mini|hochkant=1.3|Der verschmutze Siegerwagen von Antonio Fuoco, Miguel Molina und Nicklas Nielsen mit der Startnummer 50. Daneben der nicht minder staubige Wagen mit der Startnummer 51 mini|hochkant=1.3|Der zweitplatzierte Toyota GR010 Hybrid von José María López, Kamui Kobayashi und Nyck de Vries mini|hochkant=1.3|Der nach einer Kollision mit dem Ferrari 499P von Robert Kubica ausgefallene BMW M Hybrid V8 von Dries Vanthoor, Raffaele Marciello und Marco Wittmann mini|hochkant=1.3|Der früh mit Motorschaden ausgefallene Alpine A424 von Paul-Loup Chatin, Ferdinand Habsburg und Charles Milesi Das 92. 24-Stunden-Rennen von Le Mans, der 92e Grand Prix d’Endurance les 24 Heures du Mans, auch 24 Heures du Mans, fand am 15. und 16. Juni 2024 auf dem Circuit des 24 Heures statt.
Das Rennen
Hypercars
Mit 23 Hypercars war die höchste Rennklasse beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans so gut besetzt wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Zu den in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft 2024 gemeldeten Fahrzeugen kamen zwei weitere Cadillac V-Series.R, ein dritter Werks-Porsche 963 sowie ein zweiter Lamborghini SC63. Das Rennen und die sportliche Auseinandersetzung der Hersteller und Rennteams erfüllte von Anfang die Erwartungen der 350.000 Zuschauer vor Ort. Am Ende siegte erneut Ferrari - AF Corse mit dem Rennwagenmodell 499P. Diesmal siegten Antonio Fuoco, Miguel Molina und Nicklas Nielsen. Und wie im Vorjahr musste sich Toyota Gazoo Racing mit dem GR010 Hybrid knapp geschlagen geben.Ferrari siegt erneut
Eine Woche vor dem Rennen stürzte Toyota-Werkspilot Mike Conway beim Radtraining und zog sich neben einem Schlüsselbeinbruch auch Verletzungen an den Rippen zu. Da sein Start nicht möglich war, übernahm José María López seine Position im Toyota GR010 Hybrid mit der Startnummer 7.Mike Conway fällt verletzt ausMike Conway stürzt beim Radfahren und kann nicht starten Seinen Platz im Lexus RC F GT3 bekam Jack Hawksworth.Jack Hawksworth nimmt Platz von Lopez ein
Bereits im Qualifikationstraining zeigte sich wie eng das Feld zusammenlag. Wer auf seinen schnellen Runden viel Überrundungsverkehr hatte verpasste die Hyperpole, wo die die zehn bestplatzierten Fahrzeuge die Pole-Position ausfuhren. Beide Toyota verpassten die Hyperpole, Brendon Hartley, weil ihm keine freie Runde gelang, und Kamui Kobayashi, dem alle gefahrenen Rundenzeiten gestrichen wurden. Kobayashi war ursprünglich Vierter, löste aber nach einem Dreher in den Porsche-Kurven eine Rote Flagge aus, was laut Reglement zum Verlust aller gewerteten Zeiten führte. Das Team musste vom 23. Platz aus ins Rennen gehen.Kobayashi verliert alle Rundenzeiten Die beste Rundenzeit erzielte Kévin Estre im Porsche 963 vor den beiden Cadillacs von Alex Lynn und Sébastien Bourdais.
Der Rennverlauf erfüllte die großen Erwartungen. Nach einer Fahrzeit von 24:01:55,856 Stunden lagen die ersten vier Fahrzeuge innerhalb von 37,897 Sekunden. Zwischen dem siegreichen Ferrari und dem zweitplatzierten Toyota von José María López, Kamui Kobayashi und Nyck de Vries betrug der Abstand nur 14,221 Sekunden. Toyota verlor das Rennen durch viel Pech, da der zweitplatzierte Wagen mit der Startnummer 8 dreimal außerplanmäßig die Boxen ansteuern musste. Einmal war die Frontscheibe so verschmutzt, dass der Scheibenwischer nichts mehr ausrichtete und de Vries zur Box kam, um eine der Schutzfolien abreißen zu lassen. Zweimal zwang ein Reifen-Druckverlust Lopez zum vorzeitigen Stoppen. Da alle drei Halte knapp nach dem routinemäßigen Nachtanken geschahen, fehlte die dabei verlorene Zeit auf den Sieg.Toyota verliert erneut knapp
