Victor Karl Lindner (* 21. Januar 1856 in Hirschberg in Schlesien; † 16. Oktober 1930 in MannheimWerner / Rinker-Olbrisch: Bürgerliches Bauen, S. 353.) war ein deutscher Architekt, der vornehmlich in Mannheim und Umgebung wirkte.

Leben mini|hochkant|Kriemhildenstraße 7 in Worms, mit Dekoration zum Rosenfest mini|hochkant|Ehemalige Filiale der Pfälzischen Bank in Worms mini|hochkant|Ehemalige Filiale der Pfälzischen Bank in Kaiserslautern Zur Ausbildung von Lindner ist wenig bekannt, er hatte – noch nicht selbstverständlich für Architekten des ausgehenden 19. Jahrhunderts – eine akademische Ausbildung. Im März 1884 oder kurz vorher zog er nach Mannheim, wo er dem Unterrheinischen Bezirk des Badischen Architecten- und Ingenieur-Verein beitrat und sich in den folgenden Jahren auch aktiv engagierte. Über viele Jahre war er Vorstandsmitglied. 1891 wurde er badischer Staatsbürger. Er blieb unverheiratet.Werner / Rinker-Olbrisch: Bürgerliches Bauen, S. 353 f. Für die Publikation „Mannheim und seine Bauten“Unterrheinischer Bezirk des Badischen Architecten- und Ingenieur-Vereins (Hrsg.): Mannheim und seine Bauten. Mannheim 1906., die zur Jubiläumsausstellung „400 Jahre Mannheim“ (1907) erschien, schrieb er den Beitrag über die Wohnhäuser und Villen.

Bauten Ein komplettes Werkverzeichnis von Victor Lindner gibt es bislang nicht. 1893: Wohnhaus für Clemens Boller in Worms, Kriemhildenstraße 7 (im Stil der Neorenaissance; im Zweiten Weltkrieg zerstört)Werner / Rinker-Olbrisch: Bürgerliches Bauen, S. 164–166. 1906–1907: Wohnhaus für den Arzt Karl Riedl in Ludwigshafen, Friedrichstraße 7 (neobarock; unter Denkmalschutz)Oexner, S. 168 f. Villa für die Witwe von Dr. Michel in Mannheim, Kaiserring 42/44 (mit außergewöhnlichen Wintergärten; im Zweiten Weltkrieg zerstört)Ferdinand Werner: Mannheimer Villen. Architektur und Wohnkultur in den Quadraten und der Oststadt. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2009, ISBN 978-3-88462-289-6, S. 202, Abb. 343.

Außerdem war Victor Karl Lindner der „Hausarchitekt“ der Pfälzischen Bank mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, er plante und baute in dieser Eigenschaft: 1890: Filiale der Pfälzischen Bank in Worms (Monumentalbau im Stil der Neorenaissance; unter Denkmalschutz)Werner / Rinker-Olbrisch: Bürgerliches Bauen, S. 354.Irene Spille (Bearb.): Stadt Worms. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Band 10.) Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1992, ISBN 3-88462-084-3, S. 128. 1895?: Filiale der Pfälzischen Bank als Umbau des vormaligen Bankhauses von Lazarus Maas in Mannheim, E 3,16 (unter Denkmalschutz)Werner / Rinker-Olbrisch: Bürgerliches Bauen, S. 354.Astrid Hansen: Allen Menschen Recht gethan, ist eine Kunst die niemand kann. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, Nachrichtenblatt der Landesdenkmalpflege, 32. Jahrgang 2003, Heft 4, S. 332–337. 1899 fertiggestellt: Umbau der Zentrale der Pfälzischen Bank in LudwigshafenPfälzische Bank (Hrsg.): Zur Einweihung des neuen Bankgebäudes der Pfälzischen Bank in Ludwigshafen a. Rh. 3. Juni 1899. Franz’sche Hofbuchdruckerei, München 1899.Das Gebäude war ursprünglich das Stadtpalais der Familie von GienanthWerner / Rinker-Olbrisch: Bürgerliches Bauen, S. 354 und Anm. 1356. und wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. 1907–1908: Filiale der Pfälzischen Bank in Kaiserslautern, Stiftsplatz 9 (mit vereinzelten Jugendstil-Motiven; unter Denkmalschutz)Oexner, S. 130 f.Werner / Rinker-Olbrisch: Bürgerliches Bauen, S. 354 und Anm. 1357.

Außerdem beteiligte er sich gemeinsam mit dem Münchener Architekten W. Spannagel am Architekturwettbewerb für die städtische Festhalle Rosengarten in Mannheim, der Entwurf wurde mit dem 2. Preis prämiert.Deutsche Bauzeitung, 32. Jahrgang 1898, Nr. 94 (vom 3. November 1898), S. 608. (Notiz zum Wettbewerbs-Ergebnis)Werner / Rinker-Olbrisch: Bürgerliches Bauen, S. 354. Nach 1900 war er an den Planungen einer Wagenhalle für die elektrische Straßenbahn in Mannheim beteiligt.Voranschlag des Architekten Victor Lindner, Mannheim, für den hochwohllöblichen Stadtrat der Stadt Mannheim über die Erbauung eines Werkstätten- und Remisengebäudes der elektrischen Straßenbahn Mannheim. In: Marchivum, 1/1954_00202 Allgemeines über Hochbau, 1900–1907 (Akte); abgerufen am 6. Januar 2023.

Literatur Mara Oexner (Bearb.): Stadt Kaiserslautern. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Band 14.) Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1996, ISBN 3-88462-131-9, passim. Ferdinand Werner, Margit Rinker-Olbrisch: Bürgerliches Bauen in Worms 1840–1930. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2023, ISBN 978-3-88462-415-9, passim.

Einzelnachweise

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