Stausebach ist ein Stadtteil von Kirchhain im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Geographie Das kleine Dorf Stausebach mit etwa 500 Einwohnern liegt nordwestlich von Kirchhain am nördlichen Rand des Amöneburger Beckens. Die östliche Grenze der Gemarkung wird teilweise durch den Fluss Wohra markiert, südlich des Ortes führen die Landesstraße L 3089 sowie die Main-Weser-Bahn vorbei. Die Gemarkung des Ortes befindet sich in etwa 190 bis 260 m über NN.

Geschichte Ortsgeschichte Die älteste bekannte Erwähnung des Ortes erfolgte im Jahr 1268 als Stuzenbach im Urkundenbuch des Klosters Arnsburg, als das Kloster dort Güter erwirbt.

Im Dreißigjährigen Krieg erlitt das Dorf wie die meisten Orte in der Umgebung große Verwüstungen, welche von Caspar Preis in seiner zeitgenössischen Chronik dokumentiert wurden.

Zum 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Stausebach im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Stadt Kirchhain eingemeindet. Für Stausebach, wie für alle ehemals eigenständigen Stadtteile von Kirchhain, wurde ein Ortsbezirk gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Stausebach angehört(e):

vor 1803: Heiliges Römisches Reich, Kurmainz, Amt Amöneburg ab 1803: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Fritzlar, Amt Amöneburg ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Fritzlar, Amt Amöneburg 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Amöneburg ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Fritzlar, Amt Amöneburg ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis KirchhainVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 74.Trennung von Justiz (Justizamt Kirchhain) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Kirchhain ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kirchhain ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kirchhain ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kirchhain ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Marburg ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg, Stadt KirchhainAm 31. Dezember 1971 als Ortsbezirk zur Stadt Kirchhain. ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Stadt Kirchhain ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Stadt Kirchhain

Gerichte seit 1821 Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Der Kreis Kirchhain war für die Verwaltung und das Justizamt Kirchhain als Gericht erster Instanz für Stausebach zuständig. Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen wurde das Justizamt 1867 zum königlich Preußischen Amtsgericht Kirchhain.Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte () Auch mit dem Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes von 1879 blieb das Amtsgericht unter seinem Namen bestehen.

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Stausebach 489 Einwohner. Darunter waren 9