Der Bloc pour la démocratie et l’intégration africaine (BDIA, «Faso Jiggi» in der Sprache Bambara, dt.: „Block für Demokratie und afrikanische Integration“) ist eine Politische Partei in Mali. Sie wurde 1993 gegründet. Derzeit (2024) ist Souleymane Makamba Doumbia der Parteiführer.

Geschichte Opposition 1993–2002 Die Partei wurde im April 1993 auf Initiative von Tiéoulé Mamadou Konaté durch eine Abspaltung der Union Soudanaise-Rassemblement Démocratique Africain (US-RDA) gegründet. Tiéoulé Mamadou Konaté wurde auch der erste Präsident der Partei. Er verstarb durch einen Unfall im Oktober 1995.

Seit dem ersten Parteikongress beanspruchte die Partei, in Opposition zu Präsident Alpha Oumar Konaré zu stehen. Dementsprechend wurde Hamaciré N’Douré zum Präsidenten gewählt, ein Anwalt und ehemaligen Minister von Präsident Modibo Keïta, sowie unter dem Militärregime von Moussa Traoré.M. Hamaciré N’Douré à la présidence du parti d’opposition BDIA. In: Afrique express. N° 117, 25. Juli 1996 afrique-express.com

1997, nach der Annullierung der Parlamentswahlen im April, boykottierte der BDIA, zusammen mit den anderen Parteien der Coppo (Collectif des partis politiques de l’opposition, dt. Kollektiv oppositioneller politischer Parteien), die Parlamentswahlen vom 20. Juli 1997, sowie die Kommunalwahlen im folgenden Jahr.L’Essor. 17. April 2003. Man entschloss sich jedoch, für die Kommunalwahlen 1999 Listen vorzulegen, wodurch die Partei in 375 Gemeinderäten gewinnen konnte.A. Lam, BDIA: 10 bougies et des ambitions intactes. In: L’Essor. 17. April 2003.

Beim 2. Parteikongress 2001 wurde Ibrahim Bocar Bah Präsident des BDIA.

Seit 2002, Unterstützung für Amadou Toumani Touré Für die Präsidentschaftswahl 2002 unterstützte der BDIA die Kandidatur von Amadou Toumani Touré. Im Juli 2002 wurde der BDIA Teil der Koalition «Alliance Alternance et changement» (ACC, dt. Allianz Wechsel und Veränderung), welche Präsident Amadou Toumani Touré unterstützt und drei Stellvertreter erhielt. Der BDIA trat der Regierung von Ahmed Mohamed ag Hamani mit N’Diaye Fatoumata Coulibaly als Ministerin für soziale Entwicklung und Solidarität bei. Ibrahim Bocar Bah wurde vom Präsidenten zum Botschafter in Brüssel ernannt.

Die Nachfolgeregelung von Ibrahim Bocar Bah an der Spitze der Partei führte zu dramatischen Szene. Anhänger eines der Kandidaten, Djibril Souleymane N’Diaye, bestritten die Wahl von Souleymane Makanba Doumbia während des Kongresses in Bamako am 28. Mai 2005 und beschlossen, von ihren Führungspositionen innerhalb der Partei zurückzutreten.L’Indépendant. 31. Mai 2005.

2007 unterstützte der BDIA ab der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen die Kandidatur des scheidenden Präsidenten Amadou Toumani Touré innerhalb der Allianz für Demokratie und Fortschritt (Alliance pour la démocratie et le progrès)L’ADP est née: Objectif un second mandat pour ATT. Le Républicain (Mali). 11. Dezember 2006. und erhielt dafür einen Stellvertreter bei den Parlamentswahlen.Résultats définitifs des Législatives – l’Adéma/PASJ perd dans trois localités. In: Les Échos. 13. August 2007.

Auf dem Weg zur Wiederherstellung der großen Familie der Union Soudanaise-Rassemblement Démocratique Africain Im Februar 2008 wurde Eine BDIA-Delegation unter der Leitung des Präsidenten Souleymane Makamba von Badra Alou Macalou, der Generalsekretärin des Nationalen Exekutivbüros der Union Soudanaise-Rassemblement Démocratique Africain (US-RDA), empfangen, um über eine zukünftige Neukonstituierung der „großen US-RDA-Familie“ zu diskutieren.Daba Balla Keïta: BDIA/US-RDA Vers la reconstitution de la grande famille RDA. In: Nouvel Horizon. 25. Februar 2008. (malikounda.com)

Der BDIA, welcher seinen Kongress am 14./15. November 2009 abhielt, bestätigte, dass er der US-RDA beitreten möchte, um eine neue politische Partei zu gründen, welche die Parteien der US-RDA, darunter die BDIA und die Parti de l’indépendance pour la démocratie et la solidarité, zusammenbringen wird. Diese neue Partei, die Parti de l’indépendance du Rassemblement démocratique africain (PI-RDA), sollte Ende des Jahres gegründet werden.Ibalus Junior Cabral: Reconstitution de la grande famille US RDA: Le PI-RDA sans le PIDS? In: Le National. 30. November 2009. maliweb.net

Am 1. Mai 2010 wurde ein Vereinigungskongress, an dem die Führer der US-RDA, des BDIA, von Mali Joton und der Union pour la démocratie citoyenne teilnahmen, traf sich im Internationalen Konferenzzentrum in Bamako mit dem Ziel, eine neue Partei, die Union malienne du Rassemblement démocratique africain (Union malienne RDA Faso Jigi), zu gründen und die jeweiligen Parteien aufzulösen.

Wahlergebnisse + Wahlergebnisse seit 1992JahrWahlErgebnisse, Anmerkungen 1997 Präsidentschaftswahl 1997Wahlboykott 1997 Parlamentswahl 1997Wahlboykott 1998 Kommunalwahlen in Mali Wahlboykott 1999 Kommunalwahlen 199375 Gemeinderäte. 2002 Präsidentschaftswahl 2002Unterstützung von Amadou Toumani Touré 2002 Parlamentswahl 20023 Abgeordnete (von 147), Mitglied der Koalition Alternance et changement (von Amadou Toumani Touré) 2004 Kommunalwahlen12 Bürgermeister (von 703), 187 Gemeinderäte2007Wahl der conseillers nationaux 2007Keine Wahlerfolge 2007 Präsidentschaftswahl 2007 Mitglied der Alliance pour la démocratie et le progrès, Unterstützung von Amadou Toumani Touré 2007 Parlamentswahl 20071 Abgeordneter (von 147) 2009 Kommunalwahlen 200971 GemeinderäteMali, Ministère de l’administration territoriale et des collectivités locales, Nombre de conseillers communaux obtenus par partis, 2009. matcl.gov.ml

Weblinks Virginie Baudais, Grégory Chauzal: Les partis politiques et l’«indépendance partisane» d’Amadou Toumani Touré. Revue Politique Africaine. shs.cairn.info 2006.

Einzelnachweise

Kategorie:Partei (Mali) Kategorie:Parteigründung 1993