Japanische Ramie-Stoffe werden aus Bastfasern der Ramie-Pflanze (Boehmeria nivea) hergestellt. Die leichten, leinenähnlichen Stoffe sind für das feuchtwarme Klima Japans gut geeignet. Im nordwestlichen Teil der Hauptinsel Honshū wird im Winter der Schnee zur Produktion genutzt.

In der Präfektur Niigata werden die Stoffarten Ojiya-chijimi (jap. ) und Echigo-jofu () hergestellt.

Die Produktion nimmt ein ganzes Jahr in Anspruch, von der Aussaat im Frühjahr über die Ernte im Herbst zur Verarbeitung im Winter, wenn die Landwirtschaft wetterbedingt ruht. Der Bast wird von Frauen von Hand in dünne Fasern gespalten und diese dann zu Fäden verarbeitet, indem die Enden miteinander verdreht werden. Diese werden zum Beispiel mit einfachen Jibata-Rückenbandwebrahmen von Hand verwebt. Die Stoffe werden im Spätwinter nach dem Färben auf den schmelzenden Schneeflächen ausgebreitet (yuki-zarashi), sodass Ozon, das durch die ultraviolette Strahlung der Sonne in Verbindung mit dem verdunstenden Schnee entsteht, sie ausbleicht. Durch Bearbeitung mit den Füßen wird teilweise eine „Knitter-Optik“ erzeugt.

Aus dem Werk Hokuetsu Seppu von Bokushi Suzuki (1770–1842) stammt diese poetische Beschreibung:

Echigo-jofu-Stoffe werden zum Beispiel zu Kimonos, Kissen und Bettzeug verarbeitet.

Im Jahr 2009 wurden Ojiya-chijimi und Echigo-jofu unter dem Titel „Techniken zur Herstellung von Ramie-Stoffen in der Region Uonuma“ in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.

Literatur

Weblinks

Echigo Jōfu | Summer Kimono Born in the Snow. Präsentation mit Bildern, Kyoto Women’s University, Lifestyle Design Laboratory via Google Arts and Culture.

Einzelnachweise

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