Głębowice (deutsch Glumbowitz) ist ein Ort in der Landgemeinde Wińsko im Powiat Wołowski der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.

1937 wurde der Ort im Rahmen der ideologisch motivierten Germanisierung slawischstämmiger Ortsnamen in „Alteichenau“ umbenannt.Fritz Verdenhalven: Namensänderungen ehemals preussischer Gemeinden von 1850 [achtzehnhundertfünfzig] bis 1942 [neunzehnhundertzweiundvierzig]. Mit Nachträgen bis 1950. Ein Schlüssel zu den Umbenennungen, Eingemeindungen und Zusammenschlüssen von Stadt- und Landgemeinden während eines Jahrhunderts. Degener & Co., Neustadt an der Aisch 1971, ISBN 3-7686-1001-2, S. 47.

Sehenswürdigkeiten Karmeliterkloster mit der römisch-katholischen Pfarrkirche St. Elias (Kościół pw. św. Eliasza Proroka) wurde 1676 gestiftet. Nach einem Brand 1746–62 wurde die Anlage wiederaufgebaut und nach der Säkularisation 1810 von einer Brennerei übernommen. Schloss Glumbowitz mit Landschaftspark aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, im frühen 20. Jahrhundert umgebaut. Ende des 18. Jahrhunderts wurden sie von Graf Gustav von Roedern erworben. Nach 1804 ließ dessen Sohn Erdmann Gustav das Herrenhaus umbauen. Im Jahr 1842 wurde das Anwesen von Graf Carl Pourtalès gekauft, zusammen mit den angrenzenden Grundstücken mit einer Gesamtfläche von 2200 Hektar. Nach Carls Tod wurde das gesamte Anwesen von Graf Paul de Pourtalès geerbt, der jedoch die französische Staatsbürgerschaft besaß und nach deutschem Recht das Anwesen nicht besitzen konnte. Daraufhin wurden das Schloss und Glumbowitz für 1,9 Millionen Mark an den deutschen Staatsbürger Graf Friedrich Pourtalès übergeben. Friedrich von Pourtalès bereicherte den Schloss mit zahlreichen Kunstwerken, die er von seinem Vater geerbt hatte. Erbin wurde seine Ehefrau Gräfin Gisela von Kanitz (* 13. August 1873; † 6. Februar 1957), Tochter des preußischen Majors und Hofmarschalls Georg von Kanitz und der Helene Gräfin von Hatzfeldt zu Trachenberg. Gisela und Friedrich von Pourtalès-Glumbowitz hatte keine Nachfahren.Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck, Johann Georg von Rappard, Hans-Jürgen von Witzendorff: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. B (Briefadel). 1960. Band II, Band 23 der Gesamtreihe GHdA. Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1960, , S. 312–313.

Nach Kriegsende 1945 wurde das Schloss von der Roten Armee verwüstet und geplündert. Später wurde es vom Staatlichen Landwirtschaftlichen Betrieb bewirtschaftet. Um 1980 gehörte es dem Landwirtschafts- und Industriekomplex „Dolpasz“. Das Gebäude wurde unsachgemäß genutzt und nicht renoviert, in den 1990er Jahren wurde es an die Firma „Inter Dablex“ aus Danzig verkauft. Seither verfällt es.

Das Mausoleum der Grafen Pourtalès wurde Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet.

Literatur (Auszug) Alteichenau/Glumbowitz, In: Britta Kaiser-Schuster (Hrsg.): Kulturelles Gedächtnis. Kriegsverluste deutscher Museen. Böhlau, Köln/Wien/Weimar 2021, S. 228 f. Glumbowitz, In: Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin u. a. 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 298. Richard Hoppe (Hrsg.): Alteichenau. (früher: Gross-Strenz, Klein-Strenz, Glumbowitz). In: Chroniken aus dem Kreise Wohlau (Niederschlesien). Thorwaldsen Anlage 9, Wiesbaden 1983. G. Hilscher: Weidencultur der Grafschaft Glumbowitz in Schlesien. 1887. Glumbowitz, In: Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der Preußischen Monarchie nebst den königlichen Familien-, Haus-, Fideicommiss- und Schattull-Gütern nebst Text. Band 16, Selbstverlag, Berlin 1881/1883, Blatt 932.

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