Nachträglichen Ärger handelte sich die Rennleitung nach fragwürdigen Entscheidungen während des Rennens ein. Ein zweites Unsafe-Release von Nicklas Nielsen im Ferrari mit der Nummer 50 wurde im Gegensatz zum ersten Mal nicht bestraft. Dazu die Rennleitung: „Nach Prüfung des Videobeweises stellten die Sportkommissare fest, dass Wagen 50 seinen Boxenstoppplatz verließ, obwohl der Manager das Schild nicht anhob. Wagen 37 verlangsamte, als er Wagen 50 herannahen sah, aber Wagen 50 fuhr nicht auf die Fastlane und war für Wagen 37 zu keiner Zeit gefährlich,“Laut Rennleitung kein Unsafe-Release 5 Stunden vor Rennende drehte Alessandro Pier Guidi im Ferrari mit der Nummer 51 den vor ihm an der zweiten Stelle fahrenden Toyota mit Brendon Hartley am Steuer nach einer unnötigen Berührung um und raubte dem Wagen mit der Nummer 8 die Siegeschance. Die erste nach einer Stunde von der Rennleitung verhängte Strafe von 5 Sekunden (Addition zur Standzeit beim nächsten Boxenstopp) für den Ferrari sorgte für Kopfschütteln bei der Fachwelt und erheblichen Unmut bei Toyota-GAZOO-Racing-Europe-Geschäftsführer Rob Leupen: „5 Sekunden Strafe für das Beenden der realistischen Siegchance sind ein Witz. Das hat uns sehr verärgert“.Rennverlauf und Rob Leupen Ärger
Eine weitere Entscheidung betraf den Ferrari 499P mit der Startnummer 83 von Robert Kubica und den BMW M Hybrid V8, gefahren von Dries Vanthoor. Der BMW kam mit neuen, noch kalten Reifen, aus der Box und Vanthoor erhielt von seinem Renningenieur die Anweisung, die anstehende Überrundung durch den in der Gesamtwertung führenden Ferrari von Kubica wenn möglich zu verhindern. Vanthoor ignorierte zwei Mal Blaue Flaggen (diese zeigen an, dass man einem schnelleren Fahrzeug Platz zum Überrunden machen muss), ehe es bei der Anfahrt zu Mulsanne zur Kollision kam. Der Ferrari streifte dabei den BMW, was dessen Unfall und Ausfall zur Folge hatte. Die 30 Sekunden Stop-and-Go-Strafe für den Ferrari erschien auch hier vielen Fachleuten als viel zu gering, da in der Vergangenheit für ähnlich Vergehen weit höhere Strafen verhängt wurden. Nach dem Rennen gaben sich Kubica und Vanthoor gegenseitig die Schuld am Zwischenfall.Robert Kubica zum Unfall mit VanthoorVanthoor unterstellt Kubica Absicht
LMGT3
Mit ähnlichen Verletzungen wie Mike Conway musste auch Doriane Pin ihre Rennteilnahme absagen. Sie brach sich bei einem Rennen zur Formula Regional European Championship 2024 auf dem Circuit de Spa-Francorchamps mehrere Rippen.Doriane Pin muss wegen einer Verletzung absagen Für sie startete Rahel Frey im Lamborghini Huracán GT3 Evo 2 mit der Startnummer 85.
Einladungen Wie 2022 und den Jahren davor (2023 gab es eine davon abweichende Vorgangsweise) veröffentlichte der Automobile Club de l’Ouest im Herbst vor dem Rennen im nächsten Jahr die Einladungsliste für das 24-Stunden-Rennen. Wie erwartet, fanden sich auf der Liste die Gesamt- und die Klassensieger des Rennens aus dem Vorjahr. Dazu kamen die Meisterschaftsgewinner und zweitplatzierten der European Le Mans und Asian Le Mans Series sowie des Michelin Le Mans Cup. Zusätzliche Einladungen erhielten zwei Meisterteams (LMP2 und LMGTE-Am) der IMSA WeatherTech SportsCar Championship.Einladungen zum 24-Stunden-Rennen von Le Mans 2024
Startliste Startliste Nr. Team Fahrzeug ReifenFahrer LMH 2 Cadillac Racing Cadillac V-Series.R Le-Mans-Debüt für Alex Palou im Cadillac 3 Cadillac Racing Cadillac V-Series.R 4 Porsche Penske MotorsportPorsche Team komplett Porsche 963 5 Porsche Penske Motorsport Porsche 963 6 Porsche Penske Motorsport Porsche 963 7 Toyota Gazoo Racing Toyota GR010 Hybrid 8 Toyota Gazoo Racing Toyota GR010 Hybrid 11 Isotta Fraschini Isotta Fraschini Tipo 6-C 12 Hertz Team Jota Porsche 963 15 BMW M Team WRT BMW M Hybrid V8 19 Lamborghini Iron Lynx Lamborghini SC63 20 BMW M Team WRT BMW M Hybrid V8 35 Alpine Endurance Team Alpine A424 36 Alpine Endurance Team Alpine A424 38 Hertz Team