Ruina montium () war eine antike römische Bergbautechnik, die von Plinius dem Älteren in seiner Naturalis historia (Naturgeschichte 33.21) als das „Durchlöchern der Berge und späteres Überschwemmen mit Hilfe großer Mengen Wassers“ beschrieben wurde. S. 100–104; ISBN 978-0-19-814687-2Plinius, Naturalis historia 33, 66 und 70–76.

mini|Panorama von Las Médulas mini|Wasserschacht in Las Médulas mini|Römischer Kanal von Llamas de Cabrera

Wirkungsprinzip Man nimmt an, dass diese Art des Bergbaus auf dem Prinzip des Pascalschen Gesetzes beruht. S. 135; ISBN 978-90-481-2252-3 S. 185; ISBN 978-3-319-44475-8 Die Bergleute gruben zunächst lange schmale Hohlräume in mehreren Ebenen und Schächte in einen Berg. Das spätere Befüllen der Hohlräume mit Wasser aus eigens dafür angelegten Zufuhrkanälen und einem angelegten Stausee erzeugte schließlich einen großen Druck, der ausreichte, um diese Hohlräume vollständig aufzubrechen. Auf diese Art wurden buchstäblich ganze Hügel abgetragen und es entstanden Landschaftsbilder, wie beispielsweise das spanische Las Médulas. Um hier die benötigten Mengen Wasser aus der Sierra de la Cabrera heranzubringen, wurde ein über 100 Kilometer langes Kanalsystem erbaut, von dem Teile noch heute erhalten sind.

Die Römer hatten im Laufe der Zeit entdeckt, dass die Kraft des Wassers größer war, wenn sie auf einmal freigesetzt wurde. Anstatt die Stollen nur langsam mit Wasser zu befüllen, bauten sie riesige Wasserbecken über den Kavernen. Sobald diese gefüllt waren, öffneten sie ihre Schleusen. Das Wasser strömte in den Stollen nun mit hoher Geschwindigkeit nach unten, aber da es keinen Ausgang nach außen hatte und Wasser eine nahezu nicht komprimierbare Flüssigkeit ist, kam es an den Enden der Hohlräume plötzlich zum Stillstand, als der Stollen gefüllt war. Durch dieses harte Abbremsen wurde eine Hochdruckwelle bzw. ein Druckstoß erzeugt, der schließlich den bereits geschwächten Berg zum Einsturz brachte.

Andere Studien stellen jedoch als Hauptursache den Wasserschlag infrage, da die runden Querschnitte und die Beschaffenheit der antiken Stollen kaum ausgereicht hätten, um die für einen echten Druckstoß notwendigen Fließgeschwindigkeiten und Abdichtungen zu erzeugen. Stattdessen geht man davon aus, dass die gezielte Schwächung des Berges durch das Tunnelnetz und der anschließende hydrostatische Druck zum Kollaps führten.Alejano, Leandro & Martín-Ortega, Elena & Pérez-Rey, Ignacio & Currás, Brais & Sánchez-Plencia, Javier. (2023). Roman gold exploitation at the archeological site of Las Médulas (NW-Spain) by means of Ruina Montium: a rock and fluid mechanics perspective

Siehe auch Wasserschlag Wasserschloss (Ingenieurwesen)

Einzelnachweise

Kategorie:Wasserwirtschaft im Bergbau Kategorie:Antiker römischer Bergbau Kategorie:Technik (Römisches Reich) Kategorie:Geschichte (Iberische Halbinsel)