mini|Das ZDF-Nachrichtenstudio in Mainz-Lerchenberg
heute ist eine Nachrichtensendung des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) mit aktuellen Meldungen des Tages aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Gesellschaft, Sport und Wetter. Die Hauptausgabe der heute-Sendung wird täglich um 19:00 Uhr ausgestrahlt.
Geschichte 1960er Jahre Die Nachrichtensendung ging am 1. April 1963, mit dem Beginn des ZDF-Sendebetriebes um 19:30 Uhr, direkt nach der Ansprache des Intendanten Karl Holzamer, um 19:35 Uhr zum ersten Mal auf Sendung. Die erste heute-Sendung moderierte der Studioredakteur Carl Weiss, sie dauerte genau 23:30 Minuten und ging nach dem Wetterbericht und der Verabschiedung des Studioredakteurs um 19:58:30 zu Ende. Den Namen heute beschloss man am 8. Februar 1963. Die Frage, „Hast du gestern heute gesehen?“ führte dabei zunächst zu großer Belustigung unter den Mitarbeitern, wurde dann aber bald nicht mehr als ungewöhnlich empfunden. Die Hauptausgabe von heute war 25 Minuten lang, mit anschließendem Wetterbericht, und lief zuerst von 19:30 Uhr bis 20:00 Uhr.
Die Redaktion „Tagesgeschehen“ des neu gegründeten ZDF, die mit heute die Nachrichtensendung produzierte und verantwortete, wollte dem Zuschauer eine neue Form der Fernsehnachrichten zeigen. Die aktuellen Meldungen des Tages sollten nicht nur in Wort und Bild vorgetragen werden, man wollte auch die Hintergründe aufzeigen. Das Prinzip des ZDF und seiner Nachrichtensendung war, dem Zuschauer nicht nur zu sagen, was geschehen ist, sondern auch Erläuterungen über das Wie und Warum anzubieten.
Die Nachrichtensendung heute sollte also eine Kombination aus Nachrichten und Berichten sein, die auch die Hintergründe der einzelnen Meldungen stärker beleuchten wollte.
Das ZDF wollte sich so von Anfang an klar und deutlich von der bereits damals fest etablierten und bis dahin auch einzigen Nachrichtensendung im westdeutschen Fernsehen, der ARD-Tagesschau, unterscheiden. Anfangs begann die Sendung allerdings mit dem aus der Tagesschau bekannten Gong und den Worten „Hier ist das Zweite Deutsche Fernsehen“.
Neben der Hauptausgabe gab es seit Beginn der heute-Sendung auch Frühnachrichten. Mit einer fünfminütigen Sendung am Vorabend begann jeweils das ZDF-Programm. Die erste längere heute-Ausgabe wurde dann werk- und feiertags um 18:30 Uhr ausgestrahlt. Nach den Hauptnachrichten folgte dann noch einmal eine Spätausgabe gegen 22:00 Uhr, die täglich gesendet wurde und die man immer weiter ausbaute.
Im ersten Jahr ihres Bestehens kam die heute-Sendung aus der ersten Sendezentrale des ZDF in Eschborn bei Frankfurt am Main. Hier wurde unter provisorischen Bedingungen in zum Teil baufälligen Baracken die Arbeit der Redaktion aufgenommen und die heute-Nachrichten auch gesendet.
Das erste Nachrichtenstudio glich eher einem Büroraum als einem Fernsehstudio: Vor langen Vorhängen an zwei einfachen Tischen, die nebeneinander standen, saß jeweils der Nachrichtensprecher und in der Hauptausgabe auch der Studioredakteur. Den Wetterbericht am Ende der Sendung erklärte ein Meteorologe anhand von zwei Tafeln, auf denen jeweils eine Deutschlandkarte sowie eine Europakarte zu sehen war, auf denen der Verlauf des Wetters sowie die Temperaturen mit Kreide eingezeichnet waren.
Mit Beginn des Jahres 1964 wurde die Hauptausgabe der heute-Sendung in einen Nachrichten- und Berichtsteil aufgegliedert. Durch die stärkere Trennung und die damit verbundene größere Übersichtlichkeit sollte der Fernsehzuschauer klarer zwischen dem Verlesen der Meldungen und den erläuternden Berichten unterscheiden können. Im Nachrichtenteil ab 19:30 Uhr wurden die Meldungen des Tages von einem Nachrichtensprecher vorgetragen und im darauffolgenden Berichtsteil, der gegen 19:45 Uhr startete und dessen Beginn sich nach dem Umfang der täglichen Nachrichtenlage richtete, wurden dann einzelne Meldungen durch den Studioredakteur genauer betrachtet. Dem Zuschauer wollte man so nach den Nachrichten des Tages im Berichtsteil mehr Hintergrundinformationen zu einzelnen Schwerpunkten bieten. Diese wurden dann durch Reportagen, Interviews und Kommentare vertieft.
