Megalopolis ist ein US-amerikanischer Monumentalfilm von Francis Ford Coppola. Es handelt sich um sein erstes Filmprojekt nach einer 13-jährigen Abstinenz und sollte den Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens darstellen. Das futuristische Science-Fiction-Drama mit Anleh­nungen an die späte Römische Republik handelt von einem Architekten, der New York City zu einem Utopia der Zukunft ausbauen möchte. Die Hauptrollen des Ensemblefilms übernahmen Adam Driver, Nathalie Emmanuel, Giancarlo Esposito, Shia LaBeouf, Jon Voight und Aubrey Plaza.

Für Coppola gestaltete sich die Umsetzung von Megalopolis, ursprünglich in den frühen 1980er Jahren geschrieben, als Herzensprojekt. So inszenierte der Regisseur bereits in den 1990er Jahren eine Reihe von Studiofilmen, um die Produktion von Megalopolis aus eigener Tasche finanzieren zu können. Anfang der 2000er Jahre drehte Coppola in New York City rund 30 Stunden an Hintergrundaufnahmen, ehe er die Realisierung im Zuge der Terroranschläge am 11. September 2001 stoppte.

Ende der 2010er Jahre nahm Coppola die Produktion von Megalopolis wieder auf und verkaufte Teile seines Weinbaugebiets, um das Budget von rund 100 Millionen US-Dollar eigenständig tragen zu können. Die Dreharbeiten erfolgten von Herbst 2022 bis Frühling 2023, ehe Megalopolis am 16. Mai 2024 auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes seine Premiere feierte. Der deutsche Kinostart erfolgte am 26. September 2024 und der US-amerikanische am darauffolgenden Tag.

Die Veröffentlichung des Films wurde von Skandalen rund um die teils problematische Besetzung, angebliches Fehlverhalten von Regisseur Coppola am Filmset und die Verwendung gefälschter Rezensionen in Werbetrailern begleitet. Die Resonanz von Kritikern fiel gespalten aus und schwankte zwischen Extremen wie „Meisterwerk“ und „Desaster“, während Megalopolis beim Publikum fast gänzlich durchfiel. So erhielt der Film im Rahmen der Verleihung der Goldenen Himbeere 2025 insgesamt sechs Nominierungen, darunter als schlechtester Film. Mit Einnahmen von nur zehn Millionen US-Dollar avancierte Megalopolis gleichzeitig aufgrund seiner hohen Produktionskosten zu einem finanziellen Flop.

Handlung New Rome, eine New York City nachempfundene Metropole mit römischen Einflüssen: Der angesehene Architekt Cesar Catilina von der städtischen Design-Behörde hat für die Entwicklung des neuartigen Baustoffes „Megalon“ den Nobelpreis gewonnen. Durch die finanzielle Unterstützung seines reichen Onkels Hamilton Crassus III. möchte er das Material nun dazu nutzen, seine futuristische Zukunftsvision der Stadt umzusetzen: Megalopolis. Gegenwind erhält Cesar allerdings vom amtierenden Bürgermeister Franklyn Cicero, der lieber weiterhin auf die bewährten Baustoffe Stahl und Beton setzen möchte. Beide Männer teilen eine gemeinsame Vergangenheit, war Cicero doch der Staatsanwalt, als Jahre zuvor der mysteriöse Tod von Cesars erster Ehefrau Sunny Hope vor Gericht verhandelt wurde.

Cesars Fähigkeit, die Zeit anhalten zu können, zieht das Interesse von Ciceros Tochter Julia auf sich. Die ehemalige Medizinstudentin verfolgt zunächst den Plan, den Architekten für ihren Vater auszuspionieren, findet aber schon bald an Cesar samt seiner Utopie Gefallen und wird von ihm als persönliche Assistentin angestellt. Auf der glamourösen Hochzeit von Crassus mit der machthungrigen Journalistin Wow Platinum verbreitet Clodio Pulcher, der eifersüchtige Neffe des Bankiers, ein gefälschtes Sextape seines Cousins, um sein eigenes finanzielle Erbe zu bewahren. Der angebliche Skandal, Cesar hätte eine Beziehung mit der minderjährigen Sängerin Vesta Sweetwater gehabt, wird allerdings schon bald entlarvt. Auch Julia glaubt den anhaltenden Gerüchten nicht, ist sogar von Cesars Unschuld im Todesfall seiner Ehefrau überzeugt und beginnt schließlich eine Beziehung mit ihm.

