Die Kirche Kreuzburg (Ostpr.) (bis 1931: Kirche Creuzburg i. Ostpr.) entstand im 14. Jahrhundert als Wehrkirche.Informationszentrum Ostpreußen: Kreuzburg Von der Reformation bis zum Jahre 1945 war sie Pfarrkirche des evangelischen Kirchspiels der kleinen ostpreußischen Stadt Kreuzburg (bis 1931 Creuzburg, ), die heute als Dorf in der russischen Oblast Kaliningrad ( liegt.

Geographische Lage Das heutige Slawskoje (Славское) liegt im Munizipalkreis Rajon Bagrationowsk (Stadtkreis Preußisch Eylau) in der Oblast Kaliningrad, 16 Kilometer nordwestlich der einstigen Kreis- und heutigen Rajonshauptstadt Bagrationowsk (). Die Ruinenreste der Kirche befinden sich in der Nähe des steilen Hangs im Südwesten des Dorfs.

Kirchengebäude Bei der Kreuzburger Pfarrkirche handelte es sich um einen Ziegelbau auf Feldsteinfundament.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2 Bilder ostpreussischer Kirchen, Göttingen 1968, S. 71, Abb. 251, 252 Das rechtwinklige Bauwerk hatte einen geschlossenen Chor und Turm. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gebäude mehrmals restauriert und umgebaut. 1715 erhielt der Turm einen kuppelartigen Helm.

Der Innenraum mit seinen doppelten Emporen war von einem hölzernen Gewölbe mit Zapfen überdeckt. Der Altar entstammte der Werkstatt des Königsberger Meisters Isaak Riga, in der auch die beiden Beichtstühle und der Orgelprospekt angefertigt wurden. Die Kanzel war eine Arbeit aus dem Jahre 1589.

Im Jahre 1606 erhielt die Kirche eine Orgel. Sie wurde im 19. Jahrhundert erneuert. Das Geläut der Kirche bestand aus drei Glocken.

Die Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt. Nach 1945 wurde sie zweckentfremdet, wobei die Ausstattungsgegenstände sämtlich verloren gingen. In der ersten Zeit war der Innenraum angefüllt mit wertvollen Antiquitäten, Möbeln, Klavieren, Flügeln und Standuhren, die nach geraumer Lagerungszeit von deutschen Kriegsgefangenen verladen und abtransportiert wurden. Danach nutzt eine Kolchose das Gotteshaus für ihre eigenen Zwecke und richtete eine Maschinenwerkstatt ein. In die Ostwand brach man eine Zufahrt für Lastkraftwagen ein. Vom Kirchengebäude stehen nur noch Ruinenreste, auch die verschwinden zunehmend, weil in ihnen immer noch Ziegel für gewinnbringenden Nutzen vorhanden sind.

Kirchengemeinde Kirchengeschichte Die Gründung einer Kirchengemeinde in Kreuzburg dürfte – nach Agathon Harnoch – bereits im 13. Jahrhundert vom Deutschen Orden erfolgt sein. Bereits wenige Jahre nach Einführung der Reformation zu Beginn des 16. Jahrhunderts übernahm sie die lutherische Lehre.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 469 Bereits 1528 war hier ein lutherischer Geistlicher im Amt.Friedwald Moeller: Altpreußisches Evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg, 1968, S. 28–29 1528 wurde die Kirche in Groß Krücken (russisch Kamenka) der Kirche Kreuzburg zugeordnet. Sie verbrannte allerdings 1535. Auch die Kirche Tiefenthal (russisch Wyssokoje) soll zur Kreuzburger Kirche gehört haben. Auf der Burg in Kreuzburg befand sich eine Kapelle.

Im Jahre 1789 war die Kirche Kreuzburg in die Inspektion Kreuzburg in der Kirchenprovinz Natangen eingegliedert. Später gehörte sie bis 1945 zum Kirchenkreis Preußisch Eylau in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Die Kirche war königlichen Patronats, zu ihr gehörten im Jahre 1925 5.150 Gemeindeglieder. Zwei Geistlichen oblag ihre Betreuung.

Seit 1945 besteht keine evangelische Kirchengemeinde mehr in dem bis 1965 geteilten Dorf Slawskoje bzw. Jenino. Der Ort liegt heute im Einzugsbereich der Dorfkirchengemeinde in Gwardeiskoje (Mühlhausen), einer Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg). Sie gehört zur Propstei Kaliningrad in der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER).

