Die Liste der Wegekreuze und Bildstöcke in Lontzen listet ohne Anspruch auf Vollständigkeit die Flur- und Wegekreuze sowie die Bildstöcke mit ihren jeweiligen persönlichen Geschichten – soweit bekannt – auf dem Gebiet der Gemeinde Lontzen mit den Ortsteilen Lontzen-Dorf, Lontzen-Busch und Herbesthal sowie Walhorn mit Astenet und Rabotrath in der Deutschsprachigen Gemeinschaft von Ostbelgien. Insgesamt stehen mehr als 70 Wegekreuze der Gemeinde auf öffentlichem Eigentum. Ihr Unterhalt wird teils durch Privathand, teils durch das städtische Bauamt, teils durch die örtlichen Pfarren gewährleistet.
Lontzen-Dorf, Lontzen-Busch und Herbesthal Lontzen-Dorf StandortDatierungBeschreibung/InschriftBild Bergstraße ggü. 27 um 1900Gedenkkreuz für den plötzlichen Tod eines frommen Pilgers am 4. Juni 1899, der sich mit seinen Kindern und Freunden auf der Heimwanderung von der Wallfahrtsstätte Moresnet-Chapelle nach Eupen befand.zentriert|100px Bergstraße 56 1885Hohes eisernes Strahlenkreuz mit Palmenverzierung, errichtet durch die Eheleute Mathias (1832–1896) und Hubertine Permantier-Küpper (1833–1912) als Dank für eine glückliche Ehe mit elf Kindern. Im Jahr 2000 wurde das Kreuz grundsaniert.
Inschrift: „Süsses Herz Maria sei meine Rettung. M. J. Permantier, Hub. Küpper, Anno 1885“zentriert|100px Bergstraße 87 1967Abgeräumtes Grabkreuz des Vinzenz Schmetz (1888–1967) vom Kelmiser Friedhof. Rautenförmiges dunkelbraunes Holzkreuz mit reliefartig aufgesetzter Heiland-Figur. Es wurde um 1990 durch seine Enkelin beim Bau des Hauses rechts der Einfahrt aufgestellt.
Inschrift: „Vincenz Schmetz, * 29.03.1888 † 4.11.1967“zentriert|100pxBergstraße 103 20. Jh.Erinnerungskreuz für den 18-jährigen Johann Aloys Michel Mertens, der bei einer Kaninchenjagd am 31. August 1914 durch Eigenverschulden an einer Schussverletzung gestorben war. Anfangs war lediglich ein schlichtes Holzkreuz aufgestellt worden, das später durch das jetzige Steinkreuz ersetzt wurde.
Inschrift: „Gelobt sei Jesus Christus“zentriert|100pxEcke Bergstraße–Mühlenweg 1890 Abgeräumter Grabstein der Eheleute Michael Friedrich Ahn (1814–1893) und der Emerentia Kerres (1816–1890). Der 1918 vom Friedhof translozierte Grabstein ersetzte ein an jener Ecke stehendes altes verfallenes Holzkreuz. Das einst auf dem Grabstein aufgesetzte Steinkreuz wurde mittlerweile wegen Baufälligkeit entfernt
Inschrift: „Zum christlich frommen Andenken an die Eheleute Michael Friedrich Ahn † 3.4.1893 und Emerentia, geb. Kerres, † 10.2.1890 — und deren Familie. Mein Jesus Barmherzigkeit.“zentriert|100px Ecke Hellebender Gasse–Steinweg1899Abgeräumtes Grabkreuz von Maria Mertens (1861–1899), stand ab 1920 zunächst am Fleuscherhof, ab 1927 weiter vorne am dortigen Zufahrtsweg und später am heutigen Standort an der Ecke Steinweg.zentriert|100px Ecke Limburger Straße–Fleuschergasse 1946Erstes Kreuz wurde 1926 als Erinnerungskreuz für den an einem epileptischen Anfall während des Eisaufhackens am nahe gelegenen Weiher ertrunkenen Nikolaus Malmendier (1907–1926) aufgestellt. Nach der Heimkehr seiner drei Brüder Josef, Hubert und Aloys aus dem Krieg wurde zum Dank das alte Kreuz durch ein neues ersetzt.zentriert|100px Ecke Schulstraße–Steinweg 1906 Vierteiliges Steinkreuz auf Sockelplatte. Messingkorpus mit kleinem Holzkreuz hinterlegt. Wegekreuz befand sich anfangs fünf Meter weiter voraus, wo es er jedoch oftmals von Autofahrern beschädigt wurde.
