mini|hochkant=1.5|Grabdenkmal von James Douglas in der St Bride’s Church in Douglas Sir James Douglas, Lord of Douglas (auch Black Douglas, the good Douglas oder Douglas of that Ilk, * vor 1289; † 25. August 1330 bei Teba) war ein schottischer Adliger und Militär. Er war einer der herausragenden Heerführer des Ersten Schottischen Unabhängigkeitskriegs.
Herkunft James Douglas entstammte der Familie Douglas. Er war der älteste Sohn von Sir William Douglas und von dessen ersten Frau Elizabeth Stewart. Sein Vorname war im Schottland des 13. Jahrhunderts ungewöhnlich, er wurde vermutlich nach seinem Onkel James Stewart benannt, der vielleicht auch sein Pate war.Geoffrey W. S. Barrow: Robert Bruce and the Community of the Realm of Scotland. Eyre & Spottiswoode, London 1965, S. 220.
Jugend Während des Ersten Schottischen Unabhängigkeitskriegs starb sein Vater 1298 in englischer Gefangenschaft. Der englische König Eduard I. vergab die Besitzungen von William Douglas an Sir Robert Clifford.Geoffrey W. S. Barrow: Robert Bruce and the Community of the Realm of Scotland. Eyre & Spottiswoode, London 1965, S. 220. Der landlose, junge James hielt sich zwischen 1301 und 1304 in Paris auf, möglicherweise als Gefolgsmann des schottischen Bischofs William Lamberton, der als Gesandter in Frankreich war. Als Lamberton nach Schottland zurückkehrte, diente Douglas ihm als Trancheur. Nachdem sich Anfang 1304 fast alle schottischen Adligen dem englischen König unterworfen hatten, setzte sich Lamberton bei Eduard I. zugunsten von Douglas ein, damit dieser die Besitzungen seines Vaters zurückerhielt. Der König lehnte dies aber verärgert ab.
Früher Unterstützer von Robert I. Als Robert Bruce sich im März 1306 als Robert I. zum König der Schotten erhob und damit gegen Eduard I. rebellierte, schloss sich ihm Douglas sofort an. Er soll am 19. Juni 1306 an der Schlacht bei Methven teilgenommen haben, in der Robert I. eine schwere Niederlage erlitt. Douglas begleitete den König, als dieser vor den Engländern in die Highlands flüchtete. Wahrscheinlich gehörte er aber nicht zu den wenigen Begleitern, mit denen Robert I. sich zwischen September und Dezember in Kintyre, Rathlin und auf den Hebriden versteckte. Nachdem Robert I. Anfang 1307 nach Südwestschottland zurückgekehrt war und den Kampf gegen die englische Besatzung wiederaufnahm, kämpfte auch Douglas weiter gegen die Engländer. Während Robert I. im April nach Nordschottland zog, blieb Douglas zunächst in Südschottland.
mini|Ruine von Douglas Castle Um den 1. Mai 1307 eroberte er Douglas Castle, die enteignete Burg seines Vaters. Er ließ die Burg zerstören und schickte die in Gefangenschaft geratene englische Besatzung zu Robert Clifford. Kurz darauf nahm er an der Schlacht am Loudoun Hill teil. Vor der Schlacht führte er offenbar ergebnislose Verhandlungen mit dem englischen Statthalter Aymer de Valence, ehe er dann gemeinsam mit Robert I. den englischen Angriff abwehrte. Danach führte er im oberen Clydedale und im Ettrick Forest einen erfolgreichen Kleinkrieg gegen die Engländer.Geoffrey W. S. Barrow: Robert Bruce and the Community of the Realm of Scotland. Eyre & Spottiswoode, London 1965, S. 247. Als er im September 1307 von englischen Soldaten bei Paisley verfolgt wurde, konnte er seine Verfolger bei Ediford nahe Fenwick in Ayrshire schlagen.