Kirchspielorte Zum Kirchspiel der Pfarrkirche Kreuzburg gehörten neben dem Pfarrort bis 1945:Der * kennzeichnet einen Schulort Deutscher Name Russischer Name Deutscher Name Russischer Name Adlig Sollau und Königlich Sollau Krasnoarmeiskoje Krücken Kamenka Arnsberg Pobeda Kusitten Barslack Woinowo *Liepnicken Saretschnojebis 1992: Ostrownoje Dingevor 1905: Dingwalde Moritten Oktjabrskoje Dingort Welikopolje Neu Park Maikowo Döbnicken(ehem. Groß- und Klein Döbnicken) Woinowo Pasmarshof *Glauthienen mit Steinhof Malinowka mit Wolschskoje Porschkeim Pobereschjebis 1992 Sidorowo Globuhnen Medowoje Sand Groß Krücken Kamenka Schmerkstein Wolschskoje Groß Labehnenmit Klein Labehnen Sosnowka *Schnakeinen Pobereschje *Heyde Kalmykowo Sollau Krasnoarmeiskoje Hollstädt Lesnaja *Sollnickenmit Friedrichshof Medowoje Karlshof Tambowskoje Struwe Pobeda *Kavernvor 1905: Cavern Perwomaiskoje *Tiefenthal Wyssokoje *Kilgismit Plembach Krasnoarmeiskoje,bis 1992: Saretschje Tykrigehnen Medowoje Kissitten Pobereschjebis 1992: Grigorjewo Wangnicken Lesnoi Klein Krücken Kamenka Wilmsdorf Pugatschowo

Pfarrer mini|hochkant|Pfarrer Paul Neumann (1879) Von der Reformation bis 1945 amtierten an der Kreuzburger Kirche jeweils zwei Geistliche: NN., 1528 Mich. Spilmann, 1559 Johann Gansewind, bis 1565 NN., 1567 Hermann Eifler, 1573–1583 Johann Rudolph Johann Haas, 1584–1592 NN., bis 1589 Nicolaus Prätorius, 1592–1602 Michael N., bis 1602 Johann Stobäus, 1602–1619 Heinrich Haltermann Heinrich Frischeintz, 1619–1621 Michael Wegner, 1620–1645 Jacob Christison, 1621–1624 Gustav Coggius, 1624–1668 Nicolaus Rittershusius, 1645–1672 Christoph Hülner, 1665–1693 Abraham Klein, 1672–1721 Johann Klopcke, 1693–1718 Christoph Stephani, 1719–1723 Josua Schusterus, 1719–1729 Johann Jacob Milo, 1723–1733 Johann Friedrich Straube, 1729–1768 Johann H. Daniel Moldenhawer, 1733–1737 Johann Grünenberg, 1738–1782 Paul Thomas Anderson, 1768–1793 Johann Salomo Grünenberg, 1783–1805 Johann Jacob Feggler, 1792–1800 Johann Philipp Schröder, 1793–1828 Friedrich Wilhelm Fischer, 1801–1807 Johann Immanuel Schiemann, 1808–1813 Georg Friedrich Sande, 1814–1831 August Wilhelm Schulze, 1829–1864 Julius Lilienthal, 1831–1854 Alexander Otto H. Stoboy, 1842–1882 Rudolf Ottomar Emil Kleist, 1864–1886Die Pfarrer Emil Kleist und Johannes Neumann waren Angehörige des Corps Masovia Max Schliepe, 1885–1887 Georg Schmidt, 1886–1908 Ernst Gotth. Paul Neumann, 1888–1896 Erdmund Johannes Höhne, 1897–1899 Johann Theodor W. Sterner, 1899–1910 Arthur Bruno Pokern, 1908 Gottfried Wilhelm Steckel, 1909–1915 Paul Haack, 1910 Franz Georgesohn, 1910–1915 Adalbert Schwede, 1915 Paul Friedrich Ferdinand Hafke, 1916–1931 Hans Hermenau, 1919–1920 Walter Becker, 1921–1925 Arno Gronert, 1925–1935 Lothar Guhl, 1931–1934 Friedrich Schumacher, 1935–1942 Arno Gronert, 1935–1945 Arno Stritzel, 1942–1945

Literatur Kreuzburg, Stadt, am Pasmar, Kreis Preußisch Eylau, Regierungsbezirk Königsberg, Provinz Ostpreußen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Kreuzburg (meyersgaz.org). Adolf Boetticher: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Ostpreußen, Heft II: Die Bau- und Kunstdenkmäler in Natangen, Bernh. Teichert, Königsberg 1892, S. 61–65 (Google Books). Agathon Harnoch: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Nipkow, Neidenburg 1890, S. 50–52 (Google Books). Daniel Heinrich Arnoldt: Kurzgefaßte Nachrichten von allen seit der Reformation an den lutherischen Kirchen in Ostpreußen gestandnen Predigern. Königsberg 1777, S. 173–175 (Google Books).

Weblinks Bildarchiv Ostpreußen: Slideshow Kreuzburg u.a. mit historischen Fotos der Kirche

Einzelnachweise

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