Die ugandische Cricket-Nationalmannschaft (; ), deren Spieler auch unter dem Spitznamen Cricket Cranes bekannt sind, vertritt Uganda auf internationaler Ebene in der Sportart Cricket. Das Team wird von der Uganda Cricket Association (, UCA; ) geleitet und ist seit 1998 assoziiertes Mitglied im International Cricket Council, nachdem es zuvor Teil der ostafrikanischen und später der ost- und zentralafrikanischen Cricket-Nationalmannschaft gewesen war; als Ostafrika nahmen sie am ersten Cricket World Cup 1975 teil. Damit gehört es zur zweiten Reihe der Nationalmannschaften und gilt, zusammen mit Kenia und Namibia, traditionellerweise als eine der stärksten Nationalmannschaften Afrikas hinter den Vollmitgliedern Südafrika und Simbabwe. Uganda verfügt seit 2019, wie alle ICC-Mitglieder, über vollen T20I-Status. Größter Erfolg bei Turnieren war das Erreichen der Vorrunde beim T20 World Cup (2024).

Geschichte Anfänge des Crickets in Uganda Britische Kolonialisten führten Cricket zum Ende des 19. Jahrhunderts in Uganda ein. 1900 fand das erste offizielle Match statt. Nationale Spiele (Officials vs. Settlers, also „Behörden gegen Siedler“) wurden regulär von 1910 bis 1964 ausgetragen, es wurden jedoch keine interterritorialen Spiele arrangiert. 1914 war erstmals eine kenianische Mannschaft in Uganda zu Gast und obsiegte mit fünf Wickets in Entebbe. Nach dem Zustrom indischer Arbeiter nach Afrika für den Bau des Schienennetzes in der Region nahm die Beliebtheit von Cricket zu. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges war es eine der meist ausgeübten Sportarten in der Region.

Bestandteil des ostafrikanischen Teams

1951 gründete sich die East Africa Cricket Conference (EACC, später East and Central Africa Cricket Conference, ECACC) als Cricketverband für die Region. Sie organisierte die interkolonialen Spiele zwischen ihren drei Gründungsmitgliedern Kenia, Uganda und Tanganjika. Später im selben Jahr empfing eine ostafrikanische Mannschaft Rhodesien. 1952 wurde die Uganda Cricket Association (, UCA; ) gegründet und im selben Jahr spielte eine ugandische Mannschaft in einem Tri-Nations-Turnier gegen Kenia und Tanganjika. Ein Jahr später erzielte Uganda seinen ersten Sieg und gewann gegen Tanganjika mit fünf Wickets.

Ostafrikas folgendes Spiel war 1956 gegen eine besuchende pakistanische Mannschaft. Unter ihrem Kapitän Denis Dawson (dem Bruder des südafrikanischen Test-Cricket-Spielers Ossie Dawson) verloren die Ostafrikaner das Dreitagesspiel mit acht Wickets. Im darauf folgenden Jahr unterlagen sie dem besuchenden Sunder Cricket Club mit neun Wickets. 1958 besuchte eine südafrikanische Mannschaft aus nichteuropäischen Spielern das Gebiet für ein Spiel gegen Ostafrika in Nairobi. Unter ihrem Kapitän Malcolm Ronaldson, einem früheren First-Class-Spieler für die Eastern Province, unterlag Ostafrika in dem Spiel den Südafrikanern mit sieben Wickets.

In den 1960er Jahren traf Ostafrika auf mehrere besuchende Mannschaften. 1962 trafen sie in zwei Spielen auf die Cricket-Mannschaft des Commonwealth. Im ersten Spiel in Nairobi (10. bis 12. Februar 1962) unterlagen die Ostafrikaner mit 20 Runs. Dieses Spiel blieb vor allem wegen des zügigen Century von Basil D’Oliveira im zweiten Innings des Commonwealth in Erinnerung. Im zweiten Spiel im Oktober, ebenfalls in Nairobi, schlug die Mannschaft des Commonwealth Ostafrika mit 118 Runs. Der Marylebone Cricket Club (MCC) bestritt 1963/64 drei Spiele in Uganda, eines in Tanganjika und sieben in Kenia. Eines der Spiele gegen die Ostafrikaner in Kampala gewann der MCC mit einem Innings und 71 Runs. In der ostafrikanischen Mannschaft spielten unter anderem fünf Ugander. 1966 trat Ostafrika der International Cricket Conference (ICC; heute International Cricket Council) als assoziiertes Mitglied bei. Im selben Jahr trat Sambia dem jährlichen interregionalen Turnier bei, das damit zu einem Viererturnier wurde. Im August 1967 gewannen die besuchenden Inder gegen Uganda mit sechs Wickets und ein First-Class-Dreitagesspiel gegen Ostafrika, für das sechs Ugander spielten, mit acht Wickets. Eine internationale Mannschaft von englischen First-Class-Spielern erzielte 1968 in einem Dreitagesspiel gegen Ostafrika in Nairobi ein Remis. Im selben Jahr erzielte Warwickshire in Uganda ebenfalls ein Remis und später erzielte Uganda in Nairobi mit 436 Runs sein höchstes Ergebnis gegen Kenia.

