mini|Stammwappen derer von Schwerin

Das Geschlecht derer von Schwerin erscheint im Jahr 1178 erstmals urkundlich mit Bernardus (Bernhard) dictus advocatus in Zverin, Vogt der Veste am Schweriner See (in der Grafschaft Schwerin), mit dem auch die direkte Stammreihe beginnt.Mecklenburgisches Urkundenbuch 1, Verein für Mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde, In Commission der Stiller’schen Hofbuchhandlung, Schwerin 1863, S. 121 f., Nr. 125. (Digitalisat). Der Sohn dieses ersten Bernhard, Bernhard II. (1218–26), wird 1218 ebenfalls als Vogt erwähnt. Er hinterließ die Söhne Heinrich (1227–37) und Daniel (1230–62). Heinrichs Nachkommen blieben in Mecklenburg ansässig und unterteilten sich nochmals in eine Parchimsche und eine Bützowsche Linie, welche im 13. bzw. 14. Jahrhundert erloschen.

Daniels Söhne Gerhard, Oldag und Werner ließen sich in Vorpommern nieder und hatten dort mit den Burgen Altwigshagen (heute Landkreis Uecker-Randow) und Spantekow (heute Landkreis Ostvorpommern) ausgedehnten Grundbesitz.

Die Linie in Bayern entstammt zwar mit großer Wahrscheinlichkeit der Pommerschen Linie, jedoch lässt sich ein genauer Zusammenhang nicht mit Sicherheit klären. Bekannt ist lediglich, dass der Liniengründer, Joachim Dietrich (1624–74), in Wolgast geboren wurde. Einer seiner Söhne trat in bayrische Dienste. Dessen Nachkommen gehören seit 1813 dem bayrischen Freiherrenstand an.

Stammtafel verkürzte Darstellung der blühenden Linien

Stammliste   Bernhard I. (urkundl. 1178–1217) Vogt von Schwerin

     Bernhard II. (urkundl. 1218–1226) Vogt von Schwerin

1.       Mecklenburgische Linie - Heinrich I. von Schwerin (urkundl. 1227–1237)

1.1            Parchimsche Linie † - Ludolf I. von Schwerin (urkundl. 1261–1300)  

1.2            Bützowsche Linie † - Alexander I. von Schwerin (urkundl. 1265–1280)

2.       Pommersche Linie - Daniel von Schwerin (urkundl. 1230–1262)

2.1            Usedomer Hauptlinie - Gerhard von Schwerin (urkundl. 1251–1262)

2.1.1.                 Stolpesche Linie - Dietrich von Schwerin (urkundl. 1321–1342)

2.1.1.1.                      Grellenbergsche Linie † - Claus von Schwerin (urkundl. 1480–1523 † 1534)  

2.1.1.2.                      Stolper Zweig - Joachim von Schwerin (urkundl. 1625–1631)

2.1.1.2.1.                           Älterer Stolper Zweig - Alexander Friedrich von Schwerin (* 1752, † 1807)

2.1.1.2.2.                           Jüngerer Stolper Zweig - Ludwig von Schwerin (* 1769, † 1822)

2.1.1.3.                      Drewelower Zweig † - Hans von Schwerin (urkundl. 1591–1632)

2.2            Altwigshagener Hauptlinie - Oldag von Schwerin (urkundl. 1256–1291)  

2.2.1                 Linie Aurose-Demnitz - Werner von Schwerin (urkundl. 1468)

2.2.1.1.                      Linie Curtshagen † - Curd Christoph von Schwerin (* 1688, † 1753)

2.2.1.2.                      Linie Stegeborg - Werner Dettlof von Schwerin (* 1692, † 1762)

2.3.            Spantekower Hauptlinie - Werner von Schwerin (urkundl. 1258–1284)  

2.3.1.                 Linie Iven † - Gerd von Schwerin (urkundl. 1455)

2.3.2.                 Linie Putzar † - Ulrich von Schwerin (urkundl. 1450–1485)  

2.3.3.                 Linie der Bonen - Hans (Bone) von Schwerin (urkundl. 1410)

2.3.3.1.                      Linie Löwitz - Christoph von Schwerin (urkundl. 1549–1568)

2.3.3.1.1.                           Linie Putenitz-Löbenitz - Christoph Heinrich von Schwerin (urkundl. 1596–1631)

2.3.3.1.1.1.                                Linie Husby - Claus Philipp Freiherr von Schwerin (* 1689, † 1748)

2.3.3.1.1.1.1.                                     Linie Husby - Älterer Zweig † - Philipp Bogislaus Graf von Schwerin (* 1790, † 1865)

2.3.3.1.1.1.2.                                     Linie Husby - Jüngerer Zweig - Carl Graf von Schwerin (* 1807)

2.3.3.1.2.                           Linie Schwerinsburg - Hans Bogislav Graf von Schwerin (* 1683, † 1747)

2.3.3.1.2.1.                                Putzar-Schwerinsburger Zweig - Heinrich Graf von Schwerin (* 1776, † 1839)

2.3.3.1.2.2.                                Busower Zweig - Carl Graf von Schwerin (* 1780, † 1853)

2.3.3.1.2.3.                                Friedländer Zweig - Casimir Wilhelm Ludwig Carl Bogislav Graf von Schwerin (* 1791, † 1874)

