A Real Pain ist ein US-amerikanisch-polnischer Spielfilm von Jesse Eisenberg aus dem Jahr 2024. Die Hauptrollen spielen Eisenberg und Kieran Culkin. Der Titel trägt doppelte Bedeutung; einerseits bezieht er sich auf den „echten Schmerz“ über das Familientrauma der Shoa, andererseits verweist er umgangssprachlich auf Culkins Figur als „wahre Plage“.
Handlung Die Tragikomödie handelt von zwei ungleichen Cousins jüdischer Abstammung, die zum Gedenken an ihre geliebte, vor kurzem verstorbene Großmutter nach Polen reisen. Sie besuchen mit ihrer Reisegruppe zunächst Warschau und reisen dann weiter nach Lublin. Von Lublin aus besuchen sie das KZ Majdanek, was die ganze Reisegruppe sehr erschüttert. Die letzte Etappe führt sie zu dem Haus, in dem ihre Großmutter zuletzt gelebt hatte – vor ihrer Deportation in verschiedene Konzentrationslager. Sie fliegen von Warschau zurück nach New York, wo sich ihre Wege wieder trennen.
Auf der Reise treten alte Spannungen zwischen den beiden vor dem Hintergrund ihrer Familiengeschichte wieder auf. David empfindet Frustration und echte Liebe gegenüber Benji, während dieser versucht, mit respektlosem Charme seine tieferliegende Melancholie zu verstecken. Beide müssen feststellen, dass sich ihre Leben auseinanderentwickelt haben.A Real Pain. In: festival.sundance.org (abgerufen am 13. Dezember 2023).
Hintergrund mini|Dreharbeiten in Lublin Es handelt sich um den zweiten Spielfilm als Drehbuchautor und Regisseur des vorrangig als Schauspieler bekannten Jesse Eisenberg. Dieser besitzt neben der US-amerikanischen auch die polnische Staatsbürgerschaft. Für A Real Pain zeichnete er sich als Drehbuchautor, Regisseur, Co-Hauptdarsteller und Co-Produzent verantwortlich. Als weiterer Hauptdarsteller wurde Kieran Culkin verpflichtet. Weitere Produzenten waren die vor allem auch als Schauspielerin bekannte Emma Stone und ihr Mann Dave McCary. Die Kamera führte der preisgekrönte polnische Kameramann Michał Dymek. Für die Filmmusik wurden Stücke Frédéric Chopins verwendet.
Synchronisation Die deutschsprachige Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und unter der Dialogregie von Masen Abou-Dakn für die in Berlin ansässige Interopa Film GmbH.
Rolle Darsteller Synchronsprecher Benji Kaplan Kieran Culkin Constantin von Jascheroff David Kaplan Jesse Eisenberg Konrad Bösherz Marcia Jennifer Grey Ulrike Stürzbecher James Will Sharpe Nicolás Artajo Eloge Kurt Egyiawan Selam Tadese Mark Daniel Oreskes Hanns-Jörg Krumpholz Diane Liza Sadovy Sabina Trooger
Rezeption Veröffentlichung und Einspielergebnis Die Uraufführung von A Real Pain fand am 20. Januar 2024 im Hauptwettbewerb des 40. Sundance Film Festivals statt. In den kommenden Monaten gelangte der Film ins Programm von mehr als zwei Dutzend internationalen Filmfestivals, darunter Rio de Janeiro, New York, Busan, Zürich (Europa-Premiere), London, Valladolid, Wien und Chicago (jeweils im Oktober) sowie Mannheim-Heidelberg, Taiwan, Stockholm und Mar del Plata (jeweils im November).A Real Pain – Informationen zur Veröffentlichung. In: imdb.com (abgerufen am 14. Januar 2025).
Am 1. November 2024 lief das Werk im Verleih von Searchlight Pictures in ausgewählten US-amerikanischen Kinos an. Bis Anfang Januar 2025 erzielte der Film international ein Einspielergebnis von 11,8 Millionen US-Dollar, davon entfielen 8 Millionen US-Dollar auf Einnahmen aus Nordamerika.A Real Pain. In: boxofficemojo.com (abgerufen am 14. Januar 2025). Die Produktionskosten beliefen sich auf 3 Millionen US-Dollar.
Am 16. Januar 2025 startete der Film in Deutschland in den Kinos, während er in den USA am selben Tag auf Disney+ veröffentlicht wurde.
Kritiken Im Online-Katalog des Sundance Film Festivals lobten die Veranstalter Eisenberg für sein „intimes, klangvolles Drehbuch“. Es ergänze „die Spannung und den Humor des turbulenten Roadtrips der beiden sehr unterschiedlichen Cousins mit einer einfühlsam gezeichneten Abrechnung über das Erbe des Zweiten Weltkriegs unter den Überlebenden der Überlebenden“. Hervorgehoben wurden auch die Schauspielleistungen von Eisenberg und Culkin sowie die Kamera und die Filmmusik.