Im Juni und Juli 1972 besuchte Ostafrika England für 18 Spiele gegen Regionalauswahlen und erzielte einen Sieg gegen Nordwales. Keines dieser Spiele besaß First-Class-Status. 1973/74 besuchte der MCC erneut Ostafrika. Im Dezember 1973 absolvierte er zwei Spiele in Sambia, gefolgt von zwei weiteren in Tansania und danach vier in Kenia. Das einzige Spiel gegen eine komplette Mannschaft Ostafrikas, das First-Class-Status besaß, gewann der MCC mit 237 Runs.

Ostafrika wurde zum ersten Cricket World Cup 1975 eingeladen, als eine von zwei Nicht-Testnationen neben Sri Lanka. Kenia stellte die Hälfte der 14 Spieler der ostafrikanischen Mannschaft. Vor dem Turnier schien die Teilnahme jedoch fraglich, nachdem Tansania damit gedroht hatte, seinen Spielern die Reise nach England aus Protest gegen die Südafrikatour 1974 der Rugbymannschaft British and Irish Lions zu verbieten. Die Teilnahme Ostafrikas galt als wichtiger Schritt für dieses Turnier, da die Teilnahme einer afrikanischen Mannschaft diesem erst den Status einer Weltmeisterschaft verlieh. Die zwei besten Cricketländer Afrikas, Südafrika und Rhodesien, beriefen ihre Spieler aufgrund ihrer „Rasse“ und wurden als Teil des Sportboykotts gegen Südafrika ausgeschlossen, woraufhin Ostafrika als Vertreter Afrikas teilnahm. Nach Aufwärmspielen gegen Somerset, Wales, Glamorgan und mehrere andere County Clubs traf es in der Vorrunde auf England, Indien und Neuseeland, unterlag jedoch in allen Spielen. Nach dem Turnier absolvierten die Ostafrikaner ein First-Class-Match gegen Sri Lanka auf dem County Ground in Taunton.

1978 besuchte die Minor Counties Cricket Association für sieben Spiele Kenia, davon zwei gegen Ostafrika. Das erste Spiel mit 60 Over gewannen die Minor Counties mit acht Wickets. Ein geplantes Dreitagesspiel wurde abgesagt. Ostafrika nahm an den ICC Trophies der Jahre 1979, 1982 und 1986 teil, ohne sich jedoch für die Cricket World Cups 1979, 1983 und 1987 zu qualifizieren.

Das jährliche Turnier gegen Kenia und Tansania wurde fortgesetzt, obschon sich Kenia 1981 von der Ostafrikanischen Mannschaft zurückgezogen hatte und fortan durch seine eigene Nationalmannschaft vertreten wurde. Dem Turnier der drei Mannschaften schloss sich 1966 Sambia an. Bis 1980 konnte Uganda dieses Turnier nur einmal gewinnen.

Ost- und Zentralafrikanische Nationalmannschaft

1989 verließ das ostafrikanische Team das ICC und wurde im selben Jahr durch die Ost- und Zentralafrikanische Nationalmannschaft ersetzt. Dieses Team bestand aus Spielern der Länder Malawi, Sambia, Tansania und Uganda. Es nahm 1990 erstmals an der ICC Trophy teil, ebenso 1994, 1997 und 2001, konnte sich jedoch nicht für die Cricket World Cups der Jahre 1992, 1996, 1999 und 2003 qualifizieren.

Nach der Eigenständigkeit Uganda zog sich aus der Ost- und Zentralafrikanischen Mannschaft zurück und wurde 1998 eigenständiges Mitglied des ICC. Die erste Teilnahme an einem internationalen Turnier erfolgte bei der ICC Trophy 2001. Nachdem es alle Vorrundenspiele gewinnen konnte, unterlag das Team im Play-off gegen die Vereinigten Arabischen Emirate und verpasste damit die zweite Runde sowie den Cricket World Cup 2003. Im darauf folgenden Jahr erreichte es den dritten Gruppenplatz beim Africa Cup.

