Emil Karl Fischer (* 13. November 1883 in Wechselburg;Geburtsjahr Janosch Pastewka: Koalitionen statt Klassenkampf. Der sächsische Landtag in der Weimarer Republik (1918–1933). Thorbecke, Ostfildern 2018, ISBN 978-3-799-58462-3, S. 337; präzises Geburtsdatum und Geburtsort nach: Datenbank des Staatsarchivs Sachsen: Beschreibung der Akte: 30061 Polizeipräsidium Plauen, Nr. 248 zu "Fischer, Emil Karl; Geburtsort: Wechselburg, Schulleiter und Landtagsabgeordneter; Geburtsdatum: 13.11.1883. † 19. September 1956 in PlauenTodesdatum und -ort gemäß invenio-Datenbank des Bundesarchivs: Beschreibung der Akte B 106/67368 zu Emil Fischer, geb. am 13. November 1883 in Wechselburg.) war ein deutscher Politiker (NSDAP, DSP). Er war nach dem Parteiaustritt 1932 Mitgründer einer eigenen Fraktion im sächsischen Landtag („Fraktion der Deutschsozialistischen Partei“).
Leben und Wirken Fischer war Schulleiter der Rückertschule (14. Bürgerschule) in Plauen im Vogtland, Vorsitzender der NSDAP-Ortsgruppe und ab 10. Juli 1930 für die NSDAP Mitglied des Sächsischen Landtags in der Weimarer Republik. Mit Schreiben vom 4. September 1932 an den Landtagspräsidenten trat Fischer aus der NSDAP-Fraktion aus und schloss sich am 22. November 1932 mit dem 1930 aus der DNVP ausgetretenen Abgeordneten Kurt Fritzsche zur „Fraktion der Deutschsozialistischen Partei“ zusammen. Er begründete diesen Schritt mit bestehenden Meinungsverschiedenheiten in Kultur- und Erziehungsfragen sowie mit einem fehlenden klaren Schulprogramm der NSDAP und der von der Parteiführung beabsichtigten Koalition mit dem Zentrum. Fischer kam mit seinem Austritt einem Ausschluss zuvor.Zeitungsausschnitt aus Der Freiheitskampf (NSDAP-Zeitung) vom 6. September 1932. Seite: 5. Titel: Landtagsabgeordneter Fischer aus der NSDAP „ausgetreten“Austritt aus der NSDAP. In: Weißeritz-Zeitung vom 6. September 1932.
Fischer wurde nach dem Wahlsieg der NSDAP am 9. März 1933 durch SA-Männer im Landtagsgebäude in Dresden brutal zusammengeschlagen.Janosch Pastewka: »Ein erschütternder Anblick« Der Überfall auf den sächsischen Landtag am 9. März 1933. In: Landtagskurier, 2015, Heft 5, S. 22.
1939 war Fischer Mitglied des Nationalsozialistischen Lehrerbundes.Zehn Jahre NSLB. 1939, S. 15.
Literatur Nationalsozialistisches Jahrbuch. 5. Jahrgang, Franz Eher Nachf., München 1931, S. 158. Martin Schumacher: MdL. Das Ende der Parlamente 1933 und die Abgeordneten der Landtage und Bürgerschaften der Weimarer Republik in der Zeit des Nationalsozialismus. Politische Verfolgung, Emigration und Ausbürgerung 1933–1945. Ein biographischer Index. Droste, Düsseldorf 1995, ISBN 3-7700-5189-0, S. 38. Bert Wawrzinek: Manfred von Killinger (1886–1944). Ein politischer Soldat zwischen Freikorps und Auswärtigem Amt. 2003, S. 156.
Einzelnachweise
Kategorie:Schulleiter (Deutschland) Kategorie:Mitglied des Sächsischen Landtags (Weimarer Republik) Kategorie:Ortsgruppenleiter (NSDAP) Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Person (Plauen) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1883 Kategorie:Gestorben 1956 Kategorie:Mann