Edith Müller-Schkeuditz (geb. Müller; * 8. Juni 1921 in Schkeuditz; † 2006 ebenda) war eine deutsche Malerin.

Leben und Werk Die Eltern Edith Müllers waren der Rechtsanwalt und Notar Erwin Müller (1876–1950) und die Hausfrau Martha Müller, geb. Wölbeling (1889–1969). Edith Müller studierte ab 1939 in Leipzig an der Staatlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe bei Arno Drescher und war Meisterschülerin. Wohl wegen kriegsbedingter Einschränkungen musste sie 1942 abbrechen. Das Lexikon Künstler in der DDR nennt die Exmatrikulation wegen antifaschistischer und pazifistischer Aktionen. Edith Müller war gegen den Krieg und hatte das geäußert, und nur ihr Vater, der stellvertretender Bürgermeister von Schkeuditz war, konnte sie vor schwereren Folgen bewahren. 1943 fiel ihr Atelier den Luftangriffen auf Leipzig zum Opfer.Kristiane Frank: Müller-Schkeuditz, Edith. In: Allgemeines Künstlerlexikon Online. Abgerufen am 12. Dezember 2023. Edith Müller wurde zu Luftschutzeinsätzen während und nach Bombenangriffen und zur Arbeit in einer Rüstungsfabrik herangezogen.

Nach Kriegsende wurde das Haus der Eltern beschlagnahmt. Als wenig später der Dachstuhl in Flammen aufging, wurde Edith Müller der Brandstiftung bezichtigt, und sie kam für mehrere Wochen in das Frauenzuchthaus Ziegenhain. Nach der Entlassung war ihr die Fortsetzung des Studiums vor allem wegen der politischen Belastung ihres Vaters verwehrt, obwohl sich Max Schwimmer für sie einsetzte. Sie kümmerte sich um ihre hilfebedürftigen Eltern und nutzte jede Gelegenheit dazu, sich weiterzubilden.

Ab 1948 war Edith Müller Dozentin an der Volkshochschule. Außerdem gründete und leitete sie einen Volkskunstzirkel. Sie arbeitete dann als freischaffende Künstlerin in Schkeuditz. Als sie 1952 in den Verband Bildender Künstler aufgenommen wurde, fügte sie ihrem Namen den ihrer Heimatstadt an. Sie porträtierte ihre Eltern und Arbeiterinnen und Arbeiter aus Fabriken, ohne diese, wie von der offiziellen Kulturpolitik gewünscht, als Helden darzustellen. Sie schuf Stillleben, Porträts und Genrestücke in postimpressionistischem Stil, kam dann aber zu zeichenhaften metaphorischen Darstellungen. Meistens arbeitete sie in Öl auf Papier.

Da die künstlerische Arbeit nach der deutschen Wiedervereinigung nicht ihren Lebensunterhalt sichern konnte, arbeitete Edith Müller-Schkeuditz dreizehn Jahre als Leiterin des Bereichs Kultur im Krankenhaus Altscherbitz.

Nach der Wiedervereinigung erhielt Edith Müller-Schkeuditz das Haus ihrer Eltern zurück, das in der DDR ein Schwesternheim war und danach infolge Leerstands verfiel. "Zu Nachwendezeiten wollte ich mein Haus trotz eines äußerst günstigen Angebotes nicht zum Zwecke kommerzieller Nutzung hergeben", sagte sie 2001, und sie überließ es der Stadtbibliothek, die es seit 1993 nutzt.

2020 wurde im Schkeuditzer Ortsteil Modelwitz eine Straße nach Edith Müller-Schkeuditz benannt.

Edith Müller-Schkeuditz war die Lebensgefährtin der Theologin Johanna Scharfenberg (1931–2020).

Ihr gesamtes Œuvre und ihr Nachlass gingen an die Stadt Schkeuditz.

Selbstreflektion "Über allem Elementaren steht die Freude an Farbe und Form und der lebenslange Wunsch, solcherart Reichtum möge vielen zugänglich sein. Malerei birgt für mich die Möglichkeit Schönheit aufzuzeigen im Unscheinbaren, das Menschliche im Verächtlichgemachten, das hohle Pathos im Glimmer." (1991)

Mitgliedschaften von 1952 bis 1990 Verband Bildender Künstler der DDR ab 1990 Bund Bildender Künstlerinnen und Künstler Leipzig (BBKL) ab 1991 Internationale Gesellschaft der Bildenden Künste ab 1992 GEDOK Leipzig

Selbstreflektion "Über allem Elementaren steht die Freude an Farbe und Form und der lebenslange Wunsch, solcherart Reichtum möge vielen zugänglich sein. Malerei birgt für mich die Möglichkeit Schönheit aufzuzeigen im Unscheinbaren, das Menschliche im Verächtlichgemachten, das hohle Pathos im Glimmer." (1991)

Werkbeispiele Aktivist Naumann Schkeuditz (um 1952, Öl)Der Bildindex der Kunst & Architektur nennt das Bild als Exponat auf der Dritten Deutschen Kunstausstellung. Lt. Katalog der Ausstellung war Edith Müller-Schkeuditz auf der Ausstellung jedoch nicht vertreten. Meine Mutter am Feierabend (um 1952, Öl) Schauspieler und Dramaturg A. H. Kesseler – Bonn (um 1952, Öl) Großbauer C. (1957, Öl, 80 × 60 cm)Katalog der Ausstellung Junge Künstler-Malerei

Ausstellungen (unvollständig)

Postume Personalausstellungen 2020: Leipzig, Literaturhaus („Ein Leben im Widerspruch“) 2021: Schkeuditz, Galerie art Kapella („Schkeuditzer Kunstausstellung 1.0“; mit Karl-Heinz Häse)

Teilnahme an Gruppenausstellungen 1953, 1955, 1959, 1965 und 1972: Leipzig, Bezirkskunstausstellungen 1961: Berlin, Akademie der Künste („Junge Künstler. Malerei“) 1984: Leipzig, Museum der bildenden Künste („Kunst in Leipzig 1949–1984“) 1992: Holzminden, I. Ausstellung des BBKL 1993: Bonn ("Künstlerforum: Ars Lipsiensis") 1994: Markkleeberg ("Die Stillen im Land") postum 2022: Leipzig, Literaturhaus (GEDOK-Jahresausstellung „Vier von vielen“. GEDOK Künstlerinnen im Portrait; mit Christel Blume-Benzler, Helga M. Novak und Dora Schönefeld)

Literatur Müller-Schkeuditz, Edith. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 641

Weblink

Müller-Schkeuditz, Edith - Leipziger Frauenporträts - Stadt Leipzig

Einzelnachweise

Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Maler (DDR) Kategorie:Person (Schkeuditz) Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1921 Kategorie:Gestorben 2006 Kategorie:Frau