2.3.3.2.                      Linie Cummerow - Henning von Schwerin (urkundl. 1549–1570, † 1603)

2.3.3.2.1.                           Linie Willmersdorf - Henning Bernd von Schwerin (* 1631, † 1704)

2.3.3.2.1.1.                                Willmersdorfer Zweig † - Christian Ludwig Friedrich Wilhelm Graf von Schwerin (* 1787, † 1858)

2.3.3.2.1.2.                                Bohrauer Zweig † - Ludwig August Leopold Graf von Schwerin (* 1794, † 1863)

2.3.3.2.2.                           Linie Dargibell - Otto Jacob von Schwerin (* 1636, † 1720)

2.3.3.2.2.1.                                Linie Dargibell - Älterer Zweig - Otto Wilhelm Carl Engelhard von Schwerin (* 1825, † 1892)

2.3.3.2.2.2.                                Linie Dargibell - Jüngerer Zweig † - Carl Heinrich Friedrich Wilhelm Bernhard von Schwerin (* 1809, † 1859)

2.3.3.3.                      Linie Alschwangen † - Jacob von Schwerin (* 1529, † vermutlich 1585)

2.3.3.4.                      (Jüngere) Linie Altwigshagen - Hans Hugold von Schwerin (urkundl. 1556–1601)

2.3.3.4.1.                           Linie Alt-Landsberg - Otto Freiherr von Schwerin (* 1616, † 1679)

2.3.3.4.1.1.                                Linie Walsleben - Friedrich Wilhelm Graf von Schwerin (* 1678, † 1727)

2.3.3.4.1.1.1.                                     Linie Walsleben - Älterer Zweig - Otto Friedrich Wilhelm Graf von Schwerin (* 1796, † 1860)

2.3.3.4.1.1.2.                                     Linie Walsleben - Jüngerer Zweig † - Julius Otto Alfons Graf von Schwerin (* 1810, † 1862)  

2.3.3.4.1.2.                                Linie Wolfshagen - Otto Graf von Schwerin (* 1684, † 1755)

2.3.3.4.1.2.1.                                     Wolfshagener Zweig - Carl Alexander Graf von Schwerin (* 1824)

2.3.3.4.1.2.2.                                     Göhrener Zweig - Wilhelm Stanislaus Hermann Graf von Schwerin (* 1827)

2.3.3.4.1.2.3.                                     Tamseler Zweig † - Bogislav Conrad Adolf Graf von Schwerin (* 1833)

2.3.3.4.2.                           Linie Wopersnow - Johann Bogislav von Schwerin (* 1660, † 1698)

2.3.3.4.2.1.                                Linie Wopersnow - Älterer Zweig † - Gustav Werner Freiherr von Schwerin (* 1774, † 1842)

2.3.3.4.2.1.                                Linie Wopersnow - Jüngerer Zweig - Carl Johann Gustaf Adolf Julius (Jules) Freiherr von Schwerin (* 1810)

2.3.3.4.3.                           Linie Rehberg-Wustrau - Philipp Julius von Schwerin (* 1662, † 1712)

2.3.3.4.4.                           Linie Wisbur † - Heinrich Christoph von Schwerin (* um 1670, † 1729)

2.4.            Linie in Bayern (ohne genealogischen Anschluss)

Anhang zur Stammliste Nachrichten von solchen Schwerins, von denen die Art ihrer Zugehörigkeit zu den Stammtafeln nicht ermittelt worden ist:

