mini|Stammwappen der Khisl mini|Wappen der Khisl, um 1600 im Codex iconographicus 307 mini|Wappen der 1590 in den Freiherrnstand erhobenen Khisl in Siebmachers Wappenbuch von 1605 Khisl (auch Kisel oder Khiesel, Kisel, Kissel, Khissel, Kiesel, Küssel, Khiessl, Khiesl, Khysl) war der Name eines aus dem Herzogtum Krain stammenden Adelsgeschlechts, das auch im Herzogtum Steiermark begütert war. Erstmals urkundlich erscheint die Familie 1522 mit Veit Khisl (Bürgermeister von Laibach zwischen 1533 und 1546).Barbara Žabota: Rodbina Khisl - novoveska zgodba o uspehu. I Kronika 53, Ljubljana 2003, S. 1ff.

Familienmitglieder Veit Khisl Veit Khisl (gestorben nach 1569) soll aus Bayern ins Herzogtum Krain gekommen sein. Seine Übersiedlung soll durch Vermittlung der damals bereits mächtigen Auersperger erfolgt sein.Wilhelm Neumann: 900 Jahre Villach. Neue Beiträge zur Stadtgeschichte, 1960, S. 495. Helfried Valentinitsch: Das landesfürstliche Quecksilberbergwerk Idria, 1575-1659. Produktion, Technik, rechtliche und soziale Verhältnisse, Betriebsbedarf, Quecksilberhandel, 1981, S. 304.Peter von Radics: Herbard VIII, Freiherr zu Auersperg (1528-1575), ein krainischer Held und Staatsmann, Wien 1862, S. X. Erstmals erwähnt wird er im Jahr 1522 bei seiner Einbürgerung in Laibach. Veit Khisl war zwischen 1533 und 1546 mehrfach Bürgermeister von LaibachStadtgemeinde Ljubljana. Bürgermeister der Stadt: Vid Khissel. Mestna občina Ljubljana 2023. Abgerufen am 30. November 2023 und Erbauer von Schloss Kaltenbrunn (heute Schloss Fuzine im Stadtbezirk Moste von Ljubljana).

Johann Khisl von Kaltenbrunn Hans Khisl Freiherr zu Kaltenbrunn und Ganowitz († 1591), Sohn von Veit Khisl, war Unternehmer in Krain und österreichischer Staatsmann, zuletzt innerösterreichischer Hofkammerpräsident. Hans Khisl vollendete den von seinem Vater begonnenen Bau von Schloss Kaltenbrunn. Er hatte sieben Kinder: Georg, Veit, Ludwig, Johann Jakob, Karl, Anna Maria und Anna.

Georg Khisl von Kaltenbrunn Georg Khisl, Freiherr auf Kaltenbrunn und Gonowitz (1558–1605), Sohn von Johann Khisl, war krainischer Landesverweser (1592) und Oberst-Erblandtruchseß in Görz. Verheiratet war Georg Khisl mit Katharina von Kollnitz. Er hinterließ als einziges Kind die Tochter Anna Maria.

Anna Maria Khisl von Kaltenbrunn Anna Maria Khisl von Kaltenbrunn (1581–1605), Tochter von Georg Khisl von Kaltenbrunn, heiratete Johann Baptist Moscon († 1646), Kämmerer von Ferdinand II. Ihre Kinder waren Jobst Joseph und Johann Jakob Moscon.

Veit Khisl von Kaltenbrunn Veit Khisl († 1609), Sohn von Johann Khisl, diente in der Jugend unter spanischer Fahne in den Niederlanden, erscheint 1601 als kaiserlicher General und Kommandant zu Karlstadt (heute Karlovac, Kroatien) an der Kroatisch-Slawonischen Militärgrenze. 1608 erhielt er Herrschaft und Burg Marburg; ursprünglich landesfürstliches Eigentum von Ferdinand II., als Pfand. Veit starb 1609 unverehelicht. Erbe war sein Bruder Johann Jakob.

