Die Pflanzengattung Wollastonia gehört zur Unterfamilie der Asteroideae innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).
Beschreibung mini|Blütenkorb von Wollastonia biflora mini|Gegenständige Laubblätter und Blütenkorb von Wollastonia biflora mini|Habitus und gegenständige Laubblätter von Wollastonia biflora mini|Herbarbeleg von Wollastonia biflora mini|Illustration aus Annales du Jardin botanique de Buitenzorg: 14 Wollastonia biflora mini|Wollastonia fauriei mini|Wollastonia integrifolia mini|Wollastonia lavarum mini|Blütenkorb von Wollastonia prostrata mini|Gegenständige Laubblätter und Blütenkorb von Wollastonia prostrata
Vegetative Merkmale Wollastonia-Arten sind selten einjährige, meist ausdauernde krautige Pflanzen bis Halbsträucher oder niedrige Sträucher. Es sind Pfahlwurzeln vorhanden und es werden manchmal Wurzeln an den Knoten (Nodien) der Sprossachsen gebildet. Die mehr oder weniger selbstständig aufrechten, niederliegenden oder kletternden Sprossachsen verholzen bei manchen Arten an ihrer Basis.
Die gegenständig an der Sprossachse verteilt angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert oder seltener sitzend. Die einfachen oder manchmal drei- bis fiederlappigen, selten drei- bis fiederteiligen Blattspreiten sind lanzettlich, linealisch bis eiförmig oder deltaförmig mit spitz zulaufender bis gestutzter Spreitenbasis. Die Blattränder sind meist entfernt bis dicht gesägt oder gezähnt bis selten glatt. Die Blattflächen sind meist rau oder striegelig behaart, manchmal mit feineren oder hakenförmigen Trichomen dazwischen und meist drüsig behaart. Es sind meist drei Hauptnerven vorhanden.
Generative Merkmale Die körbchenförmigen Blütenstände stehen auf oft langen Korbschäften endständig einzeln oder zu wenigen in offenen, dichasialen, zymösen Gesamtblütenständen zusammen.
Die halbkugelförmigen bis glockenförmigen Hüllen (Involucrum) enthalten die Hüllblätter in etwa zwei fast gleichen Reihen. Alle Hüllblätter sind meist lanzettlich bis eiförmig, nur manchmal linealisch und pergamentartig. Die Blütenstandsböden sind konvex. Die steifen, häutigen Spreublätter sind linealisch oder lanzettlich bis eiförmig mit einem grünen, stumpfem bis wenig zugespitztem verdicktem oberen Ende und gekielt und im unteren stark gerillten Bereich und auf der Unterseite rau. Die inneren Hüllblätter sind nach innen gekrümmt und umhüllen die heranwachsenden Achänen mehr oder weniger kaputzenförmig.
Die Blütenkörbe enthalten Zungenblüten und Röhrenblüten. Die fertilen weiblichen Zungenblüten (= Strahlenblüten) sind meist gelb mit einer kurz zwei- oder selten dreilappigen Zunge. Die meist zwittrigen, selten rein männlichen, fertilen Röhrenblüten (= Scheibenblüten) sind gelb bis grünlich-gelb. Ihre Kronröhre endet in fünf Kronzipfel. Die Theken der Staubbeutel sind schwarz, selten dunkel-braun. Die Anhängsel der Staubbeutel sind gelb.
Die verkehrt-eiförmigen bis verkehrt-kegelförmigen Achänen dimorph. Die äußeren Achänen sind gestutzt bis keilförmig dreikantig und die inneren sind zwei- oder vierkantig. Einige Achänen sind kurz und unregelmäßig geflügelt. Falls ein Pappus vorhanden ist, besteht er aus einem Ring von sehr kurzen feinen Haaren oder kleiner Schuppen und es können ein bis zu sechs fragile Grannen vorhanden sein.
Systematik und Verbreitung Die Gattung Wollastonia wurde 1834 durch Augustin Pyramus de Candolle in Joseph Decaisne: Description d’un herbier de l’ile de Timor: faisant partie des collections botaniques du Muséum d’Histoire Naturelle. in Nouvelles Annales du Museum d’Histoire Naturelle, Band 3, Seite 414 aufgestellt. Eine Typusart wurde nicht festgelegt. Der Gattungsname Wollastonia ehrt den englischen Arzt, Physiker und Chemiker William Hyde Wollaston (1766–1828), der die chemischen Elemente Palladium und Rhodium entdeckte.
