Das FAL (Fusil Automatique Léger – leichtes automatisches Gewehr) ist ein Schnellfeuergewehr der belgischen Fabrique Nationale Herstal im Kaliber 7,62 × 51 mm NATO und war bei vielen Streitkräften weltweit im Einsatz. Es wurde bei der Bundeswehr G1, im österreichischen Bundesheer Stg 58, bei den kanadischen Streitkräften C1 und C2 und bei den südafrikanischen Streitkräften R1 genannt.
Geschichte Das FAL wurde aus dem SAFN-49-/FN-49-Gewehr entwickelt und 1950 erstmals unter dem heutigen Namen vorgestellt. Es existieren vier Hauptversionen, die sich hauptsächlich in Lauflänge und Schaftart unterscheiden. Das FN FAL war von 1956 bis 1959 unter der Bezeichnung G1 Ordonnanzwaffe der Bundeswehr, bis es durch das Gewehr G3 abgelöst wurde. Außerdem war es in Westdeutschland bei Einheiten der Bereitschaftspolizei und dem Bundesgrenzschutz in Gebrauch.
Das FN FAL zählt zu den am weitesten verbreiteten Schnellfeuergewehren der Welt und wurde in über 90 Staaten eingesetzt.
Da aufgrund des starken Rückstoßes Feuerstöße schwer beherrschbar sind, wurden spätere Versionen des FAL vornehmlich als Selbstladegewehr gebaut.
In den USA verlor das Gewehr 1954 beim Auswahlverfahren für ein neues Infanteriegewehr gegen das T44, das spätere M14. Für den zivilen Markt werden seit den 1990er-Jahren wieder FAL-Systeme (Unter- und Oberteile) in den USA gefertigt.
Beschreibung mini|FN FAL (Vier-Seitenansicht)|linksDas FAL ist ein Gasdrucklader mit Kippblockverschluss und kurzem Gaskolbenhub. Das Verschlussgehäuse ist aus dem Vollen gefräst. Die Schließfeder befindet sich im Kolben, bei den Ausführungen mit Klappschaft unter dem Verschlussdeckel. Es verfügt über einen Gasregler, um den Gasdruck an den Verschmutzungsgrad der Waffe angleichen zu können. Als Magazine stehen 20-Schuss-Stangenmagazine in Stahl- oder Aluausführung zur Verfügung. Das Stahlmagazin wiegt 250 g, das Alumagazin 120 g. Die Mündungsbremse dient gleichzeitig als Schießbecher für Gewehrgranaten, die mit Treibpatronen als Zündquelle für deren Treibladung verschossen werden können.
Es existieren verschiedene Bajonetttypen, die an allen Modellen verwendet werden können.
Varianten Typ Beschreibung Gesamtlänge(mm) Länge mit eingeklappterSchulterstütze(mm) Lauflänge(mm) v0(m/s) Visierschußweite(m) Visierlinie Leermasse(kg) Dralllänge Bemerkung 50-00 Standardsturmgewehr 1.090 – 533 840 600 533 4,25 305 Dioptervisier (100, 200, 300, 400, 500, 600 m) 50-64 Fallschirmjäger, Standardlauf 1.095 845 533 840 250 549 3,90 305 Klappkimme (150 / 250 m) 50-63 Fallschirmjäger, Kurzlauf 1.020 770 436 810 300 3,75 305 festeingestelltes Visier (300 m) 50-41 lMG (FAL HB, heavy barrel) 1.150 – 533 840 600 533 6,00 305 schwerer Lauf für Dauerfeuer
Exportversionen G1 (Deutschland) Unterscheidungsmerkmale: Handschutz aus Blech mit horizontalen Sicken, langer Mündungsfeuerdämpfer, Holzkolben
Lizenzbauten
Metrischmini|G1 der Bundeswehr StG 58 (Österreich) Unterscheidungsmerkmale: gleicher Handschutz wie G1, Zweibein, kurzer Mündungsfeuerdämpfer R1 (Südafrika) Zöllig L1 A1 (Großbritannien); die für die 7,62×51-mm-Ausführungen des Bren Mk. III und Mk. IV entwickelten Kurvenmagazine wurden so modifiziert, dass sie auch mit dem L1A4 (=FAL 50-41) verwendet werden konnten. C1A1 (Kanada) C2 (Kanada, leichtes Maschinengewehr); Kanada führte für das C2 gerade 30-Schuss-Magazine eigener Produktion.
Literatur
Duncan Long: The FN-FAL Rifle et al. Desert Publications, 1998, ISBN 0-87947-186-7
Weblinks
Einzelnachweise
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