Die Glasgow Rangers (eigentlich Rangers Football Club, kurz Rangers F.C.) sind ein schottischer Fußballverein aus Glasgow. Mit 55 gewonnenen schottischen Meisterschaften hat der Verein nach Celtic Glasgow (56 Titel) und Linfield (57 Titel) die drittmeisten gewonnenen Erstligameisterschaften im Männerfußball.

Eine Insolvenz im Jahr 2012 zwang die Rangers, 2012/13 unter neuer Betreibergesellschaft in der viertklassigen Scottish League Two anzutreten. Nach drei Aufstiegen in vier Saisons gelang 2016 die Rückkehr in die höchste schottische Liga, die Scottish Premiership, in der man seither wieder antritt. 2021 gelang erstmals seit 2011 wieder der Gewinn der Meisterschaft.

Die Heimspiele werden im reinen Sitzplatzstadion Ibrox Stadium im Südwesten Glasgows ausgetragen. Es bietet 50.817 Zuschauern Platz und wurde von der UEFA als erstes schottische Stadion mit dem Prädikat „Kategorie 4“ eingeordnet.

Die Spieler und Anhänger der Rangers entstammen verschiedenen Nationalitäten und Religionen, obwohl der Klub traditionell von zumeist britisch-protestantischen Bürgerlichen in Schottland favorisiert wurde. Das als Old Firm bekannte Stadtderby mit dem traditionell irisch-katholischen Arbeiterverein Celtic gilt als eine der erbittertsten Vereinsfehden des Fußballs überhaupt.„A rivalry tied up in religion“ (BBC)

Spitznamen des Vereins sind „The Gers“ (als Kurzform des Vereinsnamens „Rangers“) und „The Teddy Bears“, was sich als „Rhyming Slang“ auf „Gers“ gebildet hatte. Die Anhänger der Rangers bezeichnen sich gegenseitig auch als „Bluenoses“. Da im Vereinsnamen der Zusatz „Glasgow“ nicht vorhanden ist, wird von dem Klub in Großbritannien nur als „Rangers“ oder „Rangers F.C.“ gesprochen.

Geschichte Geburtsstunde und die ersten Jahre (1873–1899) Als die Brüder Peter und Moses McNeil sowie William McBeath und Peter Campbell im heimischen Park Glasgow Green in Flesher’s Haugh einer Gruppe junger Männer beim Fußballspielen zusahen, entschieden sich die jungen protestantischen Studenten zur Gründung einer eigenen Mannschaft. Die erste Partie dieses Teams fand unter dem Namen „Argyle“ im Mai 1872 in Flesher’s Haugh gegen den FC Callander statt und endete mit einem torlosen 0:0. Moses McNeil schlug während der offiziellen Gründung am 15. Juli 1873 den Namen „Rangers“ vor, da er diesen zuvor in einem Buch über den englischen Rugbysport entdeckt hatte. Das zweite Spiel hatte zuvor gegen ein Team mit dem Namen Clyde – nicht identisch mit dem heutigen FC Clyde – stattgefunden, das deutlich mit 11:0 besiegt werden konnte.

In der Folgezeit entwickelte der Klub festere Strukturen eines geregelten Fußballvereins und im Jahre 1876 wurde mit Moses McNeil erstmals ein Rangers-Akteur zu einem Spiel der schottischen Nationalmannschaft berufen, die gegen Wales antrat. Als in den 1870er-Jahren zunächst der bereits 1867 gegründete FC Queen’s Park eine dominierende Rolle spielte, fand das heute als „Old Firm“ bekannte Duell gegen Celtic Glasgow seine Geburtsstunde im Jahr 1888 – es endete als Freundschaftsspiel mit einem 5:2-Sieg für Celtic. Zwei Jahre später nahm die schottische Liga ihren Spielbetrieb auf und bereits in ihrer ersten Spielzeit verbuchten die Rangers einen Erfolg. Punktgleich mit dem FC Dumbarton belegte der Verein den ersten Platz und nach dem 2:2 in einem Entscheidungsspiel wurde der Titel zwischen den beiden Klubs geteilt.

Nachdem die Rangers in den Jahren 1877 und 1879 noch jeweils gegen den FC Vale of Leven im Endspiel des schottischen Pokals unterlegen gewesen waren, gewann die Mannschaft im Jahre 1894 erstmals den „Scottish Cup“ durch einen 3:1-Finalsieg gegen Celtic. Im Jahr 1887 hatte der Verein zuvor kurz vor dem Gewinn des englischen FA Cups gestanden, als erst im Halbfinale Aston Villa Endstation für die Rangers gewesen war.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts gewannen die Rangers noch zwei schottische Pokalausgaben in den Jahren 1897 und 1898. Die Meisterschaft in der Saison 1898/99 wurde schließlich überlegen errungen, als die Rangers alle 18 Ligaspiele gewinnen konnten. Ebenfalls im Jahr 1899 wurde aus dem Verein eine Aktiengesellschaft, die William Wilton offiziell als ersten Mannschaftstrainer anstellte. Es formierte sich zudem der erste Vorstand mit dem ersten Vorsitzenden James Henderson, womit der Klub die Weichen zu einem der erfolgreichsten schottischen Vereine stellte.

