mini|200px|Jojachin aus „Promptuarii Iconum Insigniorum“ Jojachin (, * um 616 v. Chr.; † nach 560 v. Chr.) war König von Juda als Nachfolger seines Vaters Jojakim.

Etymologie Der hebräische Name ist ein theophorer Satzname, der sich aus den Elementen , der Kurzform des Gottesnamens JHWH, und dem Verb im Hif'il „aufstellen, bestimmen, bestätigen, festigen“ zusammensetzt. Der Name wird daher mit „der bestätigt“, „der festigt“ oder auch „der verleiht Beständigkeit“ übersetzt.

Als Namensvarianten erscheinen: (in den Königsbüchern) und seine Kurzform , und seine Kurzformen und ( und ), die die Reihenfolge von Prädikat und Subjekt vertauschen.

Die Septuaginta gibt den Namen mit , die Vulgata mit Ioiachin, Ioachin oder Ioachim wieder. Keilschriftlich taucht der Name als Ja’ukīnu, Ja-ki-in-ilu und babylonisch Ya'ukin šar matYaudaya auf.

Leben Im Jahr 605 v. Chr. unterwarf der babylonische König Nebukadnezar II. Juda und machte es zu einem tributpflichtigen Vasallenstaat. Jojachins Vater Jojakim starb vermutlich während der auf einen Aufstand folgenden ersten Belagerung Jerusalems in 598/7 v. Chr. Jojachin wurde nun mit 18 Jahren neuer König. Seine Herrschaft währte nur drei Monate und zehn Tage.A. K. Grayson: Assyrian and Babylonian Chronicles. Augustin, Locust Valley NY 1975, , S. 102.2. Buch der Könige 24,11–12.2. Buch der Chronik 36,9. Er ergab sich Nebukadnezar und verhinderte so die Zerstörung Jerusalems, wurde jedoch mit der Oberschicht für etwa 37 Jahre nach Babylon verschleppt (siehe Babylonisches Exil).

Die Grundzüge der biblischen Berichte werden durch die Babylonische Chronik bestätigt. Darüber hinaus berichten keilschriftliche Rationenzuteilungslisten, die ins Jahr 592 v. Chr. datiert werden, dass Jojachin im Alter von 23 Jahren mit fünf Söhnen und weiteren Judäern als Geiseln am Hof Nebukadnezars lebte.

Durch Nebukadnezars Nachfolger Ewil-Merodach (Amēl-Marduk) wurde er – bei anhaltender Verbannung – aus dem Kerker bzw. Hausarrest entlassen und erhielt einige Privilegien gegenüber den anderen gefangenen Königen. Dies sollte wohl die Kooperation der Exilanten gegenüber den Babyloniern belohnen. Er gilt als Begründer des Exilarchats.

Babylonische Verwaltungsurkunden Während der Ausgrabungen um 1900 fand Robert Koldewey in der Südburg Babylons Verwaltungsurkunden, die Lebensmittelrationen für Jojachin und fünf seiner sieben Söhne beschreiben.Georg Stadtmüller: Saeculum: Jahrbuch für Universalgeschichte, Band 19. K. Alber, 1968, S. 146. 1933 gelang es erstmals, die Keilschrift auf solch einer Tafel zu entziffern. Es wurde genau dokumentiert, was Jojachin damals verspeiste. Insgesamt sind vier unterschiedliche Quittungen erhalten, in denen König Jojachin erwähnt ist. Eine solche Keilschrifttafel ist im Vorderasiatischen Museum zu Berlin öffentlich ausgestellt.

Literatur

Albert Kirk Grayson: Assyrian and Babylonian Chronicles. Augustin, Locust Valley NY 1975 (Texts from cuneiform sources 5, ).

Weblinks

Keilschrifttafel mit Nennung des Königs Jojachin (Joachin) von Juda (Vorderasiatisches Museum Berlin), Bpk-Images.de

Anmerkungen

Kategorie:Davidide Kategorie:König (Israel) Kategorie:Person im 2. Buch der Chronik Kategorie:Geboren im 7. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Gestorben im 6. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Mann Kategorie:Person im 2. Buch der Könige Kategorie:Person im Tanach