Loni Liebermann (* 29. September 1949 in Berchtesgaden) ist eine deutsche Fotografin und Zeichnerin.

Biografie Loni Liebermann studiert von 1970 bis 1975 Fotografie an der Folkwangschule in Essen bei Otto Steinert. Schon kurz nach ihrem Studium übernimmt sie zwischen 1976 und 1984 Lehraufträge an den Fachhochschulen in Augsburg und Aachen. Ihre Fotografien und Zeichnungen wurden in Deutschland, Polen, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und der Schweiz ausgestellt. Seit 1998 ist sie Mitglied der Deutschen Fotografischen Akademie. 2009 begründete sie das Internet-Archiv und -Journal Euregio im Bild.

Sie lebt und arbeitet in Herzogenrath bei Aachen.

Werk Loni Liebermann verfolgt eine künstlerische, konzeptuelle Fotografie. Sie beschäftigt sich mit Phänomenen der Wahrnehmung, indem sie Gegenstände aus ihrer nahen Umgebung und ihrem Alltag ins Bild setzt. Sie sieht Fotografie als ein geistiges Werkzeug, um einen Dialog zwischen dem Gebrauch und dem Wesen der Dinge anzuregen. Sie zielt so auf die Vermittlung komplexer Zusammenhänge mittels einer Bildsprache, ohne dabei auf spektakuläre Motive zurückzugreifen.

In den 1970er Jahren beschäftigt sich die Künstlerin mit dem Wechselspiel zwischen Licht und Schatten in Bezug auf Objekte. Gegen Ende der 70er Jahre setzt sie sich mit Unschärfeeffekten und Schärfe auseinander. Dabei produziert sie Fotoserien und experimentiert mit Studiogeräten, die ihr die Möglichkeit gegeben haben, die Schärfeebene zu variieren. 1982 erweitert sie ihr Schaffen mit Farbfotografie.

Speisen In ihrer Fotoserie „Speisen“ inszeniert sie Nahrungsmittel, die uns durch ihre Form und Verwendung vertraut sind. Indem sie die Objekte aus ihren gewohnten Kontexten und Räumen entfernt, entstehen ungewöhnliche Konstellationen. Die Objekte erscheinen fremd und lösen sich von unseren üblichen Assoziationen. Die Fotos schaffen auf diese Weise neue (Bild-)Zusammenhänge und zwingen uns dazu, genauer hinzuschauen. Dadurch regen sie zur Reflexion über neue Wahrnehmungen und Realitäten an. Wir werden ermutigt, konventionelle Normen und rationale Erklärungen beiseitezulegen.

Stühle In ihre Schwarz-Weiß-Fotoserie, die zwischen 1986 und 1988 entstanden ist, verwendet die Künstlerin Techniken wie Unschärfen und Doppelbelichtungen, um eine Atmosphäre zu schaffen, in der die Stühle in den Mittelpunkt gerückt werden. Ihre Beleuchtungstechnik verleiht den Bildern sanfte Übergänge, tiefe Schatten, Unschärfeeffekte und spielt mit Licht und Schatten. Die Stühle, die in einem dunklen Raum stehen, werden unter dem Einfluss von Licht und mehrfacher Belichtung zu vielseitigen Darstellern von Raum- und Körperempfindungen, bis hin zur Auflösung und Feinheit.

Gehen Im Jahr 2011 entstandene Fotografien halten die rhythmische Bewegung des Gehens fest. Während des Gehens aufgenommen, konzentrieren sich die Bilder auf die Farbgestaltung, die durch das Beobachten und Erleben während dieses Aktes entsteht. Dabei nehmen die die Tageslichtverhältnisse, die Vegetation und die Umgebung auf und widmen sich der Darstellung des Lichtes.

