Lynn Adib (* 1986 in Damaskus) ist eine syrische Musikerin (Gesang, auch Querflöte, Perkussion, Songwriting), die im Bereich der arabischen Musik, elektronischer populärer Musik und des Jazz hervorgetreten ist. Ihre Musik umfasst sowohl Elemente arabischer Musik als auch freie Improvisation, Jazz und Soul, sowie elektronische und experimentelle Musik.

Leben und Wirken Adib sang seit dem Alter von sechs Jahren im Chor der syrisch-katholischen Kathedrale St. Paul in Damaskus, wo sie außer der Tradition der christlichen, byzantinischen Musik auch Erfahrungen mit Chören der muslimischen Musiktradition sammelte. Vom zehnten bis zwölften Lebensjahr wohnte sie in mit ihren Eltern in Calgary, Kanada, um danach mit ihrer Mutter nach Syrien zurückzukehren. Dort besuchte sie eine französischsprachige Schule und studierte anschließend am Konservatorium von Damaskus. In ihrem Elternhaus hörte sie sowohl arabische als auch westliche klassische Musik.

2009 zog sie nach Paris, wo sie Pharmazie studierte. Zunächst besuchte sie die American School of Modern Music und danach das Conservatoire à Rayonnement Régional de Paris, wo sie Jazzgesang studierte. Dann heiratete sie und brachte eine Tochter zur Welt. 2017 starb ihr Mann. Eine Zeit lang lebte sie im Libanon; ihre Trauer verarbeitete sie musikalisch.

Adib veröffentlichte 2018 ihr Debütalbum Youmma, auf dem sie traditionelle syrische Musik, bulgarische Musik und zeitgenössischen Jazz interpretiert; 2022 folgte das Album Nearness mit dem Bassisten Marc Buronfosse. Sie ist auch maßgeblich an dem Projekt Yalla Queen beteiligt. Weiterhin ist sie auf Alben von Stéphane Tsapis, Marc Codsi und Alexandra Ivanova zu hören. Auf ihrem Album Ma Li Beit, das sie mit dem libanesischen Musiker Zeid Hamdan produzierte, singt sie in verschiedenen Gesangsstilen, von Muwaschschah bis hin zu Balladen der Beduinen sowie Wiegenliedern, und in einer Vielzahl von arabischen Dialekten, einschließlich dem Damaszener Arabisch ihrer Heimat. Dieser Musikstil wurde als „Electro-Tarab“, eine Fusion aus arabischem Maqam, nahöstlichen Rhythmen und elektronischen Sounds, kombiniert mit arabischer Poesie und Synthie-Beat bezeichnet.

Diskographische Hinweise Youmma (Bandcamp 2018, mit Fady Farah, Maurizio Congiu, Lukmil Pérez sowie Feras Sharestan) Ya Bou Rdayen – Deezer Home Sessions (Single, Balkoon 2020) Lynn Adib & Marc Buronfosse: Nearness (Arts Culture Europe 2022) Bedouin Burger (Lynn Adib & Zeid Hamdan): Ma Li Beit (2024)

Weblinks Webpräsenz

Interview mit Lynn Adib, 2020 (englisch)

Einzelnachweise

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