Die englischsprachige Filmkritik folgte der Einschätzung des Sundance Filmfestivals. Von den auf der Website Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken sind 96 Prozent positiv bei einer durchschnittlichen Bewertung mit 8,4 von 10 möglichen Punkten. Der auf der Website erhobene Konsens der Kritiker pries A Real Pain als „witziges, emotionales Drama“ an. Auch die Leinwandpräsenz von Kieran Culkin sowie die Leistung von Drehbuchautor, Regisseur und Ko-Darsteller Jesse Eisenberg wurde gelobt.A Real Pain. In: rottentomatoes.com (abgerufen am 14. Januar 2025). Ein ähnliches Bild hinsichtlich der Bewertung ergibt sich auf der Website Metacritic. Dort erhielt A Real Pain 86 von 100 möglichen Punkten, basierend auf mehr als 50 ausgewerteten englischsprachigen Kritiken. Dies entspricht einhelligem Beifall („universal acclaim“) und es wurde eine eindeutige Filmempfehlung („must-see“) ausgesprochen.
Auszeichnungen A Real Pain wurde in der Filmpreissaison 2024/25 für mehr als 150 internationale Film- und Festivalpreise nominiert, von denen das Werk über 60 gewinnen konnte. Vielfach preisgekrönt wurde die Schauspielleistung von Kieran Culkin. Für seine Nebenrolle des Benji Kaplan erhielt er u. a. einen Oscar, den Golden Globe Award sowie die Auszeichnungen der Filmkritikervereinigungen von New York, Los Angeles, des National Board of Review und der National Society of Film Critics. Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller Jesse Eisenberg wurde für zwei Golden Globe Awards nominiert (Hauptdarsteller, Drehbuch). Sein Filmskript brachte ihm außerdem ebenfalls eine Oscar-Nominierung, die Drehbuchpreise des Sundance Film Festivals, der Filmkritikervereinigung von Los Angeles und des National Society of Film Critics ein. Darüber hinaus wurde A Real Pain als beste Filmkomödie für den Golden Globe und den Critics’ Choice Movie Award nominiert und in die Bestenlisten des American Film Institutes (AFI) und des National Board of Review aufgenommen.
Gewonnene Preise und Nominierungen im Überblick:A Real Pain. In: imdb.com (abgerufen am 7. März 2025).
Filmpreis/Institution (Auswahl) Kategorie Resultat Preisträger / Nominierte 1) Filmpreise Oscar (2025) Bestes Originaldrehbuch Nominiert Bester Nebendarsteller Gewonnen Golden Globe Awards (2025) Bester Film – Komödie oder Musical Nominiert k. A. Bestes Drehbuch Nominiert Bester Hauptdarsteller – Komödie oder Musical Nominiert Bester Nebendarsteller Gewonnen Critics’ Choice Movie Awards (2025) Beste Filmkomödie Gewonnen k. A. Bestes Originaldrehbuch Nominiert Beste Nebendarsteller Gewonnen Independent Spirit Awards (2025) Bestes Drehbuch Gewonnen Beste Nebenrolle Gewonnen Gotham Awards (2024) Bester Nebendarsteller Nominiert AFI Award (2025) Bester Film des Jahres Gewonnen k. A. 2) Festivals Sundance (2024) Bester Spielfilm Nominiert Waldo Salt Screenwriting Award Gewonnen Palm Springs (2025) Bester Nachwuchsdarsteller Gewonnen Santa Barbara (2025) Virtuoso Award Gewonnen La Roche-sur-Yon (2024) Spezialpreis der Jury Gewonnen 3) Kritikervereinigungen National Board of Review (2024) Aufnahme in die Top-Ten-Filme Gewonnen k. A. Bester Nebendarsteller Gewonnen New York Film Critics Circle (2024) Bester Nebendarsteller Gewonnen Los Angeles Film Critics Association (2024) Bestes Drehbuch Gewonnen Beste Nebenrolle Gewonnen National Society of Film Critics (2025) Bestes Drehbuch Gewonnen Bester Nebendarsteller Gewonnen Chicago Film Critics Association (2024) Bestes Originaldrehbuch Gewonnen Bester Nebendarsteller Gewonnen Florida Film Critics Circle (2024) Bester Nebendarsteller Gewonnen Kansas City Film Critics Circle (2024) Bester Nebendarsteller Gewonnen London Critics’ Circle (2025) Bestes Drehbuch Gewonnen Bester Nebendarsteller Gewonnen San Diego Film Critics Society (2024) Bester Nebendarsteller Gewonnen Toronto Film Critics Association (2024) Bester Nebendarsteller Gewonnen Phoenix Film Critics Society (2024) Aufnahme in die Top-Ten-Filme Gewonnen k. A. Bester Nebendarsteller Gewonnen Washington DC Area Film Critics Association (2024) Bestes Originaldrehbuch Gewonnen Bester Nebendarsteller Gewonnen Philadelphia Film Critics Circle (2024) Bester Nebendarsteller Gewonnen Atlanta Film Critics Circle (2024) Bester Nebendarsteller Gewonnen 4) Gewerkschaftspreise American Cinema Editors (2025) Bester Schnitt – Kinofilm (Komödie) Nominiert Screen Actors Guild Awards (2025) Bester Nebendarsteller Gewonnen Casting Society of America (2025) Bestes Casting – Kinofilm (Studio- oder Independentfilm) Nominiert
Weblinks A Real Pain im Programm des Sundance Film Festivals (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2024 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Filmkomödie Kategorie:Roadmovie