Kämpferinnen (Originaltitel französisch: Les Combattantes) ist eine französisch-belgische Miniserie aus dem Jahr 2022. Sie spielt im September 1914 in einem Dorf in den Vogesen, nahe der deutsch-französischen Front.

Handlung Die Handlung schildert das Schicksal von vier fiktiven Frauen während des Ersten Weltkriegs:

Agnès ist die Oberin des Klosters von Saint-Paulin, das als Militärkrankenhaus genutzt wird, sie hilft gemeinsam mit den anderen Nonnen bei der Pflege und der Versorgung der Verwundeten. Angesichts der Grausamkeiten des Krieges zweifelt sie zusehends an ihrem Glauben, zudem verliebt sie sich in einen der verwundeten Soldaten im Kloster, der sich letztlich als Deutscher entpuppt. Suzanne Faure, eine Krankenschwester aus Paris, ist nach einer tödlich verlaufenen Abtreibung auf der Flucht vor dem Ehemann ihrer Patientin. Ihre Schleuserin Jeanne Charrier wird von einer deutschen Patrouille erschossen, sodass Suzanne ihren Fluchtplan aufgibt, sich als Jeanne ausgibt und im Kloster als Krankenschwester dem Arzt Joseph Duvernet zur Hand geht, in den sie sich verliebt. Ihr Betrug droht aufzufliegen, als Jeannes Ehemann Lucien im Kloster eintrifft. Marguerite de Lancastel ist eine Prostituierte aus Paris, die im Bordell der Geschwister Dumont Arbeit findet. Sie ist auf der Suche nach ihrem geheimen Sohn Colin de Renier, der in der Nähe von Saint-Paulin stationiert ist. Caroline Dewitt wird Leiterin einer Lastwagenfabrik, als ihr Ehemann eingezogen wird. In der Folge hat sie mit diversen Problemen zu kämpfen, als zunächst alle Mitarbeiter eingezogen werden und dann ein wichtiger Auftrag kurz vor Fertigstellung annulliert wird. Ihr Schwager Charles will die Fabrik zur Munitionsproduktion nutzen, Caroline entwickelt jedoch gemeinsam mit Marguerite den Plan, die Lastwagen als Krankenwagen für die Front einzusetzen.

Besetzung und Synchronisation +RolleSchauspielerSynchronsprecherOberin AgnèsJulie de BonaSchaukje KönningSuzanne FaureCamille LouSusanne GeierJoseph DuvernetTom LeebDaniel VölzAbbé VautrinLaurent GerraJohannes BerenzCaroline DewittSofia EssaïdiGiuliana JakobeitÉléonore DewittSandrine BonnaireSabine ArnholdCharles DewittGrégoire ColinSven GerhardtMarguerite de LancastelAudrey FleurotChristin MarquitanMarcel DumontYannick ChoiratDennis Schmidt-FoßYvonne DumontFlorence Loiret CailleDina KürtenJulietteEden DucourantÖzge KayalarGeneral DuvernetTchéky KaryoK.Dieter KlebschColin de RenierMaxence Danet-FauvelNicolás ArtajoJeanne CharrierRomane PortailBerenice WeichertLucien CharrierVincent RottiersTimo WeisschnurTill von HoffstatenPascal Houdus–Louis CompoingNoam MorgenszternTobias Nath

Episodenliste

Produktion und Veröffentlichung

Entstehung Bereits während der Dreharbeiten der Miniserie Der Basar des Schicksals planten Regisseur Alexandre Laurent und Produzentin Iris Bucher eine Fortsetzung. Jedoch sollte es sich nicht um eine zweite Staffel, sondern vielmehr um eine andere Historienserie mit den drei Schauspielerinnen Audrey Fleurot, Camille Lou und Julie de Bona als Hauptdarstellerinnen handeln. Zunächst wurde sogar überlegt, alle Schauspieler aus Der Basar des Schicksals in anderen Rollen für die neue Serie zu übernehmen, was jedoch verworfen wurde. Stattdessen wollte man sich auf die drei Hauptcharaktere konzentrieren. Grundlage von Kämpferinnen war das Projekt Ambulance 14 von Drehbuchautorin Cécile Lorne, das im Rahmen des Innovationsförderungsfonds des CNC (Centre National du Cinéma) ausgearbeitet worden war. Die Leiterin einer Lastwagenfabrik, Caroline Dewitt, war zunächst nur eine Nebenrolle, fand beim Sender TF1 jedoch so viel Anklang, dass das Originaldrehbuch verfeinert wurde und Caroline zur vierten Heldin der Serie avancierte, die von Sofia Essaïdi dargestellt wurde.

Ähnlich wie bei Der Basar des Schicksals sollten die Schicksale mehrerer Frauen unterschiedlicher Hintergründe im Fokus der Serie stehen. Zudem sollte das Licht auf die vergessenen Heldinnen des Ersten Weltkriegs gelenkt werden, die die Plätze der kämpfenden Männer eingenommen hatten und dadurch auch an Unabhängigkeit gewonnen hatten. Neben diesem feministischen Aspekt waren jedoch auch der Umgang von Menschen mit Krieg oder die Rolle der Kirche zentrale Themen der Serie.