Ludwig Khisl von Kaltenbrunn Ludwig Khisl von Kaltenbrunn, Sohn von Johann Khisl, war verheiratet mit Anna Maria von Neuhaus und hatte vier Söhne: Joseph, Johann Christoph, Christophorus und Joachim. Karl Khisl von Kaltenbrunn Karl Khisl von Kaltenbrunn († 1631 oder 1632), Graf von Gottschee, Herr zu Wartenstein und Aspang, Sohn von Johann Khisl von Kaltenbrunn, war verheiratet mit Katharine Unterholzer von Kranichberg. Er starb kinderlos. Johann Jakob Khisl von Kaltenbrunn Hans Jakob Khisel, (1565–1638), Sohn von Johann Khisl von Kaltenbrunn war Graf von und zu Gottschee, Herr zu Kaltenbrunn, Gannowitz, Kieselstain, Reifnitz, Pöllan, Billichgräz, Neuhaus, Marburg, Hainfeld, war Oberstkämmerer von Ferdinands II. Als Erbe seines Bruders Veit war er ab 1609 Pfandherr und ab 1620 Besitzer von Herrschaft und Burg Marburg. Mit dem Tod des Grafen Hans Jakob erloschen die Khisl 1638 im Mannesstamm. Universalerbe war sein Adoptivsohn Georg Bartholomäus Zwickel gen. Khissl.

Georg Bartholomäus Zwickel gen. Khissl Georg Bartholomäus Zwickel (* um 1600–1656) wurde 1623Joseph von Hammer-Purgstall, Die Gallerinn auf der Rieggersburg, 1845, S. 163 von Kaiser Ferdinand II. als sein Kämmerer unter dem Namen Kisel (Kissel, Kiesel, Küssel, Khiessl, Khiesl, Khysl) in den Grafenstand erhoben wurde, da er über seine Mutter Maria geb. von Thannhausen Adoptivsohn und Universalerbe des kaiserlichen Oberstkämmerers Hans Jakob Kisel (1565–1638) war.Franz von Krones: Khiesel von Kaltenbrunn. In: Allgemeine Deutsche Biographie 15 (1882), S. 708 (Onlinefassung). Er war verheiratet mit Anna Berka von der Duba (1613–1674). Ihre Kinder waren Katharina (1635–1655), Elisabeth (1638–1694), Johann Jakob Bartholomä und Anna-Maria, später verheiratete Gräfin Brandis (1643–1703).

Johann Jakob Bartholomä Zwickel Graf von Khisl Johann Jakob Bartholomä Zwickel (* um 1640–1691), Enkel von Georg Bartholomäus Zwickel gen. Khissl, war Oberster Erb-Truchseß in Görz und Kämmerer von Leopold I.

Mit seinem Tod erloschen die Zwickel (genannt Khiesl) 1691 im Mannesstamm. Verheiratet war er mit Karolina Polyxena, einer Tochter des kaiserlichen Feldmarschalls Graf Raimondo Montecuccoli bzw. Schwester des Generals Fürst Leopold Philipp Montecuccoli. Ihr einziges Kind war die Tochter Maria Eleonore.

Maria Eleonore Khiesl Die einzige Tochter von Johann Jakob Bartholomäus Zwickel, Maria Eleonore Khiesl brachte 1695 die Herrschaft Hainfeld in die Ehe mit Graf Leopold Joseph Orsini-Rosenberg ein. Verwitwet verkaufte sie die Herrschaft 1710 an den Grafen Wenzel Karl von Purgstall.

Wappen Das bürgerliche Stammwappen zeigt im von Gold über Rot geteilten Schild eine Schlange mit Krone und im unteren Feld drei silberne (Kiesel-)Steine oder Kugeln (2:1). Es erfuhr im Jahr 1561 durch die Verleihung des Adelstitels an Hans Khisl seine erste Besserung: der Schild ist fortan quadriert mit einem liegenden schwarzen Stier im goldenen zweiten und dritten Feld. Eine zweite Besserung (Herzschild) erhielt das Wappen im Jahr 1587 nach dem Aussterben der mit den Khisl verwandten Familie Kollnitz.Božo Otorepec: Ad fontes: Otorepčev zbornik, 2005, S. 235.

