mini|Christopher Winter Christopher Winter (* 1968 in Kent, EnglandChristopher Winter. Bavarian Heaven. Ausstellungskatalog, 2002, Hrsg. Wilhelm-Hack-Museum, ISBN 3-934713-04-1) ist ein britischer Maler.
Leben Christopher Winter studierte am Hastings College of Arts in Hastings, an der Camberwell School of Art in London und von Oktober 1996 bis Juni 1998 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Fritz Schwegler.Christopher Winter. Archipelago of The Mind. Monografie, 2021, Kerber Verlag, ISBN 978-3-7356-0807-9 Von Oktober 1993 bis Juni 1994 war er Stipendiat der Stadt Mannheim. Winter lebt und arbeitet sowohl in Berlin, als auch in Hastings (England).
Werk Winter beschäftigt sich hauptsächlich mit figurativer Malerei, daneben aber auch mit Video und Skulptur. Er greift für seine Malerei auf vorhandene Quellen zurück, um ihre Inhalte in seine Bildsprache zu übertragen. Insofern lässt er sich als Vertreter der Appropriation Art bezeichnen. Seine Malerei wird insbesondere durch Werke anderer Künstler, häufig die der alten Meister, Literatur, wie Märchen oder Romane sowie durch Filme, Politik und Geschichte beeinflusst.Dirk Lehr: The Winter's Tale. In: Christopher Winter. Dizzyland. 20 Years in Germany. Monografie. Kerber Verlag, 2015, ISBN 978-3-7356-0085-1. Die Serie Bavarian Postcards beispielsweise basiert auf handelsüblichen Ansichtskarten aus dem Berchtesgadener Land. Insbesondere Motive vom Obersalzberg und Umgebung integriert Winter hier in seine zum Teil großformatigen Leinwandarbeiten und bläht sie zu überdimensional großen „Kitsch-Postkarten“ auf.Theresia Kiefer in Christopher Winter. Bavarian Heaven. Ausstellungskatalog. Hrsg. Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen 2002, ISBN 3-934713-04-1.Thomas Köhler: Bavarian Postcards. In: Christopher Winter. Dizzyland. 20 Years in Germany. Monografie. Kerber Verlag, 2015, ISBN 978-3-7356-0085-1.
Die Werkfolge Virgin Forest basiert auf der Gegenüberstellung englischer und deutscher Märchen. Für sie greift Winter insbesondere auf Gemälde alter Meister, wie zum Beispiel von Caravaggio zurück.Charles A. Riley II: Virgin Forest:The Paintings of Christopher Winter. In: Virgin Forest. Ausstellungskatalog, Hrsg. Edelman Arts und Salander-O'Reilly. 2006, ISBN 1-58821-141-X. Für die Werkfolge Super Nature lehnt er sich immer wieder an Caspar David Friedrichs Gemälde Der Wanderer über dem Nebelmeer an.Dirk Lehr: Super Nature. Ausstellungskatalog. Hrsg. Karl Oskar Gallery. Berlin 2024. In Spook-a-Rama widmet sich Winter der Ästhetik der Metapher und Doppeldeutigkeit. Die Werkfolge Primeval wird durch den Roman Lord of the Flies von William Golding beeinflusst. Protagonisten seiner Bilder sind auch hier, wie bei Golding, Kinder und Jugendliche, die von Auflösungserscheinungen gesellschaftlicher Konventionen und Normen befallen sind und Richtung Anarchie taumeln.
In den Serien Weird Science und Unnatural History beschäftigt sich Winter mit der menschlichen Sehnsucht nach Übersinnlichkeit, Zauberei und Magie. Er bewegt sich hier im Grenzbereich zwischen Fiktion und Realität, Traum und Trugschluss. Seine Werkfolge Speculative Realism ist durch den Roman 1Q84 des japanischen Schriftstellers Haruki Murakami inspiriert. Darin beschäftigt sich Winter mit der Erweiterung des Bildraumes und verschiedenen Aspekten von Realität, indem er Installation und Malerei miteinander verbindet.Dirk Lehr: Reality Island. In: Christopher Winter. Archipelago of The Mind. Monografie. Kerber Verlag, 2021, ISBN 978-3-7356-0807-9. In seinen Interieur-Bildern erzeugt Winter eine zweite Wirklichkeit, mit der er den Betrachter konfrontiert. In den von erzählerischer Dichte gekennzeichneten Bildwelten vermischt sich das Vertraute mit dem Unbekannten, das Mögliche mit dem Rätselhaften, das Alltägliche mit dem Absurden. Artefakte, die erkennbar Teil der Realität sind, erhalten auf der Leinwand eine zweite Identität.
Winter treibt ein Spiel mit skurrilen Sujets, absurden Szenen und ethischen Normen. Er beansprucht mit seiner Bildsprache das Koordinatensystem unseres Welt- und Selbstbildes, indem er die Grenzen gesellschaftlicher Normen und die des anerkannten guten Geschmacks immer wieder aufs Neue strapaziert. Bei ihm steht die Wirklichkeit, das Vorstellbare an der Schwelle zum Absurden, zur Fiktion; es ist das Zwielicht, in welchem Winters Arbeiten generell anzusiedeln sind.Christopher Winter: Dizzyland. Monografie. Kerber Verlag, 2015, ISBN 978-3-7356-0085-1.
