mini|St. Michael in Abtsgmünd Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Michael steht in Abtsgmünd, einer Gemeinde im Ostalbkreis in Baden-Württemberg. Das Bauwerk ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen. Die Kirchengemeinde gehört zum Dekanat Ostalb in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Geschichte In spätstaufischer Zeit zwischen 1200 und 1250 entstand die erste Kirche, die zunächst Filial der Urpfarrei Hüttlingen war. Romanische Säulenkapitelle im Untergeschoss des Turms sind die ältesten Bauzeugen der Gemeinde Abtsgmünd. Mehr als 250 Jahre lang diente dieser kleine Raum als Chor der Kirche in der Form der damals bevorzugten Chorturmkirchen mit ummauertem Friedhof.

1472 erfolgte unter den Herren von Hürnheim ein Umbau der Kirche mit der Erstellung eines geräumigen Chores.

1751 wurde die Kirche unter dem Ellwanger Fürstpropst Graf Franz Georg von Schönborn umgebaut. Der spätgotische Chor und der Kirchturm wurden barockisiert und ein neues Schiff erbaut.

Im 19. Jahrhundert war die Kirche zu klein geworden, sodass 1883 mit dem Bau einer neugotischen Basilika nach Plänen des Stadtbaumeisters Hecker aus Aalen als vierter Kirchenbau an dieser Stelle begonnen wurde. Am 3. September 1885 wurde das neue Gotteshaus in Anwesenheit von Bischof Karl Joseph Hefele durch Dekan Georg Kollmann aus Unterkochen benediziert. Die endgültige Weihe vollzog Bischof Paul Wilhelm von Keppler im April 1902. 1985 wurden zum 100-jährigen Jubiläum umfangreiche Renovierungen vorgenommen, ebenso 2012.

Architektur und Ausstattung mini|hochkant|Portal Das Langhaus besteht aus einem Mittelschiff und zwei Seitenschiffen, die von Strebepfeilern gestützt werden, zwischen denen sich Maßwerkfenster befinden. Der dreiseitig geschlossene Chor im Osten des Mittelschiffs weist ebenfalls Strebepfeiler und Maßwerkfenster auf. Das Erdgeschoss des Chorflankenturms an der Südwand des Chors ist noch romanisch, das oberste, achteckiges Geschoss beherbergt die Turmuhr und den Glockenstuhl mit vier Glocken und ist mit einem gestuften Helm bedeckt. Die Fassade im Westen vor dem Mittelschiff ist mit einer Fensterrose verziert. Am südlichen Zugang zur Pfarrkirche steht ein Bildstock des heiligen Leonhard.

Bischof Paul Wilhelm von Keppler bezeichnete im Jahr 1902 den Bau als "eine der herrlichsten Landeskirchen der Diözese".

Orgel Die Orgel wurde 1885 mit 20 Registern auf zwei Manualen und Pedal von Friedrich Weigle gebaut und 1975 von Weigle umgebaut.

Rechberg-Kreuz mini|Rechberg-Kreuz vor dem Kirchturm Vor der Kirche ist seit 1994 das Rechberg-Kreuz aufgestellt; dieses auf das Jahr 1331 datierte Kreuz ist das zweitälteste Steinkreuz in Baden-Württemberg. Es wurde vermutlich von einer Seitenlinie der Grafen von Rechberg geschaffen.Abtsgmünd, suehnekreuz.de, abgerufen am 8. Juni 2008.

Literatur

Weblinks

Beschreibung der Kirche auf der Website der Seelsorgeeinheit Oberes Kochertal

Einzelnachweise

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