Als ein sowjetischer Satellit auf New Rome abstürzt und Teile der Innenstadt zerstört, beginnt Cesar gegen den Willen Ciceros mit dem Bau von Megalopolis. Trotz des Einwirkens von Julia konnten sich beide Seiten nicht versöhnen und als Cicero von der Schwangerschaft seiner Tochter erfährt, sieht er seinem Niedergang entgegen. In einem verzweifelten Akt bietet Cicero Cesar ein Geständnis an, selbst für den Tod von Sunny Hope verantwortlich zu sein, wenn der Architekt dafür im Gegenzug seine Tochter verlässt, doch Cesar lehnt ab. Das entstandene Machtvakuum in der Stadt und die Unzufriedenheit in der Bevölkerung über Zwangsenteignungen zugunsten des Megalopolis-Projekts nutzt Clodio Pulcher dazu, Hass unter den Einwohnern von New Rome zu schüren und Anhänger hinter sich zu versammeln. Gemeinsam mit Wow Platinum übernimmt er in einem Streich die Bank seines Onkels Hamilton Crassus III. und friert Cesars Konten ein.

Cesar wird von Clodios Anhängern auf der Straße angeschossen, aber mithilfe des Megalons von Julia gerettet. Als sich die Ausschreitungen ausweiten, flieht Cicero mit seiner Familie in New Romes Untergrund, während Cesar versucht, die Bevölkerung von seinem Projekt zu überzeugen. Crassus rächt sich unterdessen für den Putsch und tötet seine Ehefrau Wow Platinum mit Pfeil und Bogen. Auch Clodio kann das Geld seines Onkels nicht zu seinen Gunsten nutzen, als er von der durch Cesar überzeugten Bevölkerung gelyncht wird. Einige Zeit später ist die Errichtung von Megalopolis vollendet, während Cesar und Julia eine Tochter bekommen und sie Sunny Hope genannt haben. Cesar versöhnt sich auf der Einweihung mit Cicero und verspricht ihm, stets alles für eine bestmögliche Zukunft zu tun.

Produktion Entwicklung und Realisierungsversuche mini|hochkant=0.85|Für Francis Ford Coppola war Megalopolis ein Herzensprojekt.

Der Filmemacher Francis Ford Coppola – Regisseur von Filmklassikern wie der Pate-Trilogie und Apocalypse Now – begann in den frühen 1980er Jahren mit den Arbeiten an seinem Herzensprojekt Megalopolis. Im Stile von Werken von Cecil B. DeMille erzählt der futuristische Monumentalfilm eine Geschichte über den Wiederaufbau von New York City nach einer verheerenden Katastrophe. Coppola konzipierte Megalopolis dabei weniger mit finanziellen oder popkulturellen Hintergedanken, sondern wollte aus einem antiimperialistischen Standpunkt heraus ein eher intellektuelles Werk erschaffen. So sollte der Film sowohl die chaotische und harte Lebensrealität verschiedener Gesellschaftsschichten aufzeigen, aber auch philosophische Fragen mit Anspielungen auf das Römische Reich stellen und so Themen aus Politik, Architektur sowie Gesellschaft und den Konflikt zwischen Vergangenheit und Zukunft vereinen.

Verschiedenenorts wurde Megalopolis als Mischung aus Science-Fiction, urbaner Fantasy, Romanze und Experimentalfilm beschrieben. Coppola selbst nannte als kreative Einflüsse die Catilinarische Verschwörung, den von H. G. Wells geschriebenen Science-Fiction-Film Was kommen wird (1936) und seine eigene Kindheit in New York City, in der er von Wissenschaftlern und Forschern fasziniert gewesen sei. Literarische Vorbilder waren derweil die Bücher Schulden: Die ersten 5000 Jahre, Bullshit Jobs sowie Anfänge von David Graeber, Das Glasperlenspiel von Hermann Hesse,Post von Francis Ford Coppola auf Instagram am 7. Juli 2023, abgerufen am 18. Dezember 2023. Kelch und Schwert von Riane Eisler, The Origins of Political Order von Francis Fukuyama, The War Lovers von Evan Thomas und The Swerve von Stephen Greenblatt.Post von Francis Ford Coppola auf Instagram am 12. Juli 2023, abgerufen am 18. Dezember 2023.

