Das FFH-Gebiet Lago d’Averno ist ein Schutzgebiet der NATURA 2000 in der italienischen Region Kampanien. Das 125 ha große Schutzgebiet umfasst den Kratersee Lago d’Averno und Teile des Kraterrandes. Das in den Phlegräischen Feldern im Gemeindegebiet von Pozzuoli liegende Schutzgebiet wird von der Parkverwaltung des Regionalparks Phlegräische Felder verwaltet. Das Schutzgebiet besteht seit 1995 und ist zudem als Vogelschutzgebiet (WDPA-ID 555580584Lago d'Averno 555580584, auf protectedplanet.net) ausgewiesen. Der Averner See bildet mit dem östlich angrenzenden und ebenfalls als Schutzgebiet ausgewiesenen Monte Nuovo eine charakteristische Landschaftseinheit der Phlegräischen Felder.
Bedeutung Dem Schutzgebiet kommt als Rastplatz für Zugvögel besondere Bedeutung zu. Es ist zudem Habitat für zahlreiche Libellen-Arten. Was die Vegetation anbelangt, ist der Bestand an Röhricht und hydrophiler Pflanzen von Bedeutung.
FFH-Lebensraumtyp Im FFH-Gebiet Lago d’Averno ist auf Basis des Anhang I der FFH-Richtlinie folgender schützenswerter Lebensraumtyp verzeichnet:
Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions
Arten Besonders schützenswerte Arten Vögel Folgende Art, die im Anhang I der Vogelschutzrichtlinie der EU gelistet sind, sind im FFH-Gebiet Lago d’Averno anzutreffen:
Eisvogel Mariskensänger Rohrweihe Schwarzkopfmöwe Schwarzmilan Trauerseeschwalbe Wespenbussard Zwergdommel Zwergseeschwalbe
Insekten Unter den im Schutzgebiet vorkommenden Insekten finden sich folgende Arten von gemeinschaftlichem Interesse gemäß Anhang II der FFH-Richtlinie:
Großer Eichenbock Helm-Azurjungfer Lindenia tetraphylla aus der Familie der Flussjungfern
Reptilien Unter den Reptilien sind nach Anhang II und Anhang IV der FFH-Richtlinie folgende Arten von gemeinschaftlichem Interesse aufgeführt:
Gelbgrüne Zornnatter Ruineneidechse Vierstreifennatter
Säugetiere Unter den im Schutzgebiet vorkommenden Säugetieren finden sich folgen Arten von gemeinschaftlichem Interesse gemäß Anhang IV der FFH-Richtlinie:
Große Hufeisennase Langflügelfledermaus Kleine Hufeisennase Mittelmeer-Hufeisennase
Weitere vorkommende Arten Vögel Die mit einem (b) gekennzeichneten Arten brüten im Schutzgebiet.
Blässhuhn (b) Brandseeschwalbe Haubentaucher Knäkente Phalacrocorax carbo sinensis eine Unterart des Kormoran Lachmöwe Reiherente Schwarzhalstaucher Silbermöwe Singdrossel Tafelente Teichralle Zwergtaucher
Insekten Gemeine Winterlibelle Keilfleck-Mosaikjungfer Scharlachlibelle Lucanus tetraodon, ein Käfer aus der Gattung Lucanus
Reptilien Westliche Smaragdeidechse
Gefährdung Das Schutzgebiet ist durch mehrere anthropogene Faktoren gefährdet. Am Südufer liegen einige Gebäude direkt am Ufer, die über eine Uferstraße angeschlossen sind. Entlang der Straße wird immer wieder Müll und Sperrmüll entsorgt. In der Vergangenheit wurden illegal Abwässer in den See geleitet, wodurch dessen Selbstreinigung wesentlich beeinträchtigt wurde.
Literatur Regione Campania (Hrsg.): Misure di conservazione dei SIC per la designazione delle ZSC della Rete Natura 2000 della Regione Campania. o. O., o. J. (PDF).
Weblinks Lago d’Averno in der Datenbank der European Environment Agency (EEA) (englisch)
Einzelnachweise
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