Die Gattung Wollastonia gehört zur Subtribus Ecliptinae aus der Tribus Heliantheae in der Unterfamilie Asteroideae innerhalb der Familie der Asteraceae. Lange Zeit waren nur wenige (beispielsweise 2010 zwei Arten) Arten in der Gattung Wollastonia s. str. enthalten.
2013 bearbeitete Anthony E. Orchard in The Wollastonia/Melanthera/Wedelia generic complex (Asteraceae: Ecliptinae), with particular reference to Australia and Malesia. In: Nuytsia, Volume 23, S. 337–466 den Wollastonia / Melanthera / Wedelia Gattungskomplex, dabei wurde der Umfang dieser Gattungen wesentlich geändert. Die 13 australasischen Arten, die bisher in Wedelia eingegliedert waren, sind seit 2013 in den neuen Gattungen, Lipoblepharis sowie Apowollastonia und in der durch Wagner et al. 1999 erweiterten Gattung Wollastonia s. l gestellt worden. Synonyme für Wollastonia s. l. sind: Wedelia sect. Wollastonia , Aphanopappus , Schizophyllum nom. illeg. non , Lipochaeta sect. Aphanopappus , Niebuhria nom. inval., Seruneum nom. illeg. superfl., Niebuhria nom. illeg. non nec
Die etwa 20 Arten der Gattung Wollastonia s. l. sind von den Küsten Ostafrikas über Inseln des Indischen Ozeans bis zum Indischen Subkontinent, China sowie Japan, Malesien, das nördliche bis östliche Australien und über Inseln des südlichen Pazifik bis Fidschi verbreitet. Orchard stellte 2013 16 Arten, die nur auf Hawaiʻi vorkommen, in die Gattung Wollastonia s. l. Nach POWO werden diese Arten in die Gattung Lipochaeta gestellt.
Seit Orchard 2013 gehören zur Gattung Wollastonia s. l. etwa 20 Arten:
Wollastonia biflora (Syn.: Acmella biflora , Adenostemma biflorum , Melanthera biflora , Niebuhria biflora , Seruneum biflorum , Stemmodontia biflora , Verbesina biflora , Wedelia biflora , Buphthalmum australe , Verbesina scandens nom. inval., nom. nud., Verbesina scandens , Verbesina strigulosa , Wollastonia strigulosa , Wollastonia scabriuscula nom. illeg. superfl., Wollastonia insularis , Wollastonia glabrata , Wedelia glabrata , Wollastonia zanzibarensis , Spilanthes peregrina , Wollastonia serrulata ): Sie ist fast im ganzen Gebiet der Gattung verbreitet, aber kommt nicht in Hawaiʻi vor. Es sind 2013 zwei Varietäten akzeptiert: Wollastonia biflora var. biflora Wollastonia biflora var. ryukyuensis (Syn.: Wedelia biflora var. ryukyuensis , Melanthera biflora var. ryukyuensis ): Diese Neukombination erfolgte 2013. Sie kommt an den Küsten nur der japanischen Insel Kyushu sowie der Ryūkyū-Inseln und in Taiwan vor. Wollastonia bryanii : Diese Neukombination erfolgte 2013. Sie ist nur von der Typusaufsammlung von 1931 in Hawaii bekannt. Ein Synonym ist Lipochaeta bryanii . Wollastonia dentata (Syn.: Eclipta dentata nom. nud. non , Verbesina prostrata nom. illeg., non , Wollastonia prostrata nom illeg. non , Wedelia prostrata , Melanthera prostrata , Wedelia prostrata var. robusta , Wedelia robusta , Melanthera robusta ): Diese Neukombination erfolgte 2013. Sie ist besonders an den Küsten in China, Taiwan, Japan, Korea, Thailand, Vietnam sowie in den Philippinen verbreitet. Wollastonia fauriei : Diese Neukombination erfolgte 2013. Sie kommt nur in Hawaii vor. Ein Synonym ist Lipochaeta fauriei . Wollastonia integrifolia : Diese Neukombination erfolgte 2013. Sie kommt nur in Hawaii vor. Ein Synonym ist Lipochaeta integrifolia . Wollastonia kamolensis : Diese Neukombination erfolgte 2013. Sie kommt nur in Hawaii vor. Ein Synonym ist Lipochaeta kamolensis . Wollastonia lavarum : Diese Neukombination erfolgte 2013. Sie kommt nur in Hawaii vor. Ein Synonym ist Lipochaeta