Johannes Grubenbecher (* 21. September 1886 in Essen; † 3. März 1967 in Ottlar) war ein deutscher Fotograf; er unterrichtete ab 1914 an der Hamburger Kunstgewerbeschule.
Leben Johannes Grubenbecher war ein Schüler des Fotografen Hugo Erfurth und später ein Vertreter der Neuen Sachlichkeit; er arbeitete in Hamburg.
Grubenbecher arbeitete in verschiedenen Bereichen wie Porträtfotografie, Architekturfotografie und Industriefotografie. Er war auch ein Pionier der Farbfotografie und arbeitete mit verschiedenen Techniken wie Autochrom, Dufaycolor und Agfacolor. Er war auch als Lehrer tätig und unterrichtete ab 1914 an der Hamburger Kunstgewerbeschule.Eine Frage der Zeit. Vier Fotografinnen im Hamburg der Zwanziger Jahre Meldung Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, abgerufen am 10. Dezember 2023. Zu seinen Schülern gehörten bekannte Fotografen wie Hildi Schmidt Heins und Elsbeth Köster.
Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde Grubenbecher 1934 vorübergehend von der Lehre an der inzwischen als Hansische Hochschule für bildende Künste firmierenden Institution beurlaubt.Klasse Johannes Grubenbecher, Ausstellungskatalog Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg: WHEN WE SHARE MORE THAN EVER – SHARING MEMORIES 2015, H. 41 Dies erfolgte im Zusammenhang mit der zweiten Entlassungswelle im Zuge der Gleichschaltung, die sich außerdem gegen den erst 1933 eingesetzten Direktor Hermann Maetzig sowie die Professoren Richard Luksch (Bildhauerei) und Willi Titze (Malerei) richtete. Die Diffamierungskampagne gegen die drei Professoren berief sich auf die Beteiligung an den Hamburger Künstlerfesten vor 1933. Während Maetzig und Titze schließlich entlassen wurden, wurde das Disziplinarverfahren gegen Luksch und Grubenbecher eingestellt, Luksch aber dennoch zwangspensioniert. Grubenbecher durfte ab Juli 1934 wieder unterrichten.Alina Laura Just, Gestaltung und Gleichschritt. - Die Geschichte der Hamburger Hochschule für bildende Künste im Nationalsozialismus, Forum Zeitgeschichte 34, Metro 2026, ISBN 978-3-86331-860-4, Seiten 130–132 Am 25. Juni 1937 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 4.487.141).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/12220410 1940 schloss er sich dem Reichskolonialbund an. Biografie zu Johannes Grubenbecher in der Biografien-Datenbank: NS‑Dabeigewesene
1953 wurde Grubenbecher nach zwei Verlängerungen seiner Lehrzeit an der Landeskunstschule mit 67 Jahren in den Ruhestand verabschiedet.Hartmut Frank: Nordlicht. 222 Jahre: die Hamburger Hochschule für Bildende Künste am Lerchenfeld und ihre Vorgeschichte, Junius 1989, ISBN 978-3-88506-174-8, S. 284; Archiv der HFBK Hamburg, Personalakte Johannes Grubenbecher Sein Nachfolger am Lerchenfeld wurde Eberhard TroegerArchiv der HFBK Hamburg, Personalakte Eberhard Troeger. Grubenbechers Werk ist in Museen und Galerien zu sehen, darunter das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg und das Museum Ludwig in Köln.
Weblinks Biografien-Datenbank: NS‑Dabeigewesene
Einzelnachweise
Kategorie:Fotograf (20. Jahrhundert) Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Fotograf (Hamburg) Kategorie:Hochschullehrer (HFBK Hamburg) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1886 Kategorie:Gestorben 1967 Kategorie:Mann