Mireille Christophe Michel-Lévy, mit vollem Namen Françoise Mireille Blonde Rébecca Christophe Michel-Lévy, geboren am 7. September 1922 in Versailles, ist eine französische Mineralogin.

Sie ist eine Pionierin der experimentellen Mineralogie und gehört zusammen mit ihrem Vater Albert Michel-Lévy zu den ersten, die Versuche bei hohen Drucken und Temperaturen durchführten. Später wendete sie sich der Erforschung von Meteoriten zu. Bereits Mitte der 1960er Jahre nutzte sie die damals noch neue Elektronenstrahlmikroanalyse zur Untersuchung der meist sehr kleinen Kristalle in Meteoriten und war später eine der Ersten, die Raman-Spektroskopie nutzte, um Kohlenstoff aus Meteoriten zu untersuchen.

Sie publizierte die erste Beschreibung eines Calcium-Aluminium-reichen Einschlusses, entdeckte das erste Vorkommen von Grossit in Meteoriten und lieferte die erste Beschreibung eines Aluminium- und Titan-reichen Klinopyroxens. Bis zu ihrem Ruhestand Anfang der 1990er Jahre hatte sie eine Forschungsstelle im CNRS in Paris und publizierte auch darüber hinaus zahlreiche Beschreibungen von Meteoriten und den darin enthaltenen Mineralen.

Heute wohnt sie in Brunoy in der Nähe von Paris.

Leben und Werk Françoise Mireille Blonde Rébecca Michel-Lévy wurde am 7. September 1922 in Versailles bei Paris geboren. Ihr Vater, Albert Michel-Lévy (* 3. Juli 1877; † 2. Mai 1955), war Professor für Geologie und Mineralogie an der Universität von Paris. Ihre Mutter war Margerite Michel-Lévy, geborene Kiefe (* 14. Juni 1887; † 23. Dezember 1971). Sie ist die jüngste von 5 Geschwistern, ihrer ältesten Schwester Hélène Michel-Lévy (* 16. September 1909; † 1. Juni 2002), ihrem im Zweiten Weltkrieg erschossenen Bruder Roger Michel-Lévy (* 24. Juli 1911; † 13. Februar 1944), der acht Jahre älteren Henriette Michel-Lévy (* 11. August 1914; † 6. September 2010) und der 4 Jahre älteren Denise Michel-Lévy (* 25. Januar 1918; † 11. September 2016).

Am 19. November 1949 heiratete sie den Inspektor der SNCF Léon Christophe (* 6. Juli 1909; † 17. Dezember 2003). Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor.

Ihre wissenschaftliche Karriere begann sie 1946 im Labor von Jean Wyart an der Sorbonne in Paris, wo sie zunächst mit ihrem Vater zusammen an Mineralsynthesen unter hohen Druck und Temperaturen arbeitete (z. B. „Reproduction artificielle à haute pression de la biotite et de la hercynite“, 1947). Diese Arbeit mit den schwer zu analysierenden Syntheseprodukten, die Probenmengen sind meist sehr gering und die Kristalle unter einem Mikroskop oft kaum erkennbar, prägte ihre gesamte Laufbahn.

Neben den Mineralsynthesen beschäftigte sie sich mit der Untersuchung natürlicher Minerale und deren oft sehr feinkörnigen Umwandlungsprodukten (z. B. „Sur l'altération de la cordiérite“, 1960). Ab Mitte der 1960er Jahre beschäftigte sie sich zusätzlich mit der Mineralogie von Meteoriten, insbesondere den Chondriten. Auf diesem Gebiet machte sie ihre bedeutendsten Entdeckungen. Sie publizierte die erste Beschreibung eines Calcium-Aluminium-reichen Einschlusses („Un chondre exceptionnel dans la météorite de Vigarano“, 1968) und erkannte dessen Bedeutung als frühes Kondensationsprodukt des Sonnennebels. In dieser Arbeit beschrieb sie auch Reaktionssäume dieser Einschlüsse, die später nach den Geologen D. A. Wark und J. F. Lowering benannt wurden (Wark-Lowering-Rims). Später lieferte sie die erste Beschreibung eines Aluminium- und Titan-reichen Klinopyroxens („A new mineral in the Vigarano meteorite“, 1970), der später nach dem amerikanischen Mineralogen Lawrence Grossman Grossmanit benannt wurde, und entdeckte das erste natürliche Vorkommen der Verbindung CaAl4O7 in einem Meteoriten („A new calcium-aluminate from a refractory inclusion in the Leoville carbonaceous chondrite“, 1982), die später nach der israelischen Mineralogin Shulamit Gross Grossit genannt wurde.

In den 1970er Jahren gehörte ihr Labor zu den wenigen weltweit, dem Proben von Mondgestein einer Apollo-Mission anvertraut wurden (z. B. „Études de minéraux métalliques lunaires de quelques échantillons d'Apollo 16“, 1973) und in den 1990er Jahren widmete sie sich der Analyse von Mikrometeoriten, die im Eis der Antarktis gefunden wurden (z. B. „A collection of diverse micrometeorites recovered from 100 tons of Antarctic blue ice“, 1991).

Bis zum Ende ihrer Laufbahn behielt sie ihre feste Stelle am Centre national de la recherche scientifique (CNRS) und auch nach ihrem Ruhestand zu Beginn der 1990er Jahre behielt sie ihr Arbeitszimmer an der Sorbonne und publizierte weitere 20 Jahre. Zu ihren letzten Publikationen gehört eine Arbeit über den Meteoriten Campos Sales Brazil („The Campos Sales Brazil meteorite: A lightly shocked L5 chondrite fall“, 2010).

Publikationen Hier eine Auswahl ihrer Publikationen zu verschiedenen Arbeitsbereichen:

+ Literaturtabelle: Jahr Synthesen Petrologie Meteorite Micrometeorite Mondgesteine 1947 1949 1952 1953 1954 1955 1956 1957 1959

1960 1961

1962 1964 1965 1967 1968 1970

1971

1973

1976 1977

1978

1979

1980 1981

1982

1983 1985

1987 1988 * 1991 1992 1994 1995 1996 2010

Weblinks https://gw.geneanet.org/pierfit?lang=en&n=michel+levy&oc=0&p=mireille http://www.gatinaisgeneal.org/michelf/genealogie/Ja_001/Fiches/D2/P341.htm

Einzelnachweise

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