Beschreibung des Werkes durch die Künstlerin

Ausstellungen

Einzel- und Doppelausstellungen, Performances, und Videos

1978: Galerie Spectrum, Hannover 1982: Sybille und Gerd Bielefeld, Oberursel 1984: Fotoforum Bremen, mit Workshop 1985: Galerie Jutta Rößner, Stuttgart 1987: Galerie Harry Pennings, Eindhoven NL 1987: „Steine“, studio 666, Paris F 1988: Galerie Jutta Rößner, Stuttgart 1989: Centre de la Photographie, Genève CH 1989: Museum für moderne Kunst des Lkr. Cuxhaven, Otterndorf 1989: Künstlerwerkstatt Lothringerstr., Ladengalerie, München 1990: „Dinge“, Fotogalerie der staatlichen Landesbildstelle Hamburg 1991: „Stühle“, Le Parvis - Centre de Developpement culturel, Tarbes F 1992: Galerie Hoenisch, Groß-Umstadt 1992: „Handglanz“, Turmhofgalerie Dr. Hoffmann, Wuppertal 1993: Archivgalerie Friedberg, Friedberg bei Augsburg 1996: „Bücher“, Öffentliche Bibliothek der Stadt Aachen 1996: „Bücher“,Stadtbibliothek Viersen 1996: Familienbildungsstätte und Drogenberatung Viersen 1997: „Bücher“, Stadtbibliothek Langenfeld 1997: Goethe - Institut, Nancy F 1997: Praxisgemeinschaft H. Lamp u. S. Dehnhardt, Aachen (Zeichnungen) 1998: Tao-Chi Schule, Krefeld (Zeichnungen) 1998: „Handglanz“, Galerie Coiffeur, Leinfelden-Echterdingen 1998: „Bücher“, Stadtbücherei Alsdorf 1998: Diözesantag der kfd im Eurogress, in Zusammenarbeit mit Ulrike Häßler 1999: „ge-Macht“, August-Pieper Haus, Akademiefest, in Zusammenarbeit mit Ulrike Häßler, : Aachen 1999: ivent, Köln-Königsdorf 1999: Metamorphose, Performance mit Kerstin Balke-Becker auf der fam´99, Eurogress, Aachen 2000: Praxis Theo Schreiber, Aachen (Zeichnungen) 2001: Performance u. Ausstellung zum Thema Wasser mit Ausstellung, Klösterchen, Herzogenrath (Zeichnungen) 2001: Forum für Kunst und Kultur Herzogenrath in der Euregio, Sparkasse, Herzogenrath: : : (Zeichnungen) 2001: Wushu-Instituut Hoyer, Brunssum, NL (Zeichnungen) 2002: Dojo-Galerie, Helmut Oberlack und Tamara Graf, Hamburg (Zeichnungen) 2003: Taijiquanschule Daniel Grolle-Moscovici, Hamburg (Zeichnungen) 2003: Tao-Chi (Sabine Mayerhofer), Ravensburg (Zeichnungen) 2003: Kuratorin der Ausstellung Ingeborg Lehnertz Schröter: Bildnisse, Kunstverein Herzogenrath in der Euregio 2003: Kunstverein Weiden i. d. Oberpfalz 2003: Kunst im Fluss der Bewegung – taiji meets art, Hamburg (Zeichnungen) 2003: Le P´tit Paris – Taiji Rhenan, La Chaux-de-Fonds, CH (Zeichnungen) 2004: Zeichnungen und Performance im Kulturzentrum Faust, Kunsthalle, anlässlich des 2. Europäischen Cheng Man Ching Forums, Hannover 2005: TAO LAO, Konzert von Ralf Schlüter und Ludger Singer mit einer Video-Installation von Loni Liebermann, Aachen 2008: Galerie Art Pütz, zusammen mit Heidi Theissen, Montzen, Belgien 2013: „Things Happen“, Buch- und Kunstkabinett Konrad Mönter, Meerbusch 2013/2014: „gehen“, Museum in der wARTEhalle, Welchenhausen 2017: Video mit Objekten der Künstlerin Anke Wolf 2018: Video-Dokumentation der Veranstaltungsreihe „Spiritualität und Transformation“, Region Aachen 2019: Evangelische Akademie Tutzing, begleitende Bildprojektionen zu Impuls und Gespräch mit Prof. Dr. Wolfgang Schmale, Prof. Dr. Marie-Theres Tinnefeld, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger 2021: Video für die Musikerin und Komponistin Viola Kramer von der Uraufführung ihrer Performance „Dirigat der Stille“ im Frauenmuseum Bonn 2022: nominiert für den „Prix de la Photographie – Clervaux Cité de l’image“ von Clervaux: (Luxemburg), Ausstellung der Finalisten, Foto & Video „Dirigat der Stille“ 2022: Videoproduktion „Traum Raum Spiel“, eine Zusammenarbeit mit Mona Creutzer 2023: „Zwischen Fiktion und Täuschung“ im Raum für Gäste, Fotografie Festival Aachen, Fotografie und Video: : :   2023: Ausstellung Wiki Women – Wissen gemeinsam ergänzen, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, 12.10.2023 – 28.04.2024.

Zusammenarbeit mit Theater k Aachen, digitales Bühnenbild mit Video-Installationen

2013: „Was wahr war“, Aachen 2014: „In der Einsamkeit der Baumwollfelder“ (Salvatorkirche, Aachen) 2016: „Symposion“ (Suermondt-Ludwig Museum, Aachen) 2018: „Utopia Machina XXL“ (in der Maschinenhalle des historischen Tuchwerks, Aachen) 2020: „Miniaturen“ „Silentio“ (Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen 2021) 2022: „Dieser Eine“, Tuchwerk Aachen 2022: „Medea“, Tuchwerk Aachen

Werke in öffentlichen Sammlungen

Die Sammlung des MK&G umfasst 46 Werke, eine Schenkung der Künstlerin aus dem Jahr 1990.

Weblinks

Werke von Loni Liebermann im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg Euregio im Bild

Einzelnachweise

Kategorie:Fotograf (20. Jahrhundert) Kategorie:Fotograf (21. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1949 Kategorie:Frau Kategorie:Zeichner (Deutschland)