Milan Ciganović (serbisch: Милан Цигановић) (* 1888; † 1. September 1927) war ein serbischer Terrorist. Durch seine Taten wurde der Mordanschlag auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand und dessen Ehefrau Sophie möglich. Hierdurch wurde die Julikrise ausgelöst, die zum Ersten Weltkrieg führte.

Beschreibung Ciganovic war ein Mitglied der Narodna Odbrana, einer geheimen nationalistischen Organisation. Offiziell war Ciganovic bei der serbischen Eisenbahn beschäftigt. An die späteren Attentäter Nedeljko Čabrinović, Gavrilo Princip und Trifko Grabež überreichte er Waffen und Gift. In dem Belgrader Park Topčider erteilte Ciganovic Princip Schießunterricht. Nach dem Attentat geriet er zügig ins Fadenkreuz der Ermittlungen, so schrieb der leitende Ermittler in Sarajewo, Sektionsrat Friedrich Wiesner, in seinem Bericht vom 13. Juli 1914 an das kaiserliche und königliche (k. u. k.) Außenministerium u. a.:

Der australische Historiker Christopher Clark vermutet, dass Ciganovic, ein V-Mann des serbischen Ministerpräsidenten Nikola Pašić innerhalb der konspirativen serbischen Offiziersorganisation Schwarze Hand war.Christopher Clark: Die Schlafwandler: Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2013, ISBN 978-3-421-04359-7, S. 89; auf S. 496 schreibt Clark diese Vermutung jedoch Luigi Albertini zu. Nach dem Krieg erhielt er vom jugoslawischen Staat ein Grundstück als Prämie. Dort arbeitete er dann als Bauer.

Einzelnachweise

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