Als Robert I. ab September 1308 einen Feldzug in Nordostschottland führte, blieb Douglas im südschottischen Ettrick Forest. Am 7. April 1308 überraschte er die Besatzung des von Clifford wieder instandgesetzten Douglas Castle beim Gottesdienst am Palmsonntag in der Kirche von Douglas und nahm sie gefangen. Anschließend besetzte er die unverteidigte Burg und brachte die Gefangenen in den Keller, wo er sie enthaupten ließ. Die Leichen ließ er in leere Proviantsäcke und Weinfässer aus dem Vorratskeller der Burg füllen. Den Burgbrunnen ließ er versalzen und mit Pferdekadavern verseuchen. Diese Eroberung wurde als Speisekammer von Douglas () bekannt. Im weiteren Verlauf des Jahres schloss er sich Robert I. an, als dieser John Macdougall, Lord of Argyll unterwarf. Er hatte dabei entscheidenden Anteil am Sieg des Königs in der Schlacht von Brander.Geoffrey W. S. Barrow: Robert Bruce and the Community of the Realm of Scotland. Eyre & Spottiswoode, London 1965, S. 257. Dann kehrte er nach Ettrick zurück, wo er eine kleine Truppe Engländer und mit ihnen verbündeten Schotten gefangen nehmen konnte. Unter diesen befand sich Thomas Randolph, ein Neffe von Robert I., den er zum König brachte.
Aufstieg als Militär Im März 1309 nahm Douglas in St Andrews als Lord an dem ersten Parlament teil, das Robert I. abhielt.Geoffrey W. S. Barrow: Robert Bruce and the Community of the Realm of Scotland. Eyre & Spottiswoode, London 1965, S. 265. In den nächsten Jahren trat er nur wenig in Erscheinung, möglicherweise, weil zu dieser Zeit der König selbst die militärischen Unternehmungen befehligte und Douglas unter ihm diente, so dass er von den Chronisten nicht erwähnt wurde. Er wird in den Berichten von den Angriffen auf Dundee, Berwick und Perth von 1312 und 1313 nicht erwähnt. Am 27. Februar 1314 gelang ihm aber ein spektakulärer Erfolg, als eine Truppe unter seiner Führung in einem nächtlichen Überraschungsangriff Roxburgh Castle, eine der wichtigsten Burgen in Südschottland eroberte.Geoffrey W. S. Barrow: Robert Bruce and the Community of the Realm of Scotland. Eyre & Spottiswoode, London 1965, S. 277. Während der Schlacht von Bannockburn soll er nach dem Bericht von Barbour eines der vier schottischen Schiltrons befehligt haben, doch da in den anderen Chroniken über die Schlacht nur von drei schottischen Schiltrons berichtet wird, kämpfte er wahrscheinlich unter dem Kommando von Edward Bruce, dem Bruder des Königs. Nach anderen Berichten war er nominell seinem Cousin, dem jungen Walter Stewart unterstellt, wobei er das eigentliche Kommando innehatte.Geoffrey W. S. Barrow: Robert Bruce and the Community of the Realm of Scotland. Eyre & Spottiswoode, London 1965, S. 299–300. Zusammen mit Stewart wurde er am Vorabend der Schlacht zum Ritter geschlagen. Nachdem der englische König Eduard II. vom Schlachtfeld geflohen war, erlaubte Robert I. Douglas, ihn zu verfolgen. Obwohl die schottische Reiterei den Begleitern des Königs zahlenmäßig vermutlich unterlegen war, verfolgte Douglas den König über Winchburgh bis nach Dunbar, von wo Eduard II. mit einem Schiff nach England entkommen konnte.Geoffrey W. S. Barrow: Robert Bruce and the Community of the Realm of Scotland. Eyre & Spottiswoode, London 1965, S. 330.
Führender schottischer Militär
Kleinkrieg in Schottland und Raubzüge nach Nordengland Nach dem Sieg bei Bannockburn setzten die Schotten ihre Raubzüge nach Nordengland fort. An diesen Überfällen nahm Robert I. jedoch nur selten teil. Stattdessen führten der zum Earl of Moray erhobene Thomas Randolph und Douglas die schottischen Truppen. Bereits im August 1314, kurz nach der Schlacht von Bannockburn führte Douglas zusammen mit Edward Bruce einen Raubzug bis nach Richmondshire.Geoffrey W. S. Barrow: Robert Bruce and the Community of the Realm of Scotland. Eyre & Spottiswoode, London 1965, S. 338. Als die Schotten im Sommer 1315 unter Robert I. in das County Durham einfielen, sandte der König Douglas nach Hartlepool. Douglas plünderte die Stadt, nahm viele Gefangene und schloss sich wieder der Streitmacht des Königs an, als dieser nach Schottland zurückkehrte.Geoffrey W. S. Barrow: Robert Bruce and the Community of the Realm of Scotland. Eyre & Spottiswoode, London 1965, S. 283. Im selben Jahr plünderte Douglas Copeland in Cumberland. Er raubte die Messgewänder des Priorats von St Bees und zog dann nach Carlisle, wo er den König bei der erfolglosen Belagerung der Stadt unterstützte. Während des letzten Angriffs der Schotten sollen seine Männer fast die Mauerkrone gestürmt haben, ehe sie zurückgetrieben wurden. Dabei soll Douglas selbst verwundet worden sein. Danach brachen die Schotten die Belagerung ab.