Jota Porsche 963 50 Ferrari AF Corse Ferrari 499P 51 Ferrari AF Corse Ferrari 499P 63 Lamborghini Iron Lynx Lamborghini SC63 ---- Daniil KvjatRussischer Staatsbürger, Start ohne Länderkennung 83 AF Corse Ferrari 499P 93 Peugeot TotalEnergies Peugeot 9X8 2024 94 Peugeot TotalEnergies Peugeot 9X8 2024 99 Proton Competition Porsche 963 311 Action Express Racing Cadillac V-Series.R Felipe Drugovich gibt sein Le-Mans-Debüt LMP2 9 Proton Competition Oreca 07 10 Vector Sport Oreca 07 14 Orlen Team AO by TF Oreca 07 22 United Autosports Oreca 07 23 United Autosports Oreca 07 24 Nielsen Racing Oreca 07 25 Algarve Pro Racing Oreca 07 28 Idec Sport Oreca 07 30 Duqueine Team Oreca 07 33 DKR Engineering Oreca 07 34 Inter Europol Competition Oreca 07 ---- Vladislav LomkoRussischer Staatsbürger, Start ohne Länderkennung 37 Cool Racing Oreca 07 45 CrowdStrike Racing by APR Oreca 07 47 Cool Racing Oreca 07 65 Panis Racing Oreca 07 183 AF Corse Oreca 07 LMGT3 27 Heart of Racing Team Aston Martin Vantage AMR GT3 Evo 31 Team WRT BMW M4 GT3 44 Proton Competition Ford Mustang GT3 46 Team WRT BMW M4 GT3 54 Vista AF Corse Ferrari 296 GT3 55 Vista AF Corse Ferrari 296 GT3 59 United Autosports McLaren 720S GT3 Evo 60 Iron Lynx Lamborghini Huracán GT3 Evo 2 66 JMW Motorsport Ferrari 296 GT3 70 Inception Racing McLaren 720S GT3 Evo 77 Proton Competition Ford Mustang GT3 78 Akkodis ASP Team Lexus RC F GT3 ––– Timur BoguslavskiyRussischer Staatsbürger, Start ohne Länderkennung 81 TF Sport Chevrolet Corvette Z06 GT3.R 82 TF Sport Chevrolet Corvette Z06 GT3.R 85 Iron Dames Lamborghini Huracán GT3 Evo 2 Doriane Pin konnte wegen einer Verletzung nicht starten 86 GR Racing Ferrari 296 GT3 87 Akkodis ASP Team Lexus RC F GT3 88 Proton Competition Ford Mustang GT3 91 Manthey EMA Porsche 911 GT3 R LMGT3 92 Manthey Pure Rxcing Porsche 911 GT3 R LMGT3 95 United Autosports McLaren 720S GT3 Evo 155 Spirit of Race Ferrari 296 GT3 777 D'Station Racing Aston Martin Vantage AMR GT3 Evo
Reservefahrzeuge Wie in den Jahren davor veröffentlichte der ACO zeitgleich mit der ersten vorläufigen Startliste auch eine Liste der Reservefahrzeuge. In der Liste von eins bis sieben nominiert, rücken die Fahrzeuge in dieser Reihenfolge für Ausfälle in der ursprünglichen Startliste nach.
Klasse Nr. Team Fahrzeug Nominierter Fahrer Nominierter Fahrer Nominierter Fahrer LMH 79 Proton Competition Porsche 963 LMP2 43 Inter Europol Competition Oreca 07 ---- Vladislav LomkoRussischer Staatsbürger, Start ohne Länderkennung LMGT3 72 Racing Spirit of Léman Aston Martin Vantage AMR GT3 Evo LMGT3 74 Kessel Racing Ferrari 296 GT3 LMGT3 52 Formula Racing Ferrari 296 GT3 LMP2 29 Richard Mille by TDS Oreca 07 LMP2 41 Staysail Motorsport Oreca 07
Änderungen in der Startliste Patrick Pilet ersetzte Gabriel Aubry im Oreca 07 mit der Startnummer 10 Bijoy Garg ersetzte Filipe Albuquerque im Oreca 07 mit der Startnummer 22 Filipe Albuquerque ersetzte Nico Pino im Oreca 07 mit der Startnummer 23 David Heinemeier Hansson ersetzte Aldo Costa im Orca 07 mit der Startnummer 24 Vladislav Lomko ersetzte Tom Dillmann im Oreca 07 mit der Startnummer 34 Mathias Beche ersetzte Manuel Maldonado im Oreca 07 mit der Startnummer 65 Conrad Laursen ersetzte Duncan Cameron im Ferrari 296 mit der Startnummer 155 Johnny Laursen ersetzte Matt Griffin im Ferrari 296 mit der Startnummer 155 Jordan Taylor ersetzte David Perel im Ferrari 296 mit der Startnummer 155 Rahel Frey ersetzte Doriane Pin im Lamborghini Huracán GT3 Evo 2 mit der Startnummer 85 José María López ersetzte Mike Conway im Toyota GR010 Hybrid mit der Startnummer 7 Jack Hawksworth ersetzte José María López im Lexus RC F GT3 mit der Startnummer 87 John Hartshorne ersetzte Christian Ried im Ford Mustang GT3 mit der Startnummer 44
Trainingszeiten
Qualifikation