mini|Das Gutshaus in Flessenow im Jahr 2014. mini|Das Gutshaus im Jahr 2023. Das Gutshaus in Flessenow, einem Gemeindeteil von Dobin am See im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern, ist ein geschütztes Baudenkmal.

Geschichte Das alte Gutshaus an der Lindenstraße 8 ist ein verputzter Bau der Neorenaissance. Eine Kastanienallee verläuftVgl. Franz Eugen Geinitz: Die Seen, Moore und Flussläufe Mecklenburgs. Ein Versuch der Erklärung. Commissionsverlag von Opitz & Co., Güstrow 1886, S. 25. bis zum Schweriner See.

Über die Historie des Herrensitzes ist wenig bekanntgeworden. Die Gemeinde und das Gut war nach der Kirchgemeinde Retgendorf eingekircht. Flessenow war lange ein Nebengut von Retgendorf. Um 1753 bekam ein Oberst von Sperling Kredite für den Erwerb von acht Gütern, u. a. darunter Flessenow. Dieser Gesamtkomplex wurde nur wenige Jahre später aufgeteilt, so an Adolf Ludwig von Spörken. 1792 erwarb der Kammerherr und Reisemarschall Bernhard Jo(a)chim von Bülow den Besitz Retgendorf mit Flessenow. Ab 1832 stellte die Familie von Schack die Grundherren, ihnen gehörte ebenso Retgendorf.Friedrich Schlie: Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Grossherzogthums Mecklenburg-Schwerin. Band II: Die Amtsgerichtsbezirke Wismar, Grevesmühlen, Rehna, Gadebusch und Schwerin. Hrsg. Großherzogliches Ministerium des Innern-Commission zur Erhaltung der Denkmäler, Kommission K. F. Köhler-Leipzig, Bärensprung, Schwerin i. M. 1898, S. 649/650. Drei GenerationenHans Friedrich von Ehrenkrook, Carola von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen Thiedicke von Flotow, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel) 1960. Band V, Band 24 der Gesamtreihe GHdA. Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg a. d. Lahn 1960, , S. 419–420. blieb das Adelsgeschlecht, zuerst mit Christoph von Schack-Rey (1791–1850), dann dessen Sohn Hermann von Schack zu Retgendorf (1822–1884), folgend der Enkel Karl Christoph von Schack-Flessenow (1848–1906), welcher zuletzt in Berlin lebte.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde Gut Flessenow immer eigenständiger, sein neuer EigentümerFreiherr Gustav von dem Bussche: Stammtafeln der von dem Bussche. (Anlage zur: Geschichte der von dem Bussche/Theil 1), August Lax, Hildesheim 1887, Tafel XVII.Vgl. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1912. Jahrgang 62, Justus Perthes, Gotha 25. Oktober 1911, S. 113. wurde Eberhard Clamer Wilhelm Carl Georg Eduard Julius von dem Bussche-Hünnefeld. Er lebte mit seiner Familie auch am Ort. 1900 gehörte der Ort und das Gut räumlich zum Ritterschaftlichen Amt Schwerin,Regierungs-Blatt für das Großherzogt(h)um Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1900-No. 33, Bärensprung, Ausgegeben Schwerin, Freitag den 12. Oktober 1900, S. 349. vormals zum Ritterschaftlichen Amt Mecklenburg. Weit bis Anfang in die 1920er Jahre blieb Eberhard Freiherr von dem Bussche-Hünnefeld (1844–1926) örtlicher Gutsbesitzer.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (DAG). Teil A (Uradel). 1940. Jahrgang 90, Justus Perthes, Gotha Herbst 1939, S. 97.

Im Herbst 1923 wurde der Hamburger Großkaufmann Richard Söllner neuer Gutsherr.Mecklenburg-Schwerinsches Statistisches Amt (Hrsg.): Mecklenburg-Schwerinsches Staatshandbuch. 1923. 140. Ausgabe, Bärensprung Hofbuchdruckerei, Schwerin 1923, S. 211. Söllner wohnte größtenteils in Hamburg. Es wurde auch eine Windmühle und eine Dampfmolkerei betrieben.Vgl. Nachtrag, In: Adolf Freiherr Maltzan: Handbuch des Grundbesitzes im Deutsche Reiche. 1924. Band: Mecklenburg-Schwerin und -Strelitz, Oldenburgischer Anteil Lübeck, Hansestädte Bremen, Lübeck, Hamburg. 4. Auflage, Nicolaische Verlagsbuchhandlung Rudolf Stricker, Berlin 1924/September 1923, S. 166, u. Nachtrag, S. 3. Ende der 1920er Jahre beinhalte sein Gut Flessenow 461 ha, davon 5 ha Wald.Ernst Seyfert, Hans Wehner, W. Baarck: Landwirtschaftliches Adreßbuch für Mecklenburg-Schwerin und -Strelitz. 1928. In: Niekammer’s Landwirtschaftliches Güter-Adreßbücher. (Letzte Ausgabe Mecklenburg), Band IV, 4. Auflage, Erf., Selbstverlag von Niekammer’s Güter-Adreßbüchern GmbH, Leipzig 1928, S. 177.

Im Ort und Gut Flessenow lebten Ende der 1930er Jahre 83 Einwohner, in Neu Flessenow 14 Einwohner gesamt.Staatsministerium, Abt. Inneres (Hrsg.): Regierungsblatt für Mecklenburg. 1940-Nr. 46, Bärensprung, Schwerin, Freitag den 1. November 1940, S. 240. Die Familie des Traugott Johann Richard Söllner führte früh ein eigenes Wappen.Vgl. Reprint von: Otto Titan von Hefner, Adolf Matthias Hildebrandt, Gustav Adelbert Seyler: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch. Band. Die Wappen bürgerlicher Geschlechter Deutschlands und der Schweiz. Bauer und Raspe E. Küster, Nürnberg 1975, S. 19. Der Besitz Flessenow war zuletzt ein freies Allod-Gut des Besitzers, bis zu den Enteignungen 1945/1946.

Zu DDR-Zeiten wurde das Haus bewohnt und beherbergte auch den Konsum des Dorfes. Im Jahr 2023 war es in einem ruinösen Zustand.

Die Gebäude der Gutsanlage wurden weitestgehend abgetragen.

Literatur Flessenow/Gut Flessenow, In: Wilhelm Raabe, Gustav Quade: Mecklenburgische Baterlandskunde. Specielle Ortskunde beider Großherzogt(h)ümer Mecklenburg. Band 1, 2. Auflage, Hinstorff Hofbuchhandlung Verlagsconto, Wismar 1894, S. 94 f.

Weblinks

Beschreibung bei Gutshäuser und Schlösser in Mecklenburg-Vorpommern

Einzelnachweise

Kategorie:Bauwerk in Dobin am See Kategorie:Baudenkmal in Dobin am See Kategorie:Erbaut im 19. Jahrhundert Kategorie:Neorenaissancebauwerk in Mecklenburg-Vorpommern Flessenow