Am 1. April 1964 nahm die vorläufige Sendezentrale Wiesbaden/Unter den Eichen ihre Arbeit auf, alle heute-Sendungen wurden fortan aus Wiesbaden gesendet.
Ende des Jahres führte man Kurznachrichten gegen 21:00 Uhr ein, die den Zuschauer über die wichtigsten Ereignisse des Tages, noch einmal vor der ausführlicheren Spätausgabe, in Schlagzeilen informierte.
In den ersten Jahren legte man im ZDF auch einen großen Wert auf eine ausgeglichene Balance zwischen „leichter“ und „schwerer“ Kost in der Hauptausgabe der heute-Nachrichten. Man wollte die überwiegend schwierigeren Themen aus Politik und Wirtschaft ausführlicher mit Hintergrundberichten in der Spätausgabe gegen 22:00 Uhr behandeln. Das ZDF war der Meinung, dass dem Fernsehzuschauer zur damaligen Sendezeit der Hauptausgabe nicht zu viele schwierige und komplexe Themen zuzumuten wären. Aber auch Ereignisse des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens waren eher in der Spätausgabe zu finden. Einige Jahre später wich man von dieser Meinung wieder ab, da auch die Hauptausgabe der Tagesschau, die bereits eine halbe Stunde später um 20:00 Uhr ausgestrahlt wurde, alle wichtigen Meldungen des Tages zeigte.
Am 1. Februar 1965 bekam der Berichtsteil der Hauptausgabe der heute-Sendung einen eigenen Sendetitel. Aus dem um 19:45 Uhr beginnenden Berichtsteil wurde themen des tages. Die inhaltliche Trennung wurde nun auch formell vollzogen, jedoch wurden beide Teile weiterhin aus einem Studio gesendet und die Übergabe vom Nachrichtensprecher zum Studioredakteur war weiterhin, je nach Nachrichtenlage, fließend.
Mit der Umbenennung und der stärkeren Gewichtung des zweiten Teiles der heute-Nachrichten änderte sich auch das Logo von heute zum ersten Mal. Im Vorspann erschien nun neben dem neuen Schriftzug „heute“ auch das aktuelle Datum und der Berichtsteil hatte jetzt auch mit „themen des tages“ einen eigenen Schriftzug. Die Sendegrafik der ZDF-Nachrichten erschien in den bekannten weißen Kleinbuchstaben auf schwarzem Untergrund. Hinter dem Nachrichtensprecher bzw. Redakteur im Studio war das ZDF-Logo nun auch deutlich zu erkennen. Zwar befanden sich die beiden Präsentatoren in der Hauptausgabe nach wie vor im gleichen Studio und saßen auch weiterhin an unterschiedlichen Tischen, doch wurde im Hintergrund jetzt immer der jeweilige Titel eingeblendet.
Ab 1. Januar 1969 wurde der Beginn der heute-Sendung auf 19:45 Uhr verschoben. Das ZDF wollte sich dem Sehverhalten der Fernsehzuschauer anpassen, und so den, von der ARD vor vielen Jahren geschaffenen und auch durchgesetzten, Beginn des Hauptabendprogramms auch um 20:15 Uhr zu starten. Auch die strikte Trennung zwischen dem Nachrichten- und Berichtsteil wurde wieder aufgehoben. Die beiden in sich abgeschlossenen Teile wurden wieder gelockert. Der Studioredakteur begann jetzt die Hauptausgabe der heute zu moderieren und aus dem Nachrichtenteil wurden zwei Nachrichtenblöcke. Im ersten Nachrichtenblock der vor 20:00 Uhr gesendet wurde, bekam man alle wichtigen Meldungen des Tages aus den Bereichen Politik und Wirtschaft. Damit wollte man unbedingt der Tagesschau mit den wichtigsten Nachrichten zuvorkommen. In der zweiten Nachrichtenübersicht wurden dann Sportmeldungen verlesen und über kulturelle bzw. gesellschaftliche Ereignisse berichtet. Das ZDF wollte so mehr Zuschauer gewinnen und durch die Anpassung an die ARD und der damit verbundenem gleichzeitigen Anfangszeit des Abendprogramms bereits bestehende Sehgewohnheiten fördern.
