Emilie (Mila) Bjelik, geb. Stöhr (* 17. April 1914 in Wien; † 16. November 1991 in Würnitz), war eine österreichische Malerin und Grafikerin.

Leben Mila Stöhr studierte von 1932 bis 1939 an der Akademie der bildenden Künste Wien, zunächst vier Jahre an der Malerschule und anschließend drei Jahre an der Meisterschule. Sie war eine Schülerin von Hans Larwin und Karl Sterrer. 1937 wurde sie mit dem Meisterschulpreis ausgezeichnet.

1939 heiratete Mila Stöhr den Maler und Kunsterzieher Walter Bjelik (* 1905 Vandans; † 1941 Augsburg), mit dem sie auch künstlerisch zusammenarbeitete. Der Komponist und Schlagzeuger Martin Bjelik (* 1940 Wien; † 2025 ebenda) war ihr gemeinsamer Sohn.Bjelik, Martin. In: musiklexikon.ac.at. Abgerufen am 13. Dezember 2023. Die Familie lebte in Bregenz. Mila Bjelik arbeitete ab 1953 viele Jahre als Kunsterzieherin bzw. Zeichenlehrerin, unter anderem an der Schule im Sacré Coeur Riedenburg.

Mila Bjelik war Mitglied der Berufs-Vereinigung Bildender Künstler Vorarlbergs. Bereits zum Zeitpunkt der Gründung 1947 engagierte sie sich in deren provisorischem Leitungsausschuss.Roswitha Zwetti: Die Berufsvereinigung der bildenden Künstler Vorarlbergs. Geschichte, Entwicklung und Mitglieder. In: Jahrbuch des Vorarlberger Landesmuseumsvereins. Jahrgang 1997, S. 110. Mit fünf anderen Mitgliedern nahm sie im gleichen Jahr an der Ersten großen österreichischen Kunstausstellung im Künstlerhaus Wien teil. 1949 beschickte sie die vom Land organisierte Vorarlberger Kunstausstellung in Bregenz und wurde mit dem Staatspreis für Graphik ausgezeichnet.

Mila Bjelik wohnte bis 1985 in Bregenz. Sie starb 1991 im Alter von 77 Jahren in dem niederösterreichischen Dorf Würnitz. Ihr Grab befindet sich auf dem Wiener Zentralfriedhof, wo später auch ihr Sohn beigesetzt wurde.Bjelik, Emilie. In: friedhoefewien.at. Abgerufen am 15. November 2025.

1997 fand eine katalogbegleitete Einzelausstellung im Vorarlberger Landesmuseum statt, die der Künstlerin und ihrem Ehemann gewidmet war.

Werk Von Mila Bjelik entworfene Glasfenster im Chor der Kuratienkirche Marul|mini Als Malerin vertrat Mila Bjelik einen gemäßigten Expressionismus. Mitunter zeigen ihre Arbeiten einen dekorativ-abstrahierenden Charakter. In ihren Aquarellen und Temperabildern stellt sie oft Ausschnitte der Flora (z. B. Waldboden) dar und nähert sich dabei der Natur an, ohne sie zu kopieren.Bjelik-Stöhr, Mila. In: Rudolf Schmidt: Österreichisches Künstlerlexikon: von den Anfängen bis zur Gegenwart. Band 1. Tusch, Wien 1980.

Zu ihrem Gesamtwerk gehören weiters Entwürfe für einige Glasfenster in Vorarlberger Kirchen. Als Grafikerin schuf sie unter anderem Linolschnitte.

Der zeitgenössische deutsche Kunsthistoriker Hugo Schnell lobte 1949 in seiner Besprechung der Vorarlberger Kunstausstellung eine nebelverhangene Landschaft von Mila Bjelik als „ungemein reizvoll“ und bescheinigte ihr auch im Bereich der Grafik eine „beachtliche Begabung“.