William Wilton/Bill Struth: Die ersten Trainer (1899–1954) mini|Das Team des schottischen Meisters 1928 Zu Beginn des frühen 20. Jahrhunderts konnten die Rangers die Erfolge bestätigen und gewannen zwischen 1900 und 1918 sieben schottische Meisterschaften. Der nicht erfolgreichen Titelverteidigung im Jahr 1919 folgte eine der besten Spielzeiten in der Vereinsgeschichte, als das Team in der Saison 1919/20 unter Trainer William Wilton und dessen seit 1914 beim Verein aktiven rechten Hand Bill Struth in 42 Ligaspielen 106 Tore erzielte. Während dieser Zeit wurden die Fundamente für ein schottisches Passspiel gelegt, das in taktischer Hinsicht eine deutliche Weiterentwicklung im schottischen Fußball offenbarte. Gemeinsam mit Celtic dominierten die Rangers nun das Geschehen in der heimischen Liga.

Als Wilton im Mai 1920 bei einem Bootsunfall zu Tode kam, beerbte ihn Struth als erst zweiter offizieller Trainer der Rangers. Struth sollte dieses Amt bis zum Jahre 1954 ausführen und dabei 18 Ligatitel, zehn Pokalwettsiege und zwei Ligapokalausgaben erringen. Unter seiner Ägide fiel auch in der Saison 1948/49 das erste Triple in der Geschichte des schottischen Fußballs aus allen drei heimischen Wettbewerben.

Scot Symon: Erste europäische Teilnahmen (1954–1967) Nach dem Gewinn zweier weiterer Doubles unter Bill Struth in den Jahren 1950 und 1953, wurde Scot Symon 1954 dritter Rangers-Trainer in der Geschichte des Vereins. Der Verein nahm unter Symon erstmals an einem europäischen Vereinswettbewerb teil und unterlag dort der französischen Mannschaft OGC Nizza. Mit 1:7 erlitten die Rangers 1957 zudem im Ligapokalfinale gegen Celtic die bis zum heutigen Tage höchste Niederlage. Drei Jahre später zog der Klub ins Halbfinale des Europapokals der Landesmeister ein und verlor dort gegen Eintracht Frankfurt nach Hin- und Rückspiel mit 4:12 Toren – dies bedeutet bis zum heutigen Tage Negativrekord für einen schottischen Fußballverein. Nur ein Jahr später zogen die Rangers ins Endspiel des Europapokals der Pokalsieger ein, um dort dem italienischen Verein AC Florenz in zwei Partien mit 1:4 zu unterliegen. Im gleichen Wettbewerb standen die Rangers sechs Jahre später erneut im Finale und verloren nun mit 0:1 nach Verlängerung gegen den FC Bayern München.

In der heimischen Liga hatten sich die Rangers spätestens ab den 1950er-Jahren neben dem regelmäßigen Weggang wichtiger Spieler in Richtung England auch der neu erstarkten Konkurrenz aus Edinburgh zu erwehren, konnten eine längere Durststrecke, wie sie der Rivale Celtic zu der Zeit durchlief, jedoch verhindern.

David White: Ein kurzes Intermezzo (1967–1969) Als erst vierter Trainer in der Rangers-Geschichte folgte schließlich 1967 David White, der aber nach nur zwei titellosen Jahren wieder aus seinem Amt entfernt wurde. Die Vorzeichen hatten sich nun im innerstädtischen Wettbewerb wieder deutlich zugunsten von Celtic verschoben, die just in dem Jahre mit dem europäischen Landesmeisterwettbewerb den größten Erfolg im britischen Fußball erringen konnte, als die Rangers sechs Tage später ihr Pokalfinale gegen den FC Bayern verloren. Bis 1974 sollten insgesamt neun schottische Meisterschaften in Serie an die „Bhoys“ gehen.