Projekte (Auswahl) Im Jahr 2007 eröffnete Winter als erster von fünf Künstlern die vom Bauhaus Museum Dessau initiierte Ausstellungsreihe „Drive-Thru-Gallery“ in Aschersleben.Kunst trifft Baulücke. In: Stern vom 21. November 2007 In Baulücken wurden überdimensional große Reproduktionen von Winters Gemälden aufgestellt und diese dadurch optisch geschlossen. Damit sollte auf die zunehmende Verwaisung ostdeutscher Städte aufmerksam gemacht werden.
Winter kooperierte 2009 mit Pit Baumgartner, Gründer und Produzent der Musikformation De-Phazz. Beide brachten unter dem Titel Ich zeig dir was einen Katalog mit Audio-CD heraus.Ich zeig dir was. Christopher Winter, Manfred Maser, Pit Baumgartner. Katalog mit Audio-CD. 2009, ISBN 978-3-940978-01-1. Für das im Jahr 2026 veröffentlichte Solo-Album The Electric Heidiland von Reinhold Heil stellte Winter das Cover-Gemälde.Reinhold Heil: The Electric Heidiland - The Lost Soloalbum, Sounds&Books vom 2. Juli 2026, abgerufen am 4. Juli 2026
Winter war Mitbegründer und Co-Direktor der Ausstellungsreihe KIK (Kunst im Kino International). In der Zeit von 2014 bis 2015 verantwortete er im Berliner Kino International mehrere Gruppenausstellungen.
Arbeiten in Sammlungen (Auswahl) Vassar College, The Frances Loeb Art Center, New YorkChristoph Winter Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen Berlinische Galerie, Berlin Julio Serrano Segovia Collection, and Fundación Amparo y Manuel (AMMA), Mexiko-Stadtamma.art Ömer Koç Collection, Istanbul Dirk Lehr Collection, Berlin
Monografien 1999: Christopher Winter. Kindergarten. Hrsg. enders projects, Frankfurt/Main. 2002: Christopher Winter. Bavarian Heaven. Hrsg. Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen, ISBN 3-934713-04-1. 2004: Christopher Winter. Things to come. Hrsg. Basilika der Benediktinarbtei St, Bonifaz, München. 2006: Christopher Winter. Virgin Forest. Ausstellungskatalog, Hrsg. Edelman Arts und Salander O’Reilly, New York, ISBN 1-58821-141-X. 2007: Christopher Winter. Songs of Innocence. Hrsg. Neuhoff Edelman Gallery, New York. 2008: Christopher Winter. Spook-a-rama. Hrsg. Edelman Arts, New York. 2011: Christopher Winter. Weird Science. Hrsg. Lehr Zeitgenössische Kunst, Köln. 2012: Christopher Winter. Unnatural History. Hrsg. Edelman Arts, New York. 2013: Christopher Winter. 2Q13 Speculative Realism. Hrsg. Lehr Zeitgenössische Kunst, Köln. 2015: Christopher Winter. Dizzyland. 20 years in Germany. Kerber Verlag, ISBN 978-3-7356-0085-1. 2021: Christopher Winter. Archipelago of The Mind. Kerber Verlag, ISBN 978-3-7356-0807-9. 2023: Christopher Winter. Supernatura. Hrsg. ArtEX, Todi (Italien). 2024: Christopher Winter. Super Nature. Hrsg. Karl Oskar Gallery, Berlin.