Inschrift (lt. Quelle Creutz, derzeit (2023) unleserlich): „Gewidmet von Hubert Theresia und Josef Egyptien, 1906 – O Jesus Barmherzigkeit“zentriert|100px Ehemalige Grube Lontzen–Luterberg 1899Abgeräumter und auf einer Anhöhe westlich der Maria-Theresia-Straße 25 versetzter Grabstein für Leonhard Cormann. Sechsteilige und 2,60 Meter hohe Anlage mit vierstufigem kräftigem Sockel.
Inschrift auf dem Postament (lt. Quelle Creutz, derzeit (2023) unleserlich): „Mein Jesus Barmherzigkeit. Zum Andenken an unserem unvergesslichen Gaten und Vater Leonh. Cormann, geb. 25. März 1861, gest. 12. Mai 1899. Herr gib dem Verstorbenen die ewige Ruhe!“zentriert|100px Königsweg–ggü. Grippenhag ca. 17. Jh.Kleines gut erhaltenes kräftiges Steinkreuz ohne Inschrift, der Überlieferung nach aus dem 17. Jahrhundert, weitere Geschichte unbekanntzentriert|100px Maria-Theresia-Straße 3–Kastanienberg unbekanntüberdachtes Holzkreuz im Hang, wurde zwischenzeitlich vom Lontzener Verschönerungsverein erneuert.zentriert|100pxMaria-Theresia-Straße 4 1880Fürbittenkreuz der Eheleute Johann Adam Emonds und Maria Gertrud Nelißen. Altes grün gestrichenes verziertes und mittlerweile leicht verwittertes Eisenkreuz auf zweiteilig gestuftem Sockel.
Inschrift (lt. Quelle Creutz, derzeit (2023) unleserlich): „Süsses Herz Jesu, Erbarme Dich unser. 100 Tage Ablass. J.A.E. – M.G.N. Anno 1880“zentriert|100px Mühlenweg 117 1882Rautenförmiges Eichenholzkreuz mit der eingeschnitzten Jahreszahl 1882. Kleiner Korpus auf hinterlegtem kleinem Holzkreuz unter einem Giebeldach. Diente der Überlieferung nach als Votivkreuz.zentriert|100px Mühlenweg 151 1914Abgeräumter Grabstein der Eheleute Theodor Ahn und Anna Keutgen. Flacher breiter dreistufiger Sockel mit Postament. Das darauf aufgesetzte Kreuz war im Laufe der Zeit abgebrochen. Die gesamte Grabsteinanlage wurde daraufhin im Jahr 2002 komplett saniert, wieder vervollständigt und erhielt eine neue Platte mit neuer Inschrift.
Ursprüngliche Inschrift: „Zum Andenken an die achtbaren Eheleute Theodor Ahn 1843–1914 und Anna Ahn geb. Keutgen 1847–1922. – R.I.P. Auf Wiedersehen“,heutige Inschrift: „So sehr liebt Gott diese Welt, dass... - anno 2002 – Auf Wiedersehen.“zentriert|100px Neutralstraße 450 1935Abgeräumter Grabstein der Anna Maria Jennes (1856–1935), Witwe von Francois Nyssen (1851–1922) vor Gut Heistern. Er stand anfangs ab 1955 unter einer alten Esche an der Wegegabelung Herzogenweg/Wind und wurde später an seine jetzige Stelle versetzt. Derzeit (2024) zugewachsen.zentriert|100px Neutralstraße 500 unbekanntUnbekanntes Votivsteinkreuz am Wiesenweg vor einer Weißdornhecke vor Schloss Mützhagen. Nachkommen des damaligen Besitzers vermuten, dass Johann Josef Schmetz (1868–1935) das abgeräumte Steinkreuz zum Wohle der Familie und der Tiere erworben und dort aufgestellt hat. Derzeit (2024) beschädigt. zentriert|100px Neutralstraße 502 unbekanntKleines überdachtes Holzkreuz mit Rundbogenüberdachung in einer Nische an der westlichen Giebelwand des nördlichen Traktes von Schloss Mützhagen. Derzeit (2024) stark beschädigt und am Sockel des Hauses aufgestellt.zentriert|100px Schlossstraße–Dorfhaus 1861Fürbittenkreuz der Familie Franz (1788–1874) und Maria Ernst-Schmetz (1787–1866). Kleiner Steinsockel mit schmuckes Eisenkreuz und aufgesetztem hellen Korpus.
Inschrift (lt. Quelle Creutz, derzeit (2023) unleserlich): „Rette Deine Seele. F:Ernst E:Sch:Metz 1861“, darunter die christlichen Symbole Kreuz, Anker und Herz für Glaube, Hoffnung und Liebe.zentriert|100px Schlossstraße–Wiesenhang Kirche unbekanntSchmuckes Keramikkreuz, stand ursprünglich im Mittelgang des Welkenrather Friedhofs, Anlass unbekannt. Wurde 1983 grundlegend saniert und am heutigen Standort neu aufgestellt.
