Lisa Frankenstein ist eine US-amerikanische Horrorkomödie aus dem Jahr 2024, die unter der Regie von Zelda Williams nach einem Drehbuch von Oscar-Preisträgerin Diablo Cody entstand. In den Hauptrollen spielen Kathryn Newton, Cole Sprouse und Liza Soberano.
Handlung
Es ist das Jahr 1989: Ein Mädchen namens Lisa Swallows kämpft immer noch damit, den Verlust ihrer Mutter zu verkraften, die zwei Jahre zuvor von einem Axtmörder getötet wurde. Ihr Vater Dale hat inzwischen eine Frau namens Janet geheiratet, die eine Tochter namens Taffy aus einer früheren Beziehung mit in die Ehe bringt. Lisa, die eine romantische Ader hat und Gedichte schreibt, verbringt viel Zeit auf dem Friedhof Bachelors Grove Cemetery und himmelt dort Bücher lesend und die friedliche Ruhe genießend die altertümliche Statue eines in jungen Jahren beerdigten Mannes an.
Gemeinsam fahren Lisa und Taffy, die ihre Stiefschwester Lisa ermutigt, soziale Kontakte zu knüpfen, mit dem Auto zu einer Party. Dort hat Lisa eine unangenehme Begegnung mit Michael, ihrem Schwarm, und wird unwissentlich durch das Trinken eines alkoholischen Getränks unter Drogen gesetzt. Auf einem psychedelischen Trip wird sie von ihrem Laborpartner Doug Marands sexuell belästigt. Lisa kehrt zum Friedhof zurück und spricht zum Grab eines Mannes, der 1837 starb; ein Pianist, der sich in eine Frau verliebt hatte, bevor sie ihn für einen anderen Mann verließ, und der anschließend durch einen Blitzschlag getötet wurde. Ein Blitzschlag trifft sein Grab, nachdem Lisa gegangen ist, und der Junge wird als Zombie wieder zum Leben erweckt.
Als sich Lisa in den Abendstunden allein im Wohnzimmer den Horrorfilm Day of the Dead von George A. Romero von 1985 anschaut, dringt der jung verstorbene Mann, dessen Grab Lisa regelmäßig besucht und der im Abspann des Films als „Das Wesen“ bezeichnet wird, in das Haus ein, indem das von den Toten auferstandene Wesen eine Fensterscheibe einschlägt. Die panisch durch das Haus vor dem mit dunkler Friedhofserde bedeckten Wesen davonrennende Lisa reagiert zunächst verängstigt, erkennt aber schließlich in ihm den viktorianischen Kerl, dessen Grab sie verehrt, und beschließt, ihn in ihrem Schrank zu verstecken. Das schmutzige Wesen, das Lisa zur körperlichen Reinigung unter die Dusche stellt, ist stumm und ihm fehlen mehrere Körperteile wie die rechte Hand, das linke Ohr – und der Penis.
Lisa behauptet, ein in das Haus eingedrungener Einbrecher habe das vom Wesen angerichtete Chaos verursacht, doch Janet beschleicht der Verdacht, ihre womöglich psychisch kranke Stieftochter Lisa erfinde diese Geschichte, um Aufmerksamkeit zu erregen. Als Stiefmutter Janet die Drohung äußert, Lisa in eine Anstalt zu schicken, erschlägt das Wesen, das aus dem Wandschrank kommt, hinterrücks die aufgebrachte Stiefmutter und schneidet der zu Boden gegangenen Frau das linke Ohr ab. Anschließend entsorgen Lisa und das Wesen die Leiche von Janet in der Dunkelheit der Nacht auf dem Friedhof in einer Grube. In ihrem rosafarbenen Jugendzimmer, in dem ein Poster des Horrorfilms Creature from the Black Lagoon hängt, näht Lisa dem Wesen an der linken Seite seines Kopfes mit Nadel und Faden das abgetrennte Ohr ihrer Stiefmutter Janet an. Allerdings funktioniert der neu gelegte Gehörgang als totes Körperteil ohne einen elektrischen Impuls nicht, weshalb sich das Wesen unter Taffys strahlendes Solarium legt, um das Ohr wiederzubeleben. Darüber hinaus erhält das Wesen durch das künstliche Sonnenbad wieder ein menschlicheres Aussehen. Mit bösen Hintergedanken lockt Lisa ihren Mitschüler Doug, der sich zu dem Mädchen hingezogen fühlt, bei Tag auf den Friedhof, damit sie ihm für das Wesen die rechte Hand abschneiden kann. Mit einer Axt erschlägt das Wesen den flüchtenden Jungen Doug und versteckt seinen leblosen Körper in der Friedhofsgrube neben Janets Leiche. Als das Wesen mit der angenähten Hand von Doug wieder Klavier spielen kann, beginnt es, eine emotionale Bindung zu Lisa aufzubauen. Am heimischen Flügel interpretiert das Wesen den Song Can’t Fight This Feeling von REO Speedwagon und Lisa tanzt dazu singend durch das Zimmer. Nach und nach verändert Lisa ihren Modestil und legt sich ein düsteres Grufti-Outfit zu.