lavarum . Wollastonia lifuana : Diese Neukombination erfolgte 2013. Sie kommt auf pazifischen Inseln vor. Wollastonia micrantha : Diese Neukombination erfolgte 2013. Die zwei Unterarten kommen nur in Hawaii vor: Ein Synonym ist Lipochaeta micrantha . Wollastonia micrantha subsp. exigua : Diese Neukombination erfolgte 2013. Wollastonia micrantha subsp. micrantha Wollastonia perdita : Diese Neukombination erfolgte 2013. Sie kommt nur in Hawaii vor. Ein Synonym ist Lipochaeta perdita . Wollastonia populifolia : Diese Neukombination erfolgte 2013. Sie kommt nur in Hawaii vor. Ein Synonym ist Lipochaeta populifolia . Wollastonia remyi : Diese Neukombination erfolgte 2013. Sie kommt nur in Hawaii vor. Ein Synonym ist Lipochaeta remyi . Wollastonia scabriuscula : Wollastonia subcordata : Diese Neukombination erfolgte 2013. Sie kommt nur in Hawaii vor. Ein Synonym ist Lipochaeta subcordata . Wollastonia tenuifolia : Diese Neukombination erfolgte 2013. Sie kommt nur in Hawaii vor. Ein Synonym ist Lipochaeta tenuifolia . Wollastonia tenuis : Diese Neukombination erfolgte 2013. Sie kommt nur in Hawaii vor. Ein Synonym ist Lipochaeta tenuis . Wollastonia uniflora (Syn.: Buphthalmum uniflorum nom. nud., Buphthalmum uniflorum , Buphthalmum uniflorum , Wedelia forsteriana nom. illeg. superfl., Wollastonia forsteriana nom. illeg. superfl., Wedelia uniflora , Buphthalmum procumbens nom. inval., nom. nud., Verbesina canescens , Wollastonia canescens , Stemmodontia canescens , Wedelia canescens , Wedelia biflora var. canescens , Verbesina argentea , Wedelia argentea , Wedelia chamissonis nom. illeg. superfl., Verbesina canescens , Lipochaeta ovata ): Sie kommt in Australien und auf Norfolk sowie der Lord-Howe-Insel und einigen Inseln Mikronesiens vor. Wollastonia venosa : Diese Neukombination erfolgte 2013. Sie kommt nur in Hawaii vor. Ein Synonym ist Lipochaeta venosa . Wollastonia waimeaensis : Diese Neukombination erfolgte 2013. Sie kommt nur in Hawaii vor. Ein Synonym ist Lipochaeta waimeaensis .
Nutzung Wollastonia uniflora wird in Guam in der Volksmedizin verwendet, dort wird aus den unterirdischen Teilen sowie den Laubblättern durch Kochen ein Getränk gegen Tuberkulose hergestellt.
Quellen Literatur F. R. Fosberg, M. H. Sachet: Wollastonia, S. 30–34. In: Systematic studies of Micronesian plants. In: Smithsonian Contributions to Botany, Band 45, 1980, S. 1–40. Anthony E. Orchard: The Wollastonia/Melanthera/Wedelia generic complex (Asteraceae: Ecliptinae), with particular reference to Australia and Malesia. In: Nuytsia, Band 23, 2013, S. 337–466. Volltext-PDF.
Einzelnachweise Joseph Decaisne ex Augustin Pyramus de Candolle: Nouvelles Annales du Museum d’Histoire Naturelle, Tome Troisième, 1834, S. 414. eingescannt bei biodiversitylibrary.org. Yousheng Chen, D. J. Nicholas Hind: Heliantheae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 20–21, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2010. Wollastonia Candolle ex Decaisne - textgleich online wie gedrucktes Werk. Datenblatt Wollastonia bei Global Compositae Database. A. E. Orchard, 2015: Datenblatt Wollastonia In: Flora of Australia. Australian Biological Resources Study des Department of Climate Change, Energy, the Environment and Water: Canberra. Anthony E. Orchard: The Wollastonia/Melanthera/Wedelia generic complex (Asteraceae: Ecliptinae), with particular reference to Australia and Malesia. In: Nuytsia, Volume 23, 2013, S. 337–466. Volltext-PDF.
Weblinks
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Kategorie:Heliantheae