Am 13. Januar 1316 führte Douglas einen ebenfalls erfolglosen Überraschungsangriff auf Berwick. Dabei soll er sich nach dem Scheitern des Angriffs nur knapp in einem kleinen Boot vor der Gefangennahme gerettet haben. Im weiteren Verlauf des Jahres und im nächsten Jahr schlug Douglas in mehreren Gefechten in den Scottish Marches englische Reitertrupps, dabei wurde in einem Gefecht Robert Neville of Raby getötet.Geoffrey W. S. Barrow: Robert Bruce and the Community of the Realm of Scotland. Eyre & Spottiswoode, London 1965, S. 340. Im April 1318 war Douglas bei einem erneuten Angriff auf Berwick für die Eroberung der Stadt mitverantwortlich. Eine bestochene Wache soll den Schotten in der Morgendämmerung ein Tor geöffnet haben, worauf die Schotten die Stadt stürmen und plündern konnten. Als der König und Moray von Herbst 1316 bis Anfang 1317 einen Feldzug nach Irland unternahmen, blieb Douglas zusammen mit Walter Stewart als Warden of the March in Schottland. Er wurde aber wahrscheinlich nicht als Guardian für die Abwesenheit des Königs eingesetzt. Der Earl of Arundel, der englische Warden of the March, wollte die Abwesenheit von Robert I. nutzen und unternahm im März 1317 einen Vorstoß nach Roxburghshire. Douglas zog sich zunächst mit seiner 200 Mann starken Streitmacht zurück, worauf ein Engländer namens Elias the Clerk mit 30 Mann seinen Stützpunkt Lintalee besetzte. Als die Engländer sich über die zurückgelassenen Vorräte hermachten, griff Douglas sie überraschend an. Er ließ Elias köpfen und auch die anderen Gefangenen töten. Anschließend griff er mit seiner Streitmacht die nachlässig vorrückende englische Hauptmacht an, wobei Douglas selbst den englischen Ritter Sir Thomas Richmond vom Pferd warf und mit einem Dolch tötete.
Führer von größeren Vorstößen nach England Zusammen mit Moray führte Douglas im September 1319 eine Streitmacht bis in die Nähe von York, dabei schlugen sie in der Schlacht bei Myton eine hastig aufgestellte englische Streitmacht. Dieser Vorstoß führte zum Abbruch der englischen Belagerung von Berwick. Nachdem zwischen England und Schottland ab 1320 ein zweijähriger Waffenstillstand galt, war Douglas Anfang 1322 an den Verhandlungen mit dem englischen Earl of Lancaster beteiligt, der erfolglos gegen Eduard II. rebellierte. Im Sommer 1322 führte Eduard II. einen erfolglosen Feldzug bis nach Edinburgh. Douglas überraschte auf dem Rückzug eine englische Streitmacht, die Melrose Abbey plünderte, und fügte ihr schwere Verluste bei. Dann vereinigte er seine Truppe mit der von Robert I. und von Moray. Zusammen überschritten sie die englische Grenze, verfolgten den nur noch von einer kleinen Streitmacht begleiteten englischen König und schlugen eine englische Streitmacht in der Schlacht bei Byland, bei der Douglas den schottischen Angriff führte.Geoffrey W. S. Barrow: Robert Bruce and the Community of the Realm of Scotland. Eyre & Spottiswoode, London 1965, S. 345. Anschließend verfolgten sie weiter Eduard II., der den Schotten nur knapp entkommen konnte. In der Schlacht bei Byland hatte Douglas drei französische Ritter gefangen genommen, die auf englischer Seite gekämpft hatten. Robert I. konnte Douglas überzeugen, diese ihm zu überlassen, und der König erlaubte den Franzosen dann, ohne Lösegeldzahlung nach Frankreich zurückzukehren. Robert I. hoffte dadurch, sein Verhältnis zum französischen König Karl IV. zu verbessern, und Douglas erhielt von Robert I. 4400 Merks als Entschädigung.
Rolle beim Friedensschluss mit England