In der Sammlung des vorarlberg museums befinden sich eine Reihe von Werken Mila Bjeliks, viele davon entstanden in Zusammenarbeit mit ihrem Ehemann. Darunter sind einige Frauenporträts, die Mila Bjeliks darstellen oder darstellen könnten.Hans F. Schweers: Gemälde in Museen. Deutschland, Österreich, Schweiz. Band 1. Saur, München 2008, ISBN 978-3-598-24250-2, S. 130. Auch die Artothek des Bundes und das Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste Wien halten Werke der Künstlerin.

Werke (Auswahl) drei Fensterrosetten, Fassade und Querschiff der Neuen Pfarrkirche Götzis, 1946 Zinnien, Blumenstück, Wintertag, Bregenzer Bucht, 1947 Ausstellung Künstlerhaus Wien Glasgemälde (hl. Katharina, hl. Wendelin, hl. Nikolaus von der Flüe), Chor der Kuratienkirche Marul, 1948, außerdem Emailarbeiten am Tabernakel nach Entwürfen von Mila Bjelik Wandbehänge für Fatimakapelle, Langen bei Bregenz, 1951/1952 Löwenzahn – Palmkätzchen, Aquarell auf Papier, 155 × 200 mm, Artothek des Bundes (erworben 1954) Baumgruppe, Aquarell, 35,5 × 47,5 cm, Artothek des Bundes (erworben 1966) Landschaft, Aquarell auf Papier, 338 × 238 mm, Artothek des Bundes (erworben 1982)Werke von Mila Bjelik. In: artothek.info. Abgerufen am 13. Dezember 2023. Tote Kohlmeise, Aquarell, Kupferstichkabinett ABK Wien Figur, Leinwand, 41,5 × 32,5 cm, vorarlberg museum Frauenhalbakt, Leinwand, 70 × 43,5 cm, mit Walter Bjelik, vorarlberg museum Frauenporträt. Mila Bjelik (vielleicht Selbstporträt), Karton, 72,5 × 51 cm, mit Walter Bjelik, vorarlberg museum Kreuzigung, Leinwand, 120 × 80 cm, vorarlberg museum Landschaft, Collage/Leder/Hartfaserplatte, 20 × 25 cm, vorarlberg museum Landschaft mit Sonnenblumen, Leinwand, 70 × 60 cm, vorarlberg museum Männerporträt (vielleicht Walter Bjelik), Öl/Tusche auf Sperrholz, 40,3 × 36,5 cm, mit Walter Bjelik, vorarlberg museum Mann in Tracht, Leinwand, 55,5 × 41,5 cm, mit Walter Bjelik, vorarlberg museum Porträt Mila Bjelik, Leinwand, 50 × 37 cm, mit Walter Bjelik, vorarlberg museum Porträt (vielleicht Selbstporträt Mila Bjelik), Karton, 53,5 × 46 cm, mit Walter Bjelik, vorarlberg museum Trachtenträgerin (Rückseite: Stillleben), Karton, 43,7 × 33,3 cm, vorarlberg museum

Ausstellungen (Auswahl) 1947: Erste große österreichische Kunstausstellung, Künstlerhaus Wien 1948: Malerei und Graphik aus Tirol, Neue Galerie der Stadt Linz Bjelik-Stöhr, Mila. In: archiv.belvedere.at. Abgerufen am 13. Dezember 2023. 1949: Vorarlberger Kunstausstellung, Bregenz 1952: Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs, Kunsthalle Zedlitzgasse, Wien 1997: Mila und Walter Bjelik, Vorarlberger Landesmuseum (mit Katalog) 2015: Unverfügbar, Villa ClaudiaKarlheinz Pichler: Das Geheimnis eines Kunstwerkes erschließt sich außerhalb des Rationalen. In: kulturzeitschrift.at. 5. April 2015. Abgerufen am 13. Dezember 2023. 2023: What this awl means, The Lala International Art Collective and Guests, Künstlerhaus BregenzWhat this awl means. In: kuenstlerhaus-bregenz.at. Abgerufen am 13. Dezember 2023.

Literatur

Mila und Walter Bjelik: Vorarlberger Landesmuseum 19. Juli bis 14. September 1997. Hrsg. vom Vorarlberger Landesmuseum. Verantwortung für Ausstellung und Katalog Helmut Swozilek. Bregenz 1997.

Einzelnachweise

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