mini|hochkant|Schloss Kirchberg am Walde mini|hochkant|Pfarrkirche Grafendorf bei Hartberg mini|Filialkirche Pongrazen mini|Ehemaliges Mesnerhaus in Pongrazen mini|Heimatmuseum Grafendorf mini|Das neue Feuerwehrhaus in Grafendorf Grafendorf bei Hartberg ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Osten der Steiermark im Gerichtsbezirk Fürstenfeld und im politischen Bezirk Hartberg-Fürstenfeld. Seit 2015 ist sie im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform mit der Gemeinde Stambach zusammengeschlossen, die neue Gemeinde führt den Namen „Grafendorf bei Hartberg“ weiter.Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 12. Dezember 2013 über die Vereinigung der Marktgemeinde Grafendorf bei Hartberg und der Gemeinde Stambach, beide politischer Bezirk Hartberg-Fürstenfeld. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 20. Dezember 2013. Nr. 171, 37. Stück. . S. 712–713.

Geografie Geografische Lage Grafendorf bei Hartberg liegt im oststeirischen Hügelland etwa sechs Kilometer nördlich der Bezirkshauptstadt Hartberg nahe der Grenze zum Burgenland. Im Norden der Marktgemeinde entspringt die Hartberger Safen, die sie anschließend der Länge nach durchfließt und zahlreiche kleinere Bäche aufnimmt. Der Ostteil der Gemeinde wird vom Lungitzbach, einem rechten Nebenfluss der Lafnitz, entwässert.

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende elf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl, Stand ): Erdwegen () mit Grub, Kleinerdwegen, Piber, Schmiedjokl, Straßleiten und Winzenhof Grafendorf bei Hartberg () mit Grafenberg und Grafendorf Bahnhof Kleinlungitz () mit Steinfeld Lechen () Obersafen () mit Obersafenberg Pongratzen () Reibersdorf () Seibersdorf am Hammerwald () Stambach () Untersafen () mit Untersafenberg Zeilerviertel ()

Die Gemeinde besteht aus sechs Katastralgemeinden Erdwegen (790,44 ha) Grafendorf (394,66 ha) Gräflerviertl (696,22 ha) Obersafen (324,42 ha) Seibersdorf (316,71 ha) Stambach (2.047,81 ha)

Eingemeindungen 1959 wurden die selbstständigen Gemeinden Erdwegen, Gräflerviertl, Obersafen und Seibersdorf am Hammerwald mit Grafendorf bei Hartberg vereinigt.

Nachbargemeinden

Geschichte Die Gegend um Grafendorf war bereits in der Jungsteinzeit besiedelt, wie einige Funde belegen. Als die Römer um 15 v. Chr. bis an die Donau vorrückten, wurde das heutige Gemeindegebiet Teil der Provinz Noricum. Einige Funde weisen auf eine Besiedlung hin.

Anschließend besiedelten die Slawen das Gemeindegebiet. Ende des 8. Jahrhunderts gelangte es durch Karl den Großen zum Fränkischen Reich. Bald darauf wurde die Oststeiermark von den Ungarn erobert, sodass die Besiedlung erst nach der Rückeroberung durch Heinrich III. fortgesetzt werden konnte.

Um 1130 wurde der Ort Grafendorf von Ekbert II. von Formbach-Pitten als zweizeilige Grabendorfanlage gegründet.

Im Jahre 1144 wurde Grafendorf erstmals urkundlich erwähnt und als sehr bekannt bezeichnet. 1158 wurde das Kloster Vornbach durch eine Schenkung Grundherr, die Verwaltung wurde von der Propstei Gloggnitz aus vollzogen. Der später zu einem Türkeneinfall umgedichtete Ungarneinfall von 1418 zog auch Grafendorf in Mitleidenschaft. Im Besitz des Klosters Vornbach blieb Grafendorf bis zum Reichsdeputationshauptschluss im Jahre 1803, woraufhin es dem Staat zufiel und 1815 an den Inhaber einer Glasfabrik versteigert wurde.

Von 1831 bis 1838 war das Stift Vorau Grundherr über Grafendorf, ehe es 1849 eine selbständige Gemeinde wurde. 1964 wurde Grafendorf zur Marktgemeinde erhoben.