Das heute-Studio präsentierte sich ab sofort auch in einem neuen Gewand. Das Nachrichtenstudio wurde komplett umgebaut und modernisiert. Der recht schlichte Bürocharakter wich einem moderneren Erscheinungsbild, das durch eine, mit weißem Stoff bespannten, ovalen Wand, und den beiden, nun deutlich größeren, Tischen davor, jetzt recht modern aussah. Die beiden Tische standen nun nicht mehr nebeneinander, sondern jetzt im Halbkreis gegenüber. Der Nachrichtensprecher saß rechts vom Studioredakteur an dem kleineren Tisch, während der Tisch des Studioredakteurs doppelt so lang war. Beide Tische standen auf einem Podest und waren von vorn mit braunem Leder umrandet.
Auf der weißen Wand wurde eine große Weltkugel sowie links und rechts jeweils die beiden Sendetitel „heute“ und „themen des tages“ und in der Mitte das ZDF-Logo projiziert. Durch neue technische Möglichkeiten konnten nun auch Standbilder zu den einzelnen Meldungen auf der Wand übertragen werden. Mit dieser technischen und auch optischen Erneuerung wurden die heute-Nachrichten moderner und trugen durch die Lederoptik und der Holzvertäfelung dem damaligen Geschmack Rechnung.
1970er Jahre Seit 29. März 1970 werden alle Ausgaben der heute-Nachrichten sowie sämtliche Magazinsendungen in Farbe ausgestrahlt.
Seit dem 1. Oktober 1973 wird die Hauptausgabe der heute-Sendung um 19:00 Uhr gesendet.
Mit einem neuen Programmschema und einer gleichzeitigen Umstrukturierung der Redaktion „Tagesgeschehen“, die bereits 1972 in „Aktuelles“ umbenannt wurde, wurde zum 1. Oktober 1973 das komplette Fernsehprogramm des ZDF geändert. Die bereits 1971 beschlossene Programmreform war in der zehnjährigen Geschichte des ZDF und der heute-Nachrichten die bis dahin größte und umfassendste Veränderung im ZDF-Programm.
Die erste heute-Sendung im Tagesprogramm wurde jetzt bereits um 17:00 Uhr ausgestrahlt und war im Gegensatz zu den eingestellten Frühnachrichten fünf Minuten länger. In der zehnminütigen Sendung wurden erstmals alle wichtigen Meldungen des Tages in kompakter Form präsentiert. In der Drehscheibe gab es dann, gegen 18:00 Uhr, noch einmal Kurznachrichten, die ca. 2 Minuten lang waren.
Die Hauptausgabe der heute-Sendung wurde um 8 Minuten gekürzt und ist jetzt nur noch 22 Minuten lang. Die beiden Bereiche heute und themen des tages wurden wieder zu einer heute-Sendung zusammengefasst. Die seit 1969 gelockerte Trennung zwischen Meldungen und Berichten wurde jetzt ganz aufgegeben. Die größte Veränderung in der Hauptausgabe war jedoch, dass diese jetzt nur noch von einem „Redakteur im Studio“ präsentiert wird, der nun auch die Meldungen des Tages sprach. Wurde seit dem Start der heute-Nachrichten 1963 die abendliche Hauptnachrichtensendung immer von einem Studioredakteur und einem Nachrichtensprecher präsentiert, so fiel der Einsatz des Sprechers in der Hauptausgabe nun weg. „Die journalistische Präsentation dieser Art soll der bisherigen Nachrichtenvermittlung etwas vom damals kritisierten offiziellen „Verkündungscharakter“ nehmen“, so das ZDF. Diese Absicht wurde dadurch unterstützt, dass jetzt auch die Redakteure ihre herausragenden Nachrichtenfilme selbst präsentieren sollten, durch diese Überlegung sollte dem Fernsehzuschauer näher gebracht werden, dass eine Nachrichtensendung nicht das Werk eines Einzelnen, sichtbaren Redakteurs ist, sondern von einem Team gemacht wird.
Mit Otto Diepholz und Claus Seibel bekam die Hauptausgabe der heute-Sendung, nach ihrer Umstrukturierung auch zwei neue Gesichter, die über Jahrzehnte hinweg die 19:00 Uhr-Nachrichten ganz entscheidend mitprägen und beeinflussen sollten.
Bis zum Oktober 1973 wurde die Hauptausgabe der heute-Nachrichten von vier Studioredakteuren im Wechsel präsentiert, ab dem neuen Sendebeginn und der damit verbundenen Erneuerung der ZDF-Nachrichten wurde die 19:00-Ausgabe von 5 später auch mal 6 Redakteuren moderiert.
Aus den Kurznachrichten um 21:00 Uhr wurde eine längere heute-Sendung, die nun 15 Minuten dauerte und noch einmal ausführlich über die wichtigsten Ereignisse des Tages informierte. Neben der 19-Uhr-Hauptausgabe wurde auch diese Ausgabe von einem Redakteur im Studio geleitet.