Lieselotte Süllwold (Lilo Süllwold) geborene Strötzel (* 19. November 1930 in Chemnitz;Lilo Süllwold. In: Kürschner Gelehrtenkalender online. † 2020) war eine Klinische Psychologin und Professorin am Zentrum für Psychiatrie der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main. Ihr Schwerpunkt war die Schizophrenieforschung.

Leben Sie studierte Psychologie an der Universität Freiburg, wo sie 1960 auch promovierte. 1973 wurde sie zur Professorin für Klinische Psychologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Frankfurt berufen und war die erste Klinische Psychologin in der BRD, die ihre Habilitation an einer Medizinischen Fakultät 1975 erhielt. Sie habilitierte zu einem Fragebogen zur Diagnostik der beginnenden Schizophrenie.Lara Rzesnitzek: „Psychologische Mitarbeit“ in der Psychiatrie. Die Etablierung der Klinischen Psychologie am Beispiel von Lilo Süllwolds diagnostischen Bemühungen um die beginnende Schizophrenie. In: Medizinhistorisches Journal, 2015, 50, S. 357–392; . Sie lieferte ein Beispiel für die Institutionalisierung und Professionalisierung der Klinischen Psychologie in der Psychiatrie von den 1950er bis Ende der 1970er Jahre.

Zu ihren wichtigsten Leistungen gehörte die Entwicklung des Konzeptes der schizophrenen Basisstörungen gemeinsam mit Gerd Huber. Kognitive Primärstörungen sind Basisdefizite, von Patienten als Denk-, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen geschilderte Symptome, die ziemlich regelmäßig nachweisbar und diagnostisch nutzbar sind. In Therapie wie Rehabilitation kann dies durch Training verbessert werden, um die Vulnerabilität für schizophrene Störungen zu verringern. Da diese Symptome von den Patienten schon früh erlebt werden, entwickelte sie entsprechende Fragebögen (Frankfurter Beschwerde-Fragebogen FBF und Frankfurter Befindlichkeitsskala FBS), um entsprechende Vulnerabilitäten für die Ausprägung schizophrener Störungen schon früh zu erkennen. Der FBF wurde bis zu einer dritten Version (FBF-3) weiterentwickelt, in verschiedene Sprachen übersetzt (darunter Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch) und dort genutzt.Natalia Jimeno: Lilo Süllwold (1930–2020): Her contributions to psychopathology and psychological treatment of schizophrenia according the basic symptoms concept. In: Neurology, Psychiatry and Brain Research, 2020, 38, S. 121–123; researchgate.netLara Rzesnitzek: Die Diagnostik der beginnenden Schizophrenie als „psychologische Mitarbeit“ – Lilo Süllwolds Frankfurter Beschwerde-Fragebogen (FBF) und die Entwicklung der klinischen Psychologie in BRD und DDR. Nachrichtenblätter; gwmt.de (PDF; 1,7 MB).

1986 erhielt sie den Kurt-Schneider-Preis für ihren Beitrag zur Schizophreinieforschung.Kurt-Schneider-Preis für Prof. Lilo Süllwold. In: UNI-Report, Frankfurt, 14. Januar 1987, S. 5; d-nb.info

Sie war mit Fritz Süllwold verheiratet.

Veröffentlichungen (Auswahl) Wichtigste selbst verfasste Monografien: Symptome schizophrener Erkrankungen. Springer, 1977. Schizophrenie. Kohlhammer, 1983. 2. Auflage: 1986; 3. Auflage: 1995. Fragebogen zur Frankfurter Befindlichlkeits-Skala (FBS). Springer, 2014. Manual zum Frankfurter Beschwerde-Fragebogen (FBF). Springer, 1991

Wichtigste mitverfasste Monografien: mit Gerd Huber: Schizophrene Basisstörungen. Springer, 1986. mit J. Herrlich: Psychologische Behandlung schizophren Erkrankter. Kohlhammer, 1990. 2. Auflage: 1997. mit J. Herrlich und S. Volk: Zwangskrankheiten. Kohlhammer, 1994. 2. erw. Auflage: 2001.

Einzelnachweise

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