Inschrift auf einem als Schal nachempfundenem Umhang: „Im Kreuz ist Heil.“zentriert|100px Schlossstraße–Schlosszufahrt1899Ehemals 4,50 Meter hohes Steinkreuz auf drei hohen Sockelstufen, im Auftrag der Witwe Maria Lingens des Schlossbesitzers Leonhard Nellessen angefertigt und aufgestellt vor dem Eingang zum Schloss Lontzen. Der fast zwei Meter hohe steinerne Kreuzaufbau mit einem fast menschengroßen Korpus ist mittlerweile abgebrochen und wurde (bisher, 2023) nicht wieder ersetzt, der Rest wurde als „Bildstock“ kernsaniert und umgestaltet. In der vergitterten Figurennische befindet sich eine Christus-Figur, darunter eingemeißelt ein symmetrisches Kreuz mit 15 Perlen.zentriert|100px Schlossstraße 49 um 1915Grabstein der Eheleute Stephan (1837–1915) und Catharina Chantraine-Offermann (1845–1911). Sie wohnten früher in der Schlossstraße 46–48, das Kreuz wurde jedoch um 1980 an der Zufahrt zu Haus 49 versetzt.
Inschrift (lt. Creutz, derzeit (2023) unleserlich): „Zum Andenken an die wohlerbare Ehefrau Joh. Steph. Chantraine, geb. Catharina Offermann * zu Simmerath am 22.3.1845, † zu Lontzen-Born am 29.11.1911 und Joh. Steph. Chantraine, * zu Lontzen-Born am 2. 8. 1837, † daselbst am 23. 5. 1915; R.I.P.“zentriert|100px Schlossstraße 74–Gut Benesse1994Mittlerweile marodes Kreuz aus Eichenholz. Es ersetzte ein verschwundenes Metallkreuz auf dem Gitter der Bahnbrücke sowie ein verfaultes Holzkreuz des verunglückten Roger Hagelstein (1960–1974). Dieser fuhr sitzend auf der Radstange eines Freundes und beide prallten auf einen vor ihnen fahrenden und plötzlich bremsenden LKW, Roger war sofort tot.zentriert|100px Teufelsgasse–Herbesthaler Bach 1928Abgeräumter Grabstein von Johann Wilhelm Wehling (1857–1928). Er wurde an seiner Hauswiese neben dem Herbesthaler Bach aufgestellt und zwischenzeitlich durch den Verschönerungsverein restauriert. Derzeit (2024) erneut beschädigt.zentriert|100pxWalhorner Straße 131 1861Gedenksteinkreuz in der straßenseitigen Buchenhecke des Guts Bourseaux erinnert an den Unfalltod des Eisenbahnwärters Heinrich Joseph Messen, der am Abend des 21. Februar 1861 von einem Zug erfasst worden war. Das Kreuz stand anfangs am Bahnübergang und wurde 1970 zum heutigen Standort versetzt.
Inschrift (lt. Quelle Creutz, derzeit (2023) unleserlich): „Am 21. Februar 1861 ferschiedt hier sanft Heinrich Joseph Messen im Alter von 56 Jahre, Ehegatte von Katharina Emonds, durch diese gewidmet. Er ruhe im Frieden, Vater unser.“ zentriert|100pxWalhorner Straße–ggü. Zufahrt zu 131 1859Kleines steinernes Gedenkkreuz gegenüber der Zufahrt zu Gut Bourseaux für den 73-jährigen unverheirateten Ackerer Philipp Plümmans aus Eynatten, der am 13. Mai 1859 beim Ausführen seines Pferdes unerwartet verstarb.
Inschrift: „Bete für die Seele. P. F. Plummans. 1859.“ zentriert|100px
Lontzen-Busch StandortDatierungBeschreibung/InschriftBild Busch 9 1950Mit Schiefer überdachtes Eichenholzkreuz an der Ostwand der Anna-Kapelle in Lontzen-Busch, aufgestellt 1960zentriert|100px Busch 21 1880 „Kniefall-Kapellchen“ aus Bruchstein mit umrandeter Nische aus Blaustein. Diese ist mit einem Eisengitter gesichert, auf dem die Buchstaben A(ve) und M(aria) sowie ein Herz aus lackiertem Metall aufgetragen ist.
Inschrift unterhalb der Nische: „Jac. Leclerc – Clara Teller, 1880“zentriert|100pxweitere Bilder Busch 23 vor 1914Ehemaliger Grabstein der Familie Taeter-Egyptien-Snoeck. Fünfteilig gestufter Steinsockel mit aufgesetztem Steinkreuz.