Einwohnerentwicklung 2026 lebten sogar schon 3268 Menschen in Grafendorf bei Hartberg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Schloss Aichberg Schloss Kirchberg am Walde wurde um 1130 zunächst als Burg erbaut. Sie war Herrschaftssitz und Ausgangspunkt für die Besiedlung des Gemeindegebietes. Nach der Zerstörung durch die Türken wurde das Schloss 1532 durch die Grafen Trauttmansdorff, die von 1443 bis 1669 Besitzer waren, wieder aufgebaut. Seit 1923 beherbergt das heutige Schloss eine Landwirtschaftsschule und Bildungszentrum für Land- und Forstwirtschaft in der Oststeiermark. Schloss Reitenau Katholische Pfarrkirche Grafendorf bei Hartberg hl. Michael Katholische Filialkirche Pongrazen hl. Pankratius Heimatmuseum Grafendorf: Das Museum zeigt die Entwicklung des Gemeindegebietes von der Jungsteinzeit über die Römerzeit und das Mittelalter bis heute dar.

Wirtschaft und Infrastruktur Grafendorf ist Mitglied der Wirtschaftsregion Hartberg.

Wirtschaftssektoren Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Anzahl der Betriebe und der Beschäftigten in den Wirtschaftssektoren: WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige20212011 200120212011 2001Land- und Forstwirtschaft 1)124 - -157157 201Produktion5646 25445408 339Dienstleistung183137 86790499 488 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, Arbeitsstätten im Jahr 2021

Verkehr Grafendorf bei Hartberg liegt an der Wechsel Straße B 54 nach Friedberg und Hartberg. Die Süd Autobahn A 2 nach Graz und Wien ist über die Anschlussstelle Hartberg (115) zu erreichen und etwa neun Kilometer entfernt.

Auf einer Anhöhe außerhalb des Ortes liegt der Bahnhof von Grafendorf. Er bietet Zugang zur Thermenbahn mit der Linienführung Friedberg – Hartberg – Fehring und zweistündlichen Regionalzug-Verbindungen.

Politik

Gemeinderat Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder: + Die letzten Gemeinderatswahlen brachten die folgenden Ergebnisse: Partei2020 2015 20101) 2005 2000 1995 1990Stimmen%Mandate St. % M. St. % M. St. % M. St. % M. St. % M. St. % M. ÖVP12267115 1124 56 12 1327 61 2) 988 60 9 951 60 10 904 57 9 998 64 10 SPÖ253153 330 17 3 393 18 2) 514 31 5 218 14 2 283 18 2 284 18 3 FPÖ143143 543 27 6 446 21 2) 146 9 1 272 17 2 399 25 4 273 18 2 Erneuerung für Grafendorf nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert 151 9 1 nicht kandidiert nicht kandidiert Wahlbeteiligung66 % 78 % 84 % 83 % 83 % 89 % 92 %mini|hochkant=0.5|Ehemaliger Bürgermeister Johann Handler 1) Die inzwischen erfolgte Gemeindezusammenlegung wurde im Wahlergebnis nachvollzogen.2) Die fiktive Vergleichswahl zeigt bei Fusionsgemeinden die summierten Stimmenergebnisse der ursprünglichen Gemeinden. Daher sind Mandatsvergleiche nicht möglich.

Bürgermeister

bis 2023 Johann Handler (ÖVP) seit 2023 Peter Domweber (ÖVP)

Wappen links|70px Die Steiermärkische Landesregierung hat der Marktgemeinde Grafendorf bei Hartberg am 1. August 1964 ein eigenes Wappen verliehen. Wegen der Gemeindezusammenlegung verlor das Wappen mit 1. Jänner 2015 seine offizielle Gültigkeit. Die Wiederverleihung erfolgte mit Wirkung vom 1. Jänner 2016.131. Verlautbarung der Steiermärkischen Landesregierung vom 17. Dezember 2015 über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Marktgemeinde Grafendorf bei Hartberg (politischer Bezirk Hartberg-Fürstenfeld), abgerufen am 2. Jänner 2016 Die Blasonierung (Wappenbeschreibung) lautet: In silbernem Schild ein roter Greif.

Persönlichkeiten Ehrenbürger der Gemeinde 1984: Josef Krainer (1930–2016), Landeshauptmann 2003: Waltraud Klasnic (* 1945), Landeshauptmann der Steiermark 1996–2005

Söhne und Töchter der Gemeinde Anton Weidinger (1907–1991), Politiker der ÖVP, Abgeordneter zum Steiermärkischen Landtag 1953–1959, Abgeordneter zum Nationalrat 1959–1970 Manfred Putz (1969–2015), Handbiker Christine A. Maier (* 1969), österreichische Kamerafrau, Professorin der Filmakademie Wien

Weblinks

Webpräsenz der Marktgemeinde Grafendorf

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1144 Kategorie:Gemeindegründung 1849 Kategorie:Joglland