In Bezug auf das Verschwinden von Janet und Doug leitet die Polizei, die Lisa im Büro des Schuldirektors verhört, ein Ermittlungsverfahren ein. Lisa weigert sich, bei den Ermittlungen mitzuarbeiten und macht sich auf die Suche nach ihrem schulischen Schwarm Michael, den sie in dessen Zuhause in flagranti im Bett mit Taffy erwischt. Am Boden zerstört bekommt Lisa einen Tobsuchtsanfall. Das Wesen stürmt herein und hackt, während der Soul-Song On the Wings of Love von Jeffrey Osborne erklingt, in Zeitlupe blutspritzend Michaels Geschlechtsteil mit der Axt ab, das in hohem Bogen in einen Papierkorb fliegt. Als das Wesen ebenso Taffy, die sich schreiend hinter einem Kopfkissen versteckt, anzugreifen versucht, hält Lisa den wandelnden Untoten davon ab und folgt ihm, als er zum Friedhof flieht. Lisa gibt Taffy den Rosenkranz ihrer Mutter als Zeichen der Wertschätzung für ihre Freundlichkeit und ihr Mitgefühl, bevor sie das Wesen in den Wald verfolgt.
Inzwischen gilt der Friedhof Bachelors Grove als Tatort, weshalb ein gelbes polizeiliches Flatterband Police Line Do Not Cross die ausgehobene Grube absperrt, in der man die Leichen von Schulkamerad Doug und Stiefmutter Janet aufgefunden hat. Mit Mimik und Gestik gesteht das Wesen dort dem Mädchen Lisa seine Liebe. Gemeinsam verlassen Lisa und der Untote, nachdem sie eine plötzlich erschienene Polizistin in die offene Grube geworfen haben, den Friedhof. Vor dem Untoten kniend, näht Lisa daheim dem Wesen zwischen den Beinen das Geschlechtsteil des High-School-Schülers Michael an, um miteinander Sex haben zu können. Für Lisa ist es der erste Geschlechtsverkehr überhaupt. In einer animierten Sequenz aus schwarz-weißen Bildern, in Anlehnung an den Film Die Reise zum Mond von Georges Méliès von 1902, fliegen Lisa und das Wesen auf einer Rakete reitend zum grell leuchtenden Vollmond und landen im rechten Auge des Mondgesichts. Danach überredet Lisa das Wesen, sie im Solarium durch einen Stromschlag zu töten, um einer Verhaftung zu entgehen. Das Wesen tut, worum sie gebeten hat, und Lisa verbrennt.
Vater Dale und Stiefschwester Taffy besuchen später Lisas Grab. Taffy ist beunruhigt, als sie entdeckt, dass jemand Lisas Grabstein eine mysteriöse Inschrift hinzufügte: „Geliebte Ehefrau“. Auf einer Parkbank an einem See sitzend, liest das Wesen, mit einem Mal zu Stimme gekommen, das Gedicht „O Mary Dear“ von Percy Shelley vor. Eine auferstandene Lisa, die wegen der Brandwunden rundherum weiße Verbände trägt, liegt daneben mit ihrem Kopf auf dem Schoß des Wesens und öffnet ihre Augen.