Willie Waddell: Europapokalsieger (1969–1972) Mit der Verpflichtung des ehemaligen Außenläufers Willie Waddell im Jahre 1969 als neuem sportlichen Leiter kehrte sukzessive der Erfolg zurück. Im Januar 1971 erfuhr der Klub jedoch bei einem Old-Firm-Spiel gegen Celtic eine Katastrophe im Ibrox Stadium, bei der 66 Personen auf der Osttribüne zu Tode kamen und über 200 weitere Anhänger Verletzungen erlitten. Etwas über ein Jahr später führte der als „Schleifer“ bekannte Waddell sein Team zum ersten – und bis heute einzigen – Sieg in einem europäischen Vereinswettbewerb, als das Finale im Europapokal der Pokalsieger gegen Dynamo Moskau im Camp Nou nach zwei Toren von Willie Johnston und einem weiteren Treffer von Colin Stein mit 3:2 gewonnen werden konnte. Dabei musste das Spiel nach einer Platzstürmung der Anhänger vorzeitig abgebrochen werden und die Rangers-Spieler erhielten die Trophäe erst in ihrer Umkleidekabine. Später erhielt der Verein aufgrund der Vorkommnisse während der Partie auf den Rängen und nach schweren Fan-Ausschreitungen im Umfeld des Spiels eine zweijährige Sperre für den gesamten Europapokal, die anschließend auf ein Jahr reduziert wurde – eine Titelverteidigung war daher für die Rangers nicht möglich. Waddell räumte nach dem Triumph seinen Trainerstuhl und bekleidete fortan im Verein das Amt eines Generalmanagers. Sein vormaliger Kotrainer Jock Wallace übernahm die sportliche Leitung.

Jock Wallace: Rückkehr an die Spitze (1972–1978) Unter der Regentschaft von Jock Wallace kamen die Rangers auch in den heimischen Wettbewerben wieder zu Erfolgen. In seiner ersten Saison, zugleich das hundertjährige Vereinsjubiläum, gewann er nach einem 3:2-Finalsieg gegen Celtic wieder den schottischen Pokal. Mit der Meisterschaft in der Spielzeit 1974/75 beendeten die Rangers die zuvor neunjährige Dominanz des Erzrivalen. Auch in der neuen „Premier Division“, die ab 1975 als neue oberste Spielklasse in Schottland fungierte und nur noch aus zehn Mannschaften bestand, wurden die Rangers auf Anhieb Meister und durch die beiden Pokalsiege in FA Cup und Ligapokal konnte ein weiteres Triple eingefahren werden. Einer titellosen Spielzeit 1976/77 folgte ein Jahr später das vierte Triple in der Vereinsgeschichte – bezogen auf die schottischen Wettbewerbe.

Mit dieser Rückkehr an die Spitze zur Mitte der 1970er-Jahre festigte der Verein wieder seinen Status als erfolgreichster schottischer Fußballverein. Überraschend verkündete Wallace jedoch im Jahre 1978 seinen Rücktritt und ließ seine genauen Beweggründe dafür im Unklaren. Mit John Greig übernahm ein ehemals erfolgreicher Rangers-Spieler und Mannschaftskapitän dieser Zeit das Traineramt.

John Greig: Stagnation (1978–1983) Greigs Amtszeit begann vielversprechend, als der Triple-Gewinner des Vorjahres auch im Europapokal der Landesmeister zu Beginn gute Ergebnisse erzielte. Nach einer 0:1-Hinspielniederlage gegen Juventus Turin drehte der schottische Meister mit einem 2:0-Sieg noch die Partie. In der nächsten Runde besiegten die Rangers die PSV Eindhoven und standen dann im Viertelfinale dem 1. FC Köln gegenüber. Große Verletzungsprobleme bei den Rangers waren dort mitverantwortlich dafür, dass der deutsche Meister mit insgesamt 2:1 nach beiden Spielen die Oberhand behielt. In der Folgezeit ließen die Leistungen auch in der heimischen Liga immer mehr nach und die Dominanz zur Mitte der 70er-Jahre fand ihr abruptes Ende. Greig scheiterte dabei vor allem damit, das Erfolgsteam von Wallace umzubauen. In den frühen 1980er-Jahren hatte die Rangers dabei nicht nur Probleme mit Celtic; auch der FC Aberdeen und Dundee United hatten sich zwischenzeitlich als ernsthafte Wettbewerber an der schottischen Spitze entwickelt und in Abgrenzung zu den beiden Teams aus Glasgow die sogenannte „New Firm“ begründet. Diese Dauerkrise der Rangers konnte lediglich durch sporadische Pokalerfolge unterbrochen werden und im Jahr 1981 war der Gewinn des schottischen Pokals und dabei die Leistung des Flügelspielers Davie Cooper eine der wenigen sportlichen Lichtblicke. Obwohl der Klub einige Achtungserfolge im Ligapokal feiern konnte, war 1983 nach fünf Jahren ohne Gewinn der schottischen Meisterschaft der stetig wachsende Druck auf die Vereinsführung zu groß und Greig reagierte darauf mit seinem Rücktritt.

Jock Wallace: Die zweite Amtszeit (1983–1986)