2004 bestritt Uganda während des ICC Intercontinental Cup 2004 seine ersten Länderspiele gegen Kenia und Namibia, wobei es gegen die letztgenannte Mannschaft gewinnen konnte. Im August desselben Jahres beendete die Mannschaft die Africa Cricket Association Championships in Sambia auf dem zweiten Platz hinter Namibia. Damit qualifizierte sie sich für die ICC Trophy im darauf folgenden Jahr, bei der sie den zwölften und letzten Platz erreichte, nachdem die Ugander das letzte Play-off gegen Papua-Neuguinea verloren hatten, womit sie sich nicht für den Cricket World Cup 2007 qualifizierten. Zu Jahresbeginn trafen sie beim ICC Intercontinental Cup 2005 auf Namibia und Kenia, verloren jedoch beide Spiele.

Weitere WM-Qualifikationsturniere mini|hochkant|Joel Olwenyi, ehemaliger Mannschaftskapitän Ugandas mini|Uganda feiert seinen Sieg in der Division Three der World Cricket League 2007–09 Im Januar 2007 traf Uganda auf Bermuda und Kanada, als sich beide Mannschaften auf die Division One der World Cricket League 2007–09 in Nairobi vorbereiteten. Ebenso diente dies Uganda als Vorbereitung auf die Division Three desselben Turnieres in Darwin, Australien. Uganda gewann seine Gruppenspiele in Gruppe B gegen die Cayman Islands, Hongkong und Tansania, bevor es Papua-Neuguinea im Halbfinale und Argentinien im Finale besiegte. Damit sicherten sich die Ugander einen Platz im High Performance Program des ICC und stiegen in die Division Two auf.

Uganda nahm vor der World Twenty20 2007 an einem Viernationenturnier mit Bangladesch, Kenia und Pakistan teil. Wie erwartet unterlagen sie Pakistan und Bangladesch, bevor sie gegen den Rivalen Kenia einen Überraschungssieg mit zwei Wickets erzielen konnten. Darauf folgten im Oktober 2007 zwei Eintagesspiele gegen Bermuda, ebenfalls in Nairobi. Uganda überraschte den erfahreneren Gegner und unterlag mit nur sieben Runs, nachdem Nandikishore Patel ein Fifty erzielt hatte. Das zweite Spiel gewannen sie mit 43 Runs, nachdem Joel Olwenyi ebenfalls ein Fifty erzielt hatte. Im November 2007 besuchte Uganda Windhoek für die Division Two. Uganda unterlag Dänemark, Namibia, Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten, gewann jedoch das Play-off gegen Argentinien und beendete das Turnier auf dem fünften Platz. Mit dem vorletzten Platz stieg Uganda in die Division Three 2009 ab. 2008 gewann Uganda ein Eintagesspiel gegen den besuchenden MCC, während das Dreitagesspiel in einem Remis endete.

Im Januar 2009 gewann Uganda vier seiner fünf Gruppenspiele in Buenos Aires und endete punktgleich mit Afghanistan und Papua-Neuguinea, mit einer besseren Net Run Rate sicherte es sich den letzten Platz in der Cricket World Cup Qualifier 2009. Im April 2009 besuchte Uganda für den Cricket World Cup Qualifier 2009 Südafrika. Obschon es das erste Spiel gegen Namibia gewinnen konnte, unterlag Uganda in allen anderen Spielen der Gruppe A und verpasste damit die Super Eight, womit es sich nicht für den Cricket World Cup 2011 qualifizieren konnte. Uganda erreichte nach einem Sieg gegen Dänemark den zehnten Platz, verlor aber das Play-off gegen Bermuda, womit es in die Division Three 2013 abstieg. Dort sicherte sich Uganda mit seinen ersten Vorrundenplatz die Teilnahme am Cricket World Cup Qualifier 2014 für den Cricket World Cup 2015, schied dort jedoch bereits in der Vorrunde aus. Damit stiegen die Ugander in die Division Three 2014 der World Cricket League 2012–18 ab.

Uganda nahm nicht an den Qualifikationen der World Twenty20s für die Turniere 2007, 2009 und 2010 teil. In der Qualifikation zum ICC World Twenty20 Qualifier 2012 qualifizierte sich Uganda erstmals für den ICC World Twenty20 Qualifier, wo es jedoch wieder in der Vorrunde ausschied und damit die World Twenty20 2012 verpasste. Der World Twenty20 Qualifier 2013 verlief auf ähnliche Weise, womit die Ugander die World Twenty20 2014 verpassten. Im darauf folgenden Qualifikationszyklus erreichten sie nicht die World Twenty20 Qualifier 2015 für die World Twenty20 2016.