1178, zur Zeit Herzogs Casimir I, soll Jerus (auch Gero oder Gerd genannt) ab Osta gelebt haben, welcher als der erste Christ aus dem Geschlecht von der Osten bezeichnet wird. Als dessen Ehefrau wird Margarethe von Schwerin genannt. Sophie von Schwerin a. d. H. Hagen und Dönnie (Demnitz?) wird zu Anfang des 14. Jahrhunderts als Gemalin des Gerhard von Behr auf Bandelin und Schlagetow genannt. (Zu Altwigshagener Hauptlinie) 1444 soll Lüdecke von Schwerin, der mit Margarethe von Eieben a. d. H. Gahlenbeck vermält war, gemeinsam mit seinem Bruder Henning das Gut Busow von den Gebrüdern von Neuenkirchen gekauft haben. (Nach Adelung-Sprengel’schen Nachrichten); diese Brüder müssten dann zur Linie Altwigshagen gehört haben, in deren Besitz zuerst Busow erscheint (vgl. Joachim von Schwerin). Anthonins Swerin, Camin. Dioces., war ab 11. Oktober 1504 an der Universität Greifswald eingeschrieben. Ilsabe von Schwerin a. d. H. Spantekow war um 1515 vermält mit Joachim von Rieben auf Gahlenbeck. (Nach einer v. Pentz’schen Ahnentafel.) (Zu Linie Stegeborg) Um 1523 war Anna von Schwerin vermält mit Rolof von Winterfeld. (Geschichte der v. W. S. 191.) Um 1529 war Magdalene von Schwerin a. d. H. Spantekow vermält mit Henning von Hagen auf Falckenhagen; deren Tochter heirathete Hennecke v. Behr auf Bandelin und Schlagetow. (Geschichte der v. Behr). 1554 war Eine von Schwerin vermält mit Wilcken von Horn, fürstl. Fischmeister zu Lassan; zur selben Zeit etwa (1561) waren Catharina v. Schwerin vermält mit Achim von Horn auf Ranzin, und Magdalene von Schwerin mit Valentin von Horn auf Griebow. Zu Ende des 16. Jahrhunderts wurden bei der Universität Greifswald eingeschrieben: 1584, Laurentins Schwerin, Grimmenais; 1592 Ditlavus Swerinius, nobilis Pomeranus (Dettlof Werner von Schwerin, VIII. 38?); 1594 Johannes Schwerin, Wutzezensis; 1596 Joannes a Sverin, nobilis Pomeranus (Taf. III. 32?). Barbara von Schwerin a. d. H. Grellenberg (Taf. IV.) war zu Ende des 16. Jahrh. vermält mit Wedigo von der Osten auf Batewitz und Dubkewitz. Ihre Mutter war eine Blanckenburg von Petershagen. (Leichenpred. auf Wedig Adam v. Platen auf Ventz.) Aus dem Jahr 1591 befindet sich in der Nicolai-Kirche zu Stralsund das sehr stattliche Porträt des Stadthauptmanns Hinrick Swerin im Kriegerschmuck in halber Figur, mit einer Inschrift, nach welcher er 18. August 1602 im Alter von 73 Jahren verstorben ist. Ambrosius Sverinus, Pyrizensit. Pom., besuchte 1602 das Stettiner Gymnasium. Georgius Schwerin, ebenfalls Pyritzens. Pom. wurde am 30. Dezember 1639 an der Universität Greifswald eingeschrieben. (Taf. III. 29?) Nach — jedenfalls irrthümlichen — Nachrichten von Vanselow, starb 1640 Adam von Schwerin, Kurbrdb. Kammerherr und Direktor des Ukermärkischen Kreises, vermält mit Anna von Roebeln a. d. H. Friedland. Sein Sohn Johann Georg, geb. 1627 gest. 1677, war Kurbrdb. Rittmeister auf Schmarso, Damerow u. s. w.; dessen Sohn Levin Ernst, geb. 1669, starb auf der Jagd. (Vermuthlich von der Familie von Winterfeld.) Jungfrau Anna Margarethe von Schwerin stand 1664 zu Duchorow Gevatter. (Taf. VIII. 48 und 49?) 1668 marschirte ein schwedischer Oberst Severin mit einem Regiment Fussvolk durch Meklenburg nach dem Bremischen. (Frank 14, 133 Nr. 226.) Um die Mitte des 17. Jahrh. war Anna von Schwerin a. d. H. Grellenberg (Taf. IV.) vermält mit Moritz von Platen; deren Tochter Marie vermält mit Leopold von Oertzen auf Helpt. - Zur Zeit war Eine v. Schwerin aus Grellenberg die Gemalin des Jürgen von Pentz. 1675 soll das Regiment des Oberst Nicolaus von Schwerin, so damals in Treptow a. R. lag, an der Fehrbelliner Schlacht Theil genommen haben. (Eine sicherlich falsche Nachricht von Vanselow.) 1687, 3. Januar, ward zu Altwigshagen dem Herrn Schwerin ein Söhnlein getauft: Jürgen Heinrich. (Zu Taf. XIII?); ebendaselbst erscheint 1689 unter den Pathen: Jungfrau Dorothea Elisabeth von Schwerin. Jacob de Schwirinsky war im Dezember 1706 Gefreiter-Korporal im Dragoner-Regiment Derfflinger No. 3 (1806 Dragoner-Regiment v. Irwing). Er gehört vielleicht zu dem nach Polen gegangenen Zweige der Curländischen Linie. Vgl. bei Taf. XVI. 10 auf S. 287. Am 6. Juli 1707 wird Fräulein Anna Elisabeth v. Schwerin im Ducherower Kirchenbuch als Pathin genannt. Georg Wilhelm v. Schwerin, geboren 1711, trat 1732 in Dienst, war 1734 Cornet bei Sonnsfeld-Dragoner No. 2 (1749 Regt. Schwerin [Taf. XX. 7], 1754 Blankensee); 14. April 1738 Premier-Lieutenant; 2. Dez. 1751 Stabscapitain; 1756 im März Capitain. 1726 stand ein Lieutenant v. Schwerin beim Inf.-Regt. v. Stille No. 20 in Magdeburg; ward versetzt. Um 1737 vermälte sich Dorothea Luise v. Schwerin mit Capitain Balthasar Ehrenreich von Voelcker.