Die Serie wurde von Cécile Lorne und Camille Treiner gemeinsam in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Alexandre Laurent geschrieben. Das Budget entsprach ca. 20 Millionen Euro und übertraf damit die 17 Millionen Euro von Der Basar des Schicksals. Dies wurde von Produzentin Iris Bucher mit der größeren Anzahl von Rollen sowie den Dreharbeiten außerhalb des Studios, die hohe Reise- und Unterkunftskosten sowie Aufwandsentschädigungen erforderten. Unter anderem waren 150 Schauspieler, 3000 Statisten und 130 Pferde an den Dreharbeiten beteiligt, zudem benötigte man große Mengen an historischen Kostümen und Fahrzeugen.

Dreharbeiten Die Dreharbeiten fanden vom 12. Mai bis 13. Juli 2021 größtenteils in der Region Grand Est, insbesondere im Département Vosges in Plombières-les-Bains, in der Manufacture royale in Bains-les-Bains, in Senones, am Lac de la Maix, in Vexaincourt und in Gérardmer statt. Einige Szenen wurden auch in den Départements Pas-de-Calais, Somme sowie Seine-et-Marne gedreht.

Die Gemeinde Plombières-les-Bains stellte den Hauptschauplatz der Serie, Saint-Paulin, dar. Der Ort eignete sich insbesondere deshalb gut, da er über viele Gebäude des Zweiten Kaiserreichs und der Belle Époque verfügte. Der Départementrat der Vogesen unterstützte das Projekt mit 80.000 Euro: Diese finanzielle Unterstützung sollte die Position der Vogesen als wichtigen Drehort in der Region Grand Est festigen.

Da man als Kulisse für das Kloster von Saint-Paulin keinen passenden Drehort gefunden hatte, wurden zwei Orte genutzt: die Kartause Notre-Dame-des-Près in Neuville-sous-Montreuil und das Kloster Valloires, die nur etwa 20 Kilometer voneinander entfernt liegen. Das Jonglieren zwischen beiden Drehorten machte eine präzise Planung vonnöten.

Einige Szenen wurden im Studio in Paris gedreht, insbesondere solche, die Spezialeffekte benötigten, wie zum Beispiel die Szenen mit dem Flugzeug Lucien Charriers.

Zwei Historiker begleiteten die Dreharbeiten: Françoise Thébaud, Spezialistin für Frauengeschichte, die bezüglich der Position und Rolle der Frau in den Jahren 1914 bis 1918 beriet, und Jean-Pierre Verney, ein Spezialist des Ersten Weltkriegs, dessen Sammlung die Grundlage für das Musée de la Grande Guerre du Pays de Meaux bildete. Man versuchte, bei den militärischen Anzügen und den historischen Fakten so nah an der Wahrheit zu bleiben, wie möglich. Dennoch erlaubte man sich kleine Abweichungen zur Realität, um den Handlungsverlauf zu ermöglichen. Françoise Thébaud erläuterte beispielsweise, dass eine Figur wie Caroline Dewitt in der Wirklichkeit nicht hätte existieren können, da man 1914 allseits davon ausgegangen sei, dass der Krieg nur von kurzer Zeit sein würde und man somit keine Frauen in die mechanische Industrie berufen hätte. Auch wurden beispielsweise Waffen genutzt, die im September 1914 noch keine Verwendung gefunden hätten.

Veröffentlichung Die Serie wurde bei einer Vorpremiere in einem Pariser Kino am 5. September 2022 das erste Mal der Öffentlichkeit vorgestellt. Am 10. September 2022 folgte eine weitere Premiere im Kino von Plombières-les-Bains, dem Hauptdrehort der Serie, in Anwesenheit einer großen Zahl von Statisten. Am 15. September des gleichen Jahres wurde die Serie zudem beim Festival de la fiction TV in La Rochelle vorgestellt.

Die erste öffentliche Ausstrahlung erfolgte in der französischsprachigen Schweiz auf dem Sender RTS Un vom 2. bis 23. September 2022. Es folgte die Ausstrahlung in Belgien auf La Une vom 13. September bis 4. Oktober 2022 und im französischen Fernsehen auf TF1 vom 19. September bis 10. Oktober 2022. Die Ausstrahlung der ersten Folge im französischen Fernsehen erreichte einen Marktanteil von 25,1 % bei 5,57 Millionen Zuschauern. Seit dem 19. Januar 2023 ist die Serie zudem weltweit auf Netflix abrufbar.

Einzelnachweise

Kategorie:Fernsehserie (Frankreich) Kategorie:Fernsehserie (Belgien) Kategorie:Fernsehserie der 2020er Jahre Kategorie:Erster Weltkrieg im Film