Gioacchino Sarao (* 1688Carlo Cafagna: Dizionario chitarristico italiano. Chitarristi, liutisti, tiorbisti, compositori, liutai ed editori. Bèrben, Ancona 1968, . Abgerufen über WBIS, I116-889-7 (Subskriptionszugriff). (nach anderen Angaben: um 1695 oder um 1699laut Sterbematrikel und Wiener Totenbeschauprotokoll starb er 1755 im Alter von 60 Jahren. Köchel (1869) und Eitner gaben sein Alter fälschlich mit 56 Jahren an, weshalb in manchen Nachschlagewerken das Geburtsjahr um 1699 angegeben wird. Beide Angaben stehen im Widerspruch dazu, dass Sarao 1708 als Lautenist in der neapolitanischen Hofkapelle spielte, demnach wäre er damals erst etwa dreizehn oder neun Jahre alt gewesen.) in Neapel; † 20. November 1755 in Wien)Pfarre Unsere Liebe Frau zu den Schotten, Wien, Sterbebuch 1744–1756, [S. 334], matricula-online-.eu. war ein italienischer Theorbist und Komponist.

Leben In den Jahren 1708 und 1714 ist Sarao als Arciliutist bzw. Lautenist in der Hofkapelle des Königspalastes von Neapel nachgewiesen.Anna Maria Rao: Corte e cerimoniale di Carlo di Borbone a Napoli (= Clio. Saggi di scienze storiche, archeologiche e storico-artistiche. Band 27). Federico II University Press, Neapel 2020, ISBN 978-88-6887-069-0, S. 95; , DOI:10.6093/978-88-6887-069-0.Giacomo Sances: Musica in Purgatorio : La vita musicale nella chiesa di Santa Maria delle Anime del Purgatorio ad Arco dalla fondazione alla fine del 18. secolo. Turchini, Napoli 2017, ISBN 978-88-89491-14-0, S. 93, 255. Nachdem Francesco Bartolomeo Conti ab 1726 seine Position als Hoftheorbist an der Wiener Hofmusikkapelle gesundheitsbedingt nicht mehr ausüben konnte, wurde Sarao im Januar 1727 zu dessen Nachfolger bestellt, allerdings erst, nachdem er sich bereits acht Monate in Wien befunden hatte.Ludwig Ritter von Köchel: Johann Josef Fux, Hofcompositor und Hofkapellmeister der Kaiser Leopold I., Josef I. und Karl VI. von 1698 bis 1740. Hölder, Wien 1872, S. 411; .Hermine Weigel Williams: Francesco Bartolomeo Conti: His Life and Music. Ashgate, Aldershot 1999, ISBN 1-85928-388-8, S. 60 f.; ).Gerhard Horst Neddermeyer: Die weltliche Musik der kaiserlichen Hofmusikkapelle in den Jahren 1740–1800. Diplomarbeit Universität Wien 2008, S. 15, 23, 31; DOI:10.25365/thesis.2358 (PDF; 839 KB).Irene Kubiska: Der kaiserliche Hof- und Ehrenkalender zu Wien als Quelle für die Hofforschung. Eine Analyse des Hofpersonals in der Epoche Kaiser Karls VI. (1711–1740). Diplomarbeit Universität Wien 2009; DOI:10.25365/thesis.4768 (PDF; 7,5 MB).Michael Treder: Diversion with the lute at the Castle of Veselí in Moravia. Manuscript CZ-Bu 103. 2015, S. 15; tabulatura.eu (PDF; 1,1 MB). Sarao trat seine Stelle zur gleichen Zeit wie Francesco Alborea an.Heinrich Benedikt: Das Königreich Neapel unter Kaiser Karl VI. [i.e. dem sechsten]: Eine Darstellung auf Grund bisher unbekannter Dokumente aus den österreichischen Archiven. Manz, Wien/Leipzig 1927, S. 660; . Möglicherweise übte er die Stelle zunächst als Substitut aus, da Conti weiterhin im Kaiserlich-königlichen Hof- und Ehrenkalender als Theorbist geführt wurdeKaiserlich-Königlicher Hof- und Ehrenkalender. Fachner, 1731; . und nach seiner Rekonvaleszenz 1730 auch nochmals kurzfristig nach Wien zurückkehrte. In den Gehaltslisten des Wiener Hofs taucht Sarao 1729 mit einem Gehalt von 1200 fl. auf.Adolf Koczirz: Exzerpte aus den Hofmusikakten des Wiener Hofkammerarchivs. In: Studien zur Musikwissenschaft. 1913, S. 278–303; . In der Darstellung von Ludwig von Köchel ist er allerdings erst ab 1741 in den Gehaltslisten zu finden, mit einem Gehalt von zuletzt 1000 fl. jährlich.Ludwig von Köchel: Die kaiserliche Hof-Musikkapelle in Wien von 1543 bis 1867. Beck’sche Universitätsbuchhandlung, Wien 1869, S. 84; .

Er war verheiratet mit seiner Frau Camilla, die 1748 im Alter von 46 Jahren starb. Er ist möglicherweise verwandt mit Domenico Sarao, der ab 1699 als Erzlautenist in Barcelona nachgewiesen ist.Guido Olivieri: String Virtuosi in Eighteenth-Century Naples Culture, Power, and Music Institutions. Cambridge University Press, Cambridge 2024, ISBN 978-1-009-27368-8, S. 200; DOI:10.1017/9781009273671.007. Als sein Nachfolger als Lautenist an der neapolitanischen Hofkapelle ist 1734 und 1737 ein Matteo Sarao zu finden, auch er möglicherweise ein Verwandter. Angeblich waren beide seine Brüder.

Werke In hac die, Motette in C-Dur

Literatur Robert Eitner: Biographisch-Bibliographisches Quellen-Lexikon der Musiker und Musikgelehrten der christlichen Zeitrechnung bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. 8. Band. Breitkopf & Härtel, Leipzig 1903, S. 425; . Josef Zuth: Handbuch der Laute und Gitarre. Verlag der Zeitschrift für die Gitarre, Wien 1926, S. 242; .

Weblinks Gioacchino Sarao im RISM-Opac. Gioacchino Sarao (Nome), Musico Napolitano (italienisch)

Einzelnachweise

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