, dann ab Ende der 60er Öl. 1995 kam die Mainova mit Erdgas ins Spiel. Das Gebäude wird seit Anfang 2015 nicht mehr als Heizwerk genutzt, da auch der Campus Bockenheim jetzt an das Fernheiznetz angeschlossen ist. Der 120 m hohe Schornsteins ist seitdem nicht mehr in Betrieb. Rechts im Hintergrund zeigt sich als Teilansicht der sogenannte Mathe-Turm, Sitz des Institutes für Mathematik des Fachbereichs 12 der Goethe-Universität Frankfurt, Robert-Mayer-Straße 10 Ecke Gräfstraße 40. Historisch lag hier in dem ehemals Königstraße benannten Grundstück vor den Weltkriegen das Betriebsgelände der renommierten Frankfurter Uhrenwerkzeugfabrik Lorch, Schmidt & Co. GmbH., die später in die Hanauer Landstraße 135–137 umsiedelte.

Gräfstraße 50 Hörsaalgebäude BT E

Hörsaalgebäude I von 1958, Johann-Wolfgang-Goethe-Universität. Gebäude von Ferdinand Kramer, damaliger Leiter des Universitätsbauamtes von 1952 bis in die 1960er Jahre. Gestapelte Hörsäle 1–6, verschränkt mit gegenläufigen Profile, zeigen sichtbare Skelettbauweise mit Beton und Stahl; Gräfstraße 50–54. Vordergrund Treppenhaus. 1964 erfolgte als Anbau das Hörsaalgebäude II. 2022 nach Funktionswechsel zum Campus Westend finden hier Veranstaltungen der Uni für den 3. Lebensabschnitt (U3L) statt.

Lange Zeit jährliche Nutzung als Eventlocation „Quartier Latin“ (Frankfurt). Hier fand über 65 Jahre eine jährliche zweitägige Faschingsfeier des AStAs Frankfurt mit Livemusik, verschiedenen DJs. und diversen Bars statt. Die Stockwerke und Hörsäle waren mehr oder weniger nach dem jeweiligen Motto dekoriert. Diese, trotz Eintrittspreisen von zuletzt 18 Euro, meist ausverkaufte Veranstaltung, hatte regelmäßig ca. 3000 feiernde und tanzende Teilnehmer. Sie wurde die zentrale Karnevalsfeier des Frankfurter Raums. Veranstalter war der AStA, eine Abkürzung für „Allgemeiner Studierendenausschuss“. Diese Karnevalsfeier „Quartier Latin“ offiziell der Frankfurter Studierenden findet seit 2018, laut Beschluss des AStA-Vorstandes, nicht mehr statt. Diese Veranstaltung sei zum Massenbesäufnis verkommen, auch würden Sicherheitsbedenken gegen diese Feier sprechen, so der damalige Vorstand des AStAs.FR vom 25. Januar 2018: Ende des Quartier Latin

Gräfstraße 52 Hörsaalgebäude BT D Erweiterungsbau von 1964 des Hörsaaltraktes durch Hörsaalgebäude II als Anbau zum Hörsaalgebäude I.

Siehe dort

Gräfstraße 66 Optische Werke „Dr. R. Krügener“, später „Plaubel & Co.“