mini|Leïla Sebbar (2014) Leïla Sebbar (, geboren 19. November 1941 in Aflou, Algerien) ist eine französische Schriftstellerin und Journalistin, die sich in ihrem Werk intensiv mit ihrem Geburtsland Algerien auseinandersetzt.
Leben Ihr Vater, ein algerischer Lehrer, wurde vom Vichy-Regime in die Region des Hochlandes von Aflou verbannt. Ihre Mutter, eine französische Lehrerin, stammte aus der Dordogne. Sebbar wuchs zunächst in Algerien auf. Während des Algerienkriegs besuchte sie das Internat des Collège et des Lycée in Blida und Algier. Sie verbrachte ein Jahr in der Khâgne in Algier am Lycée Bugeaud, bevor sie 1962 Algerien verließ, um ihr Studium in Frankreich aufzunehmen und sich in Paris niederzulassen. Ihre Eltern zogen 1970 ebenfalls nach Frankreich.
Sebbar studierte lettres modernes (moderne Sprachen und Literatur) zunächst in Aix-en-Provence und später an der Universität von Paris (Sorbonne). 1974 veröffentlichte sie ihre Doktorarbeit mit dem Titel Le Mythe du bon nègre dans la littérature du XVIIIe siècle („Der Mythos des guten Negers in der Literatur des 18. Jahrhunderts“). Anschließend arbeitete sie als Lehrerin für Literatur in Paris, widmete sich aber auch dem Schreiben.
Sebbar ist Autorin von Essays, Reisetagebüchern, Erzählungen, Literaturkritiken, Sammlungen unveröffentlichter Texte, Kurzgeschichten und Romanen. Themen in ihrem Werk sind vor allem das Exil und die Beziehungen zwischen Orient und Okzident.
Außerdem arbeitete sie fünfzehn Jahre lang für France Culture (Panorama), für das Magazine littéraire und La Quinzaine littéraire.
Ihr Archiv ist im Institut mémoires de l’édition contemporaine (IMEC) zugänglich.
Preise und Ehrungen 1985: Prix du roman populiste für Les Carnets de Shérazade 1993: Prix Kateb Yacine für Le silence des rives 13. Juli 2006: Mitglied Ehrenlegion im Rang eines Ritters 2006: Ritter des Ordre des Arts et des Lettres 2010: Mitglied des Verwaltungsrates der Maison de l’histoire de France 14. April 2011: Offizier des Ordre national du Mérite 2016: Offizier des Ordre des Arts et des Lettres
30. November 2019: Kommandeur des Ordre national du Mérite
Veröffentlichungen (Auswahl) Essays und Romane wurden ins Italienische, Englische und Niederländische übersetzt; Kurzgeschichten wurden ins Arabische, Deutsche, Englische, Katalanische, Italienische, Tschechische und Norwegische übersetzt. Auf Deutsch gibt es nur einige wenige Texte (eingerückt unter dem französischen Original):
Essays On tue les petites filles. Stock, 1978.
Le Pédophile et la Maman (Der Pädophile und die Mutter). Stock, 1980. Mit Nancy Huston: Lettres parisiennes, Autopsie de l’exil Bernard Barrault, J’ai lu, Paris 1986, ISBN 2-290-05394-5. Dialogue avec Leïla Sebbar, traversières de Dominique Le Boucher (Dialog mit Leïla Sebbar, Traversale von Dominique Le Boucher). Mit Fotografien von Jacques Du Mont, Éditions Marsa, 2015.
Erzählungen und Anthologien
Romane
Reisetagebücher
Autobiografien
Chroniken
Interviews
Siehe auch Assia Djebar (1936–2015) Liste algerischer Schriftsteller
Literatur
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Weblinks
Offizielle Homepage von Leïla Sebbar Leila Sebbar clicnet.swarthmore.edu lesarchivesduspectacle.net Les Archives du spectacle Radio France Africultures Persée Dictionnaire universel des créatrices Store norske leksikon
Einzelnachweise
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