Alfred Schirlbauer (geb. 9. Oktober 1948 in Lilienfeld; gest. 2022) war ein österreichischer Bildungs- und Erziehungswissenschaftler und lehrte an der Universität Wien.
Nach langjähriger Unterrichtspraxis an niederösterreichischen Pflichtschulen promovierte er 1977 am damaligen Institut für Erziehungswissenschaft bei Marian Heitger mit einer Arbeit zu Didaktik und Unterricht (1982 veröffentlicht).Alfred Schirlbauer: Didaktik und Unterricht. Eine systematische Untersuchung zum Theoriebegriff der Göttinger und der Berliner Schule. Jugend und Volk, Wien/München 1982 Von seiner Promotion bis zu seiner Habilitation 1990 war Schirlbauer Assistent bei Marian Heitger. Mit seiner Habilitationsschrift Junge Bitternis (1992 veröffentlicht)Alfred Schirlbauer: Junge Bitternis. Eine Kritik der Didaktik, WUV-Univ.-Verlag, Wien, 1992 setzte Schirlbauer – nunmehr als Dozent und Universitätsprofessor – seine Kritik der Didaktik fort. Schirlbauer publizierte die beiden viel beachteten Bücher Im Schatten des pädagogischen Eros (1996)Alfred Schirlbauer: Im Schatten des pädagogischen Eros. Destruktive Beiträge zur Pädagogik und Bildungspolitik, Verlag Sonderzahl, Wien, 1996 und Die Moralpredigt (2005)Alfred Schirlbauer: Moralpredigt. Destruktive Beiträge zur Pädagogik und Bildungspolitik, Verlag Sonderzahl, Wien, 2005 – beide mit dem Untertitel „Destruktive Beiträge zu Pädagogik und Bildungspolitik“.
Seine bildungstheoretische Kritik spitzte Schirlbauer im Buch Ultimatives Wörterbuch der Pädagogik: Diabolische Betrachtungen (2012)Alfred Schirlbauer: Ultimatives Wörterbuch der Pädagogik. Diabolische Betrachtungen, Verlag Sonderzahl, Wien, 2012 amüsant zu, indem er Bildungsbegriffe – angelehnt an den sarkastischen Stil des „The Devil's Dictionary“ des amerikanischen Schriftstellers Ambrose Bierce – definierte. Eine oft zitierte Definition daraus lautet: „Bildungspolitiker wird man dann, wenn man von der Sache, von der kaum einer etwas versteht, absolut nichts versteht.“Alfred Schirlbauer: Ultimatives Wörterbuch der Pädagogik. Diabolische Betrachtungen, Verlag Sonderzahl, Wien, 2012. S. 16f.
Von Schirlbauer herausgegebene Editionen – die häufig zitiert werden – sind u. a. das Pädagogische Glossar der Gegenwart (2006, 2008 – mit Agnieszka Dzierzbicka)Agnieszka Dzierzbicka, Alfred Schirlbauer (Hrsg.): Pädagogisches Glossar der Gegenwart. Von Autonomie bis Wissensmanagement, Löcker, Wien, 2008 und Zeitgemäße Pädagogik (2018 – mit Heribert Schopf und Gordan Varelija).Alfred Schirlbauer, Heribert Schopf, Gordan Varelija (Hrsg.): Zeitgemäße Pädagogik, Löcker, Wien 2018
2024 ist im Peter Lang Verlag der Band „Bildungslügen Ausgewählte Texte von Alfred Schirlbauer zu Erziehung, Unterricht und Bildung“, herausgegeben von Heribert Schopf, erschienen. Es handelt sich dabei um eine Zusammenstellung ausgewählter Vorträge und Aufsätze, die zwischen 1981 und 2018 entstanden sind. Diese Texte sind einerseits ein Spiegel der vergangenen Debatten, in die sich Schirlbauer verstrickte, ermöglichen aber auch einen zeitgemäßen Blick auf die Tiefe und Breite seines pädagogischen Denkens.
„Alfred Schirlbauer zum 75. Geburtstag!“ Ein Nachruf auf Alfred Schirlbauer (abgerufen am 12. März 2024). „Die Idee des Lehrers ist im Verschwinden“ Interview im Standard vom 14. Oktober 2014
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