Literatur (Auswahl) 2009: Ich zeig dir was. Katalog mit Audio-CD, Hrsg. Phazz-a-delic, ISBN 978-3-940978-01-1. 2010: ARTInvesor. Ausgabe 03/2010, Hrsg. Edgar Quadt. 2011: Chrismon plus. Das evangelische Magazin. Ausgabe 06/2011, Hrsg. Landesbischof Johannes Friedrich, ISSN 1619-6384. 2013: Shape the Scape. Ausstellungskatalog, Galerie Gilla Lörcher; Lehr Zeitgenössische Kunst; Galerie Ulrich Müller; Kit Schulte Contemporary Art; Widmer+Theodoridis contemporary, ISBN 978-3-033-03918-6. 2013: Beaux Arts magazine. Ausgabe April 2023, Hrsg. TTM Group, Issy-les-Moulineaux. 2016: Four Calling Birds. Ausstellungskatalog, Hrsg. Satellite Berlin, ISBN 978-3-9817173-3-4. 2017: Under Construction. Ausstellungskatalog, Hrsg. Römer & Römer 2018: XXIV Rohkunstbau, Achtung-Mind the Gap. Ausstellungskatalog, Hrsg. Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg e.V. 2020: blue. Ausstellungskatalog, Nassau County Museum, New York. 2022: Collaborations. Ausstellungskatalog, Hrsg. Oliver Mark; Guardini Stiftung. 2025: I've never been afraid of beauty! Die Sammlung Dirk Lehr. Mannheimer Kunstverein (Hrsg.), ISBN 978-3-69216-000-9 2025: Folia. Ausstellungskatalog, Hrsg. Selen Ansen, Eda Berkmen, N. Can Kantarci, ISBN 978-605-9606-56-1
Ausstellungen Einzelausstellungen (Auswahl) 1993: Illuminations, Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim 1994: Ice Houses, Galerie Säule, Mannheim 1995: Witness, Academia, Mannheim 1999: Kindergarten, Enders Projects, Frankfurt 2000: Holiday, Galerie Neue Kunst, Mannheim 2001: Amazing Stories, Enders Projects, Frankfurt 2002: Bavarian Heaven, Wilhelm-Hack Museum, Ludwigshafen 2002: Winterwonderland, Oberwelt, Stuttgart 2003: Heimat, Forum in Dominikanerkloster, Frankfurt 2004: Passion, Kunst-Station Sankt Peter, Köln 2004: Things to Come, Basilika von St. Bonifaz, München 2005: If things get real, Galerie Jaspers, München 2006: Virgin Forest, Salander O’Reilly – Edelman Arts, New York 2007: Hitzefrei, Drive Thru Gallery, Aschersleben 2007: Songs of Innocence, Neuhoff Edelman Gallery, New York 2008: Spook-a-rama, Edelman Arts, New York 2008: Big Small Works, Edelman Arts, New York 2009: Tales of Trust, Lehr Zeitgenössische Kunst, Köln 2009: Postcards from The Edge, Künstlerverein Malkasten, Düsseldorf 2010: Wild Life, Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim 2010: Evolution, Edelman Arts, New York 2010: Black Ghosts, Galerie Nord Kunstverein Tiergarten, Berlin 2010: Pablo Picasso – Zwischen Arena und Arkadien, Städtisches Museum, Albstadt 2011: Weird Science, Lehr Zeitgenössische Kunst, Köln 2011: Shooting Artists, La Pagode, Paris 2012: Unnatural History, Edelman Arts, New York 2013: 2Q13 Speculative Realism, Lehr Zeitgenössische Kunst, Köln 2014: Reflecting Realities, Mindy Solomon Gallery, Miami 2014: 2Q14 Speculative Realism, Lehr Zeitgenössische Kunst, Berlin 2014: Telling Tales, Bridport Art Centre, Bridport (UK) 2015: Virtual Being, Garis&Hahn, New York 2015: In Seach of Lost Time, Lehr Zeitgenössische Kunst, Berlin 2017: Circadian Rhythm, Lehr Zeitgenössische Kunst, Berlin 2019: Libertine Island, Karl Oskar Gallery, Berlin 2020: Norwegian Wood, Dirk Lehr Collection, Berlin 2021: Archipelago of The Mind, ZAK/Zentrum für aktuelle Kunst, Berlin 2022: Traveling between then and now, Dirk Lehr Collection Berlin 2023: Supernatura, Torculareum Museum, Todi (Italien) 2023: Archipelago of The Mind, Museum Heylshof, Worms 2024: Super Nature, Karl Oskar Gallery, Berlin 2026: The Cloud Crows of Berlin, HilbertRaum, Berlin
Gruppenausstellungen (Auswahl) 1991: Bank Show, The Bank, Lewisham Way, London 1992: Chlorine, The Bank, Marshall Street Baths, London 1997: Picture Stories, Victoria Miro, London 1997: 003 Blondes (Too Young To Die), Gasworks, London 1998: Dessins, Galerie Almine Rech, Paris 1998: Terminal, Kunsthochschule Musashino, Tokio 1998: From Here, High Street Project, Christchurch, Neuseeland 1999: une légende à suivre…., le Crédac, Centre d'art d'Ivry, Paris 1999: Networking, P-House Gallery, Tokio 1999: Fliegen eröffnet, Städtische Galerie, Moers 2001: Filmbar, Video Programm, Museum Ludwig, Köln 2001: Miscellaneous, Enders Projects, Frankfurt 2002: Der Berg, Heidelberg Kunstverein, Heidelberg 2002: Saar Ferngas Förderpreis, Wilhelm-Hack Museum, Ludwigshafen 2002: Event Horizon, Lothringer13, München 2003: Small Formats, Galerie Neue Kunst, Mannheim 2005: Origins and Nations, Galerie Nord Kunstverein Tiergarten, Berlin 2006: Surrealism: Then & Now, Paul Kasmin Gallery & Edelman Arts, New York 2006: Winter Show, Galerie Gmurzynska, St. Moritz 2006: Trees, Salander O’Reilly, New York 2007: Summer, Neuhoff Edelman Gallery, New York 2010: Cover-Up, Tape Modern, Berlin 2010: Film Winter, Film Festival Mixed-Media, H7 Raumaufzeit, Stuttgart. 2011: Peep Show, Tape Modern, Berlin