mini|hochkant|Chinesische Pagode in Oranienbaum mini|hochkant|Gemalte Palmen im Inneren mini|hochkant|Detail Glöckchenträger mini|hochkant|Kieferntreppe im Inneren Bei der Chinesischen Pagode in Oranienbaum handelt es sich um eine Chinoiserie des späten 18. Jahrhunderts im Englisch-Chinesischen Garten von Schloss Oranienbaum.
Geschichte Die Chinesische Pagode wurde von 1793 bis 1797 im Auftrag des Fürsten Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau erbaut.Dehio: Sachsen Anhalt II, S. 642. Den Entwurf lieferte William Chambers, der zuvor die zehngeschossige Große Pagode in Kew (1761–1762) entworfen hatte. Diese wurde vereinfacht, aber wesentliche Elemente wurden beibehalten.Haetge/Harksen: Landkreis Dessau-Köthen, S. 268. Der Fürst skizzierte, wie die Spitze aussehen sollte. Die Bauleitung übernahm Georg Christoph Hesekiel.Haetge/Harksen: Landkreis Dessau-Köthen, S. 267. Heute dient das in der Epoche des Klassizismus errichtete Gebäude als Aussichtsturm und ist zu besonderen Anlässen – wie dem Tag des offenen Denkmals, dem Internationalen Museumstag oder dem Orangenfest – geöffnet. Die Laterne ist nicht öffentlich zugänglich.
Baubeschreibung Der fünfgeschossige Pagodenbau befindet sich auf einem aus Findlingssteinen errichteten, künstlichen Hügel im nordöstlichen Teil des Schlossparks. Die Pagode hat eine rote Backsteinfassade, wobei jedes Geschoss mit einem umlaufenden Dach abgesetzt ist. Nach oben hin verjüngen sich diese Dächer. An ihren Ecken wurden hornartige Glockenträger angebracht. An der Südseite des Turms befindet sich die rundbogige Eingangstür. Die Fenster wurden ebenfalls rundbogig gestaltet. Einzig im Obergeschoss entschied man sich für hochrechteckige Fenster. Die Spitze besteht aus Kugeln und Ringen, die mit Stricken verbunden sind. Im Inneren führt eine Wendeltreppe in das oberste Geschoss. Zur letzten für Besucher zugänglichen Aussicht sind es 57,5 Stufen über die chinoise Treppe aus Kiefernholz sowie drei Sandsteinblockstufen im Eingangsbereich. An den Wänden finden sich gemalte Palmen. Das unter einem Erdhügel verborgene Untergeschoss beinhaltet einen gemauerten Eiskeller.
Die Chinesische Pagode gehört mit dem Chinesischen Teehaus und mehreren Bogenbrücken zu dem einzigen heute noch weitgehend erhaltenen Englisch-Chinesischen Garten des 18. Jahrhunderts. Der chinesische Garten gilt zudem als frühester Deutschlands.Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt II. Regierungsbezirke Dessau und Halle. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1999, ISBN 3-422-03065-4, S. 642. Die Pagode steht als Baudenkmal unter Denkmalschutz und ist im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt mit der Nummer 094 40414 004 als Teil des Schlosses Oranienbaum (Nummer 094 40414) erfasst. Sie wurde Anfang der 1990er Jahre saniert.
Name Die Chinesische Pagode wird im Volksmund wegen ihrer Glöckchenverzierung an den Dachecken auch als „Glockenturm“ bezeichnet. Früher wurde sie zudem „Chinesischer Turm“ genannt.
Literatur Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen Anhalt II. Regierungsbezirke Dessau und Halle. Bearbeitet von einem Autorenkollektiv. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1999, ISBN 3-422-03065-4.
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