Die Grafen Khisl führten einen quadrierten Schild, belegt mit gespaltenem Herzschild, darin rechts in Blau ein aufrechtes silbernes Dreieck (nach Wißgrill Stammwappen der Khisl, aber eigentlich der erloschenen Kollnitz), links in Rot ein golden gekrönter silberner Löwe. Feld 1 gespalten: rechts Gold über Rot geteilt, das Ganze belegt mit einer aufrechten, einwärts schauenden gekrönten Schlange, die im unteren Feld von drei (2:1) silbernen Kugeln begleitet ist (Stammwappen der Khisl). Die andere Hälfte des 1. Feldes zeigt in Rot einen aufwärts gebogenen silbernen Schrägbalken, aus dem oben drei silberne Lindenblätter wachsen (auch zu Kollnitz gehörig). Feld 2 und 3 zeigt in Gold einen ruhenden, einwärts schauenden schwarzen Büffel. Feld 4 ist wie Feld 1, nur sind die Hälften seitengetauscht. Auf dem Schild ruhen drei gekrönte Bügelhelme, auf dem rechten mit rot-goldenen Decken ein geschlossener Flug, bezeichnet wie das Schlangen-Schildbild in Feld 1 des Hauptschildes, auf dem mittleren mit blau-silbernen Decken ein Brackenrumpf von Hermelin, das Ohr mit einem blauen Schrägkreuz belegt (späterhin auch als silberner Löwenrumpf dargestellt), auf dem linken mit schwarz-goldenen Decken ein geschlossener, Gold über Schwarz geteilter Flug. Der Unterschied zum bereits 1590 von Kaiser Rudolf II. zum Freiherrnstand erteilten Wappen, wie es noch 1605 in Johann Siebmachers Wappenbuch dargestellt ist, besteht in der Grafenkrone, die den Herzschild bedeckt. Dieses Wappen wurde 1640 auch dem Grafen Georg Bartholomeus Zwickel gen. Khissl († 1656), als von seinem Adoptivvater ererbt, von Kaiser Ferdinand III. bestätigt.Franz Karl Wißgrill, Karl von Odelga: Schauplatz des landsässigen Nieder-Oesterreichischen Adels. Band 5, 1804, S. 107.

Besitztum Die dokumentierten Familienmitglieder hatten zahlreiche Besitztümer im Herzogtum Krain. Die bekannt gewordenen Orte sind nachstehend aufgelistet. Kaltenbrunn, Schloss (ab 1528). Von Veit Khisl und Johann Khisl von Kaltenbrunn erbaut. mini|Schloss Kaltenbrunn, Stammschloss der Khisl (heute Grad Fužine bei Ljubljana)Aspang (1623 bis 1628). Von Karl Khisl von Kaltenbrunn erworben und wieder veräußert. Billichgräz Ganowitz / Gannowitz Gottschee, Grafschaft (1619 bis 1641) Khiselstein mini|Schloss Kieselstein, Krainburg Marburg an der Drau, Herrschaft und Burgmini|Burg Obermarburg und Stadtschloss Marburg Neuhaus Pölland, Herrschaft Reifnitz; Herrschaft Hainfeld

Literatur Carl Schmutz: Historisch-topographisches Lexicon von Steyermark, Band 4, S. 374 (Google Buch). Johann Christian von Hellbach: Adels-Lexikon, Band 2, S. 838 (Google Buch). Anton Klein: Geschichte des Christenthums in Oesterreich und Steiermark, Band 5, S. 174 (Google Buch).

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Einzelnachweise

Kategorie:Krainer Adelsgeschlecht Kategorie:Steirisches Adelsgeschlecht