mini|Katholische Pfarrkirche Hll. Peter und Paul in Strögen
Die römisch-katholische Pfarrkirche Strögen steht östlich des Ortes Strögen in der Gemeinde St. Bernhard-Frauenhofen im Bezirk Horn in Niederösterreich. Die dem Patrozinium der Heiligen Peter und Paul unterstellte Pfarrkirche gehört zum Dekanat Horn in der Diözese St. Pölten. Die Kirche und der Friedhof stehen unter Denkmalschutz ().
Geschichte Um 1067/1076 erfolgte die Stiftung des Klosters St. Nikola in Passau durch Bischof Altmann von Passau. In der auf den 30. September 1067 datierten „Stiftungsurkunde“ erfolgt die Nennung der Pfarren Neukirchen an der Wild, Rohrenbach, Mold, Rietenburg und Strögen, wo das neu gegründete Kloster gewisse Einkünfte erhielt. In der lokalen Traditions hat man sich auf 1076 als daum der urkundlichen Erstnennung verständigt, weshalb im Jahr 2026 das 950-jährige Jubiläum von Strögen gefeiert wurde. 1349 wird die Pfarre formell dem Stift Altenburg inkorporiert.
Im Jahr 1427 wurde die Kirche von den Hussiten zerstört in der Folge wiederaufgebaut. 1437 wurde die Kirche durch Weihbischof Mathias von Krummau, Weihbischof von Passau neu geweiht. 1661 erfolgte die Einwölbung des Langhauses durch den Baumeister Bartholomäus Lucas von Waidhofen.
Architektur An das im Kern romanische Langhaus schließt im Osten ein gotischen Chor. Im Süden ist an den Chor ein spätgotischer Südturm angebaut. Die Kirche liegt inmitten des von einer Mauer eingefassten Kirchhofs und bildet gemeinsam mit dem Pfarrhof und den anschließenden Wirtschaftsgebäuden einen eigenen Pfarrbezirk der sich rund 700 Meter östlich des eigentlichen Ortses befindet.
Das Kirchengebäude zeigt ein ungegliedertes Langhaus dessen Nord-, West- und Südmauer noch das Hochmittelalter zurückgehen. Das romanische Bruchsteinmauerwerk des Langhauses ist streng horizontal geschichtet und zeigt stellenweise opus spicatum. Die Wände des Langhauses wurden beim Wiederaufbaum nach den Zerstörungen durch die Hussiten nach 1427 erhöht und damit das ursprüngliche basilikale Schema des Gründungsbaus des 11. Jahrhunderts aufgegeben, mehrere gotische Spitzbogenfenster in der Südwand sind vermauert. Der leicht eingezogene Chor aus dem 14. Jahrhundert zeigt Strebepfeiler und schmale Spitzbogenfenster, die Fenster im Chorschluss ist zweibahnig, das Maßwerk der Fenster ist teilweise erneuert. Der mächtige spätgotische Turm im südlichen Chorwinkel trägt ein Walmdach, er hat spitzbogige im Osten gekuppelte Schallfenster mit archaisch wirkendem Maßwerk. Im Osten des Turms schließt die Ruine der ehemaligen Sakristei an. Südlich am Langhaus befinden sich ein barocker Vorraum und eine Treppe zur Empore.
An der Südwand des Turmes befinden sich drei eingemauerte romanische Steinköpfe sowie ein Putzrelief der Schlüssel Petri. An der Südwand des Chores zeigt sich eine stark fragmentierte Wandmalerei Christus im Garten Gethsemane aus dem 17. Jahrhundert.
Das Kircheninnere zeigt ein vierjochiges Langhaus unter einem Tonnengewölbe mit Stichkappen aus 1661 auf Wandpfeilern mit einem profilierten Gesims, auf den Pfeilern befinden sich Stuckrahmenfelder mit lesbischen Cyma, an den Stichkappen befinden sich Stuckrosetten. Der hohe Triumphbogen ist spitzbogig. Der zweijochige Chor mit einem Fünfachtelschluss hat ein Kreuzrippengewölbe mit runden Schlusssteinen über verschieden gestalteten Konsolen, das umlaufende Kaffgesims ist mit den Diensten verschnitten. In der Nordwand des Chores befindet sich eine gotische Sakramentsnische mit einer skulptierten Rahmung mit einem Ziergiebel und Fialen, das Gitter selbst ist aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, gegenüber befindet sich in der Südwand des Chores eine dreiachsige Sessionsnische mit Giebeln, Fialen und Resten von Maßwerk, daneben befindet sich eine Lichtnische mit einem Dreipassbogen, wobei sich an der Triumphbogenwand und an der Langhaussüdwand zwei weitere Lichtnischen befinden. An der Südostwand des Chores befindet sich ein Lavabo-Nische mit einem Dreipassabschluss. An der Chorostwand befindet sich eine Rötelinschrift um 1600. Die Sakristei im Turmerdgeschoß hat ein Platzlgewölbe aus dem 18. Jahrhundert. Der südseitige Vorraum am Langhaus hat ein Stichkappentonnengewölbe und dient mit einer Treppe als Aufgang zur Empore.
Einrichtung Der Hochaltar nennt auf Aufsatz die Jahresangabe 1632, der Altar hat einen Tabernakel und seitlich Opfergangsportale, der Altaraufbau zeigt einen reich ornamentierten Sockel, gedrehte Säulen und ein verkröpftes Gebälk sowie einen Ädikulaaufsatz, er zeigt das Altarblatt Mariä Himmelfahrt vom Maler Georg Kurz und trägt die Figuren der Heiligen Peter und Paul vom Bildhauer Caspar Leusering, gefasst vom Maler Johann Hobel 1630 und trägt im Auszug die Figurengruppe Dreifaltigkeit als Gnadenstuhl, flankiert von den Heiligen Georg und Margarete, auf den Opfergangsportalen befinden sich die Gemälde Verkündigung, über dem Tabernakel befindet sich ein Kruzifix aus dem 18. Jahrhundert.
Diverse Skulpturen und Bilder aus der Kirche befinden sich im Stift Altenburg in Verwahrung.
Der bemalte Orgelkasten entstand im 18. Jahrhundert und enthält ein Orgelwerk mit zehn Registern. Eine Glocke nennt Marie Arnold 1625. Eine Glocke nennt Ferdinand Vötterlechner 1752.
Grabdenkmäler Außen An der Südwand des Langhauses befindet sich ein abgetretener Grabstein mit einem Doppelwappen um 1600. Innen Grabplatte des Pfarrer Ulrichs von Strögen, der zwischen 1315 und 1349 als Pfarrer von Strögen nachweisbar ist. Unter ihm werden die Güter der Pfarre Strögen beträchtlich gemehrt. Ulrich stirbt laut der Inschrift auf seiner Grabplatte am 1. Oktober 1349: ANNO D[OMI]NI MCCCXLIX IN DIE S[AN]C[T]I REMIGII D[OMI]N[U]S ULRICUS PLEBANUS IN STREGEN HIC SEPULTUS IN FOSSA. „Im Jahr des Herrn 1349, am Tag des heiligen Remigius, wurde Herr Ulrich, Pfarrer in Strögen, hier im Grab beigesetzt.“ .
Literatur Strögen, Gemeinde St. Bernhard-Frauenhofen, Pfarrkirche Hll. Peter und Paul, Pfarrhof, Friedhof. In: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Niederösterreich nördlich der Donau 1990. S. 1157–1158. Oliver Fries, Die mittelalterliche Baugeschichte der Pfarrkirche Hll. Peter und Paul in Strögen. In: Das Waldviertel 67 (2018), S. 286–300.
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