Besetzung und Synchronisation Die deutschsprachige Synchronisation übernahm die Interopa Film. Dialogregie führte Nico Sablik, das Dialogbuch schrieb Sven Hasper.
Rolle Darsteller Synchronsprecher Dale Swallows Joe Chrest Frank Schröder die Kreatur Cole Sprouse Patrick Baehr Doug Bryce Romero Hannes Maurer Harvey Ritchie Montgomery Hanns-Jörg Krumpholz Janet Swallows Carla Gugino Nana Spier Lisa Swallows Kathryn Newton Jodie Blank Lori Jenna Davis Luisa Wietzorek Michael Trent Henry Eikenberry Nicolas Rathod Misty Paola Andino Nina Schatton Taffy Swallows Liza Soberano Celina Gaschina Tamara Joey Harris Samina König Tricia Trina LaFargue Joone Dankou Wayne Charlie Talbert Marko Bräutigam
Veröffentlichung In den USA kam der Film am 9. Februar 2024 in die Kinos, der deutsche Kinostart erfolgte am 22. Februar 2024.
Auf Blu-ray Disc erschien der Film am 23. Mai 2024.
Produktion und Hintergrund Der Film wurde von der amerikanischen MXN Entertainment produziert, Produzenten waren Drehbuchautorin Diablo Cody und Mason Novick. Als Executive Producer fungierte Jeffrey Lampert. Den Vertrieb übernahm in den Vereinigten Staaten Focus Features, den internationalen Vertrieb Universal Pictures. Die Dreharbeiten fanden ab August 2022 statt, Drehort war New Orleans im US-Bundesstaat Louisiana.
Die Kamera führte Paula Huidobro, die Musik stammt von Isabella Summers, die Montage verantwortete Brad Turner. Das Set-Design gestaltete Mark Worthington und das Kostümdesign Meagan McLaughlin. Schauspielerin Zelda Williams gab mit diesem Film ihr Debüt als Regisseurin in einem Langspielfilm.
Von der Motion Picture Association erhielt der Film eine PG-13-Einstufung.
Lisa Frank ist eine US-amerikanische Designerin, die unter anderem für Grafiken auf Schulbedarf steht.
In der Szene, in der Lisa Swallows gemeinsam mit ihrem Vater Dale im Wohnzimmer auf der Couch sitzt, schauen sich die beiden im Fernsehen die bekannte TV-Sendung The Joy of Painting des Kunstlehrers Bob Ross an.
Rezeption
Sidney Schering vergab auf filmstarts.de drei von fünf Sternen und bezeichnete den Film als Gruselkomödie mit beachtlichem Kuschelfaktor, vor allem dank einer toll aufspielenden Hauptdarstellerin und verspielten inszenatorischen Ideen.
Oliver Armknecht bewertete den Film auf film-rezensionen.de mit sechs von zehn Punkten. Der Filmmix aus Horror, Komödie und Romanze sei eigentlich ganz sympathisch und zudem gut besetzt, allerdings ziellos und komme oft nicht wirklich voran.
Markus Grunwald gibt dem Film auf myofb.de fünf von zehn Sternen und sagt, dass Zelda Williams eine solide Regiearbeit leistet, das Drehbuch von Diablo Cody scharfsinnig ist, aber der Film nur eine kleine Zielgruppe anspricht, die die Mischung aus Teenie-Horror-Rom-Com interessiert.
Karsten Munt schrieb auf Filmdienst.de, dass der Film nicht allzu sicher zu sein scheine, was genau er mit Frankensteins Monster anfangen möchte. Für eine echte Liebelei fehle der Mut, das Monströse von der Leine zu lassen, traue sich der Film auch nicht. Zur Komödie tauge er noch am ehesten. Was dem Film wirklich fehle, sei das Timing. Er sei zu zögerlich inszeniert, um die Chancen zu nützen, die seine in alle Richtungen des Genrekinos offene Prämisse biete.
Weblinks
Lisa Frankenstein auf upig.de
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2024 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Horrorkomödie Kategorie:Science-Fiction-Film