Noch in den 1980er Jahren schrieb Coppola unzählige Drehbuchfassungen und endete so bei einem Skript, das mit über 200 Seiten fast doppelt so lang wie ein Standard-Drehbuch in Hollywood war. Für die Umsetzung hatte der Filmemacher verschiedene Ideen und erwog so unter anderem eine viertägige Theateraufführung, beauftragte 1989 aber auch den Szenenbildner Dean Tavoularis und den Comicautor Jim Steranko mit dem Entwurf von Kulissen in den römischen Filmstudios Cinecittà. Eine Realisierung von Megalopolis scheiterte Anfang der 1990er Jahre letztendlich an Coppolas Privatinsolvenz und fehlenden Möglichkeiten zur Finanzierung des Projektes. Der Regisseur entschied sich daher dazu, mit Bram Stoker’s Dracula (1992), Jack (1996) und Der Regenmacher (1997) eine Reihe von lukrativen Studiofilmen zu inszenieren, um seine eigene wirtschaftliche Situation zu verbessern und weitere finanzielle Mittel zur Umsetzung von Megalopolis zu sammeln. Durch die Regiearbeiten konnte Coppola so ein Produktionsbudget in Höhe von 50 bis 60 Millionen US-Dollar zusammentragen.

Zu Beginn der 2000er Jahre unternahm Coppola den ersten großen Realisierungsversuch von Megalopolis. Er veranstaltete Lesungen des Drehbuchs mit Darstellern wie Paul Newman, Robert De Niro, Leonardo DiCaprio, James Gandolfini, Edie Falco, Uma Thurman oder Sarah Polley und filmte in Zusammenarbeit mit Kameramann Ron Fricke über 30 Stunden an Second-Unit-Material von New York City mit damals modernen 24fps-Digitalkameras. Die eigentlichen Dreharbeiten sollten im Sommer 2001 beginnen, doch nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 wurde das Filmprojekt in den Entwicklungszustand zurückversetzt. Coppola gab später als Grund an, dass die realen Geschehnisse zu sehr mit seiner Geschichte kollidiert seien und ihn zwar von der Aktualität des Filmprojekts überzeugt hätten, er zu diesem Zeitpunkt aber nicht gewusst habe, wie er die Anschläge in seine Erzählung integrieren solle. So wollte er sich zunächst Zeit für eine Drehbuchüberarbeitung nehmen und erst im Herbst 2002 mit der Produktion von Megalopolis beginnen.

Coppola, der in Hollywood zu diesem Zeitpunkt kein angesagter Regisseur mehr war und daher nicht auf die finanzielle Unterstützung von großen Filmstudios hoffen konnte, musste von einer Realisierung von Megalopolis schließlich absehen. Zwischenzeitlich erwog er sogar, sich nach dem Fehlschlag komplett aus der Filmbranche zurückzuziehen, entschied sich letztendlich aber dafür, weiterhin persönliche Filme abseits des Mainstreams drehen zu wollen. So flossen die für Megalopolis zusammengetragenen Gelder schließlich in die Finanzierung des Fantasydramas Jugend ohne Jugend (2007). Gleichzeitig sammelte er weiterhin Ideen in einem Notizbuch und schrieb über die Jahre über 300 Neufassungen des Drehbuchs zu Megalopolis.

Umsetzung und Finanzierung Trotz Arbeiten an anderen Filmprojekten verfolgte Francis Ford Coppola in den folgenden Jahren weiterhin den Traum, Megalopolis eines Tages verfilmen zu können. Um die Chancen einer Umsetzung im hohen Alter zu erhöhen, verbesserte der übergewichtige Filmemacher seinen Gesundheitszustand und nahm rund 30 Kilogramm an Körpergewicht ab. Im Alter von 80 Jahren und acht Jahre nach seiner letzten Regiearbeit Twixt – Virginias Geheimnis startete Coppola 2019 schließlich einen neuen Realisierungsversuch von Megalopolis. Die Produktion übernahm sein eigenes Unternehmen American Zoetrope, das er 1969 gemeinsam mit George Lucas gegründet hatte. Coppolas Ambition war es, mit Megalopolis den Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens zu realisieren und dafür all seine gesammelten Erfahrungen im Bereich des Filmemachens einfließen zu lassen. Mehrfach machte er dabei seine Ablehnung gegenüber modernen Kinoproduktionen deutlich und betonte, dass Megalopolis einem jüngeren Publikum wieder Mut machen solle, jedes bestehende Problem lösen zu können. Der Film untersuche dabei die Natur des Menschen und solle laut Coppola zum Überdenken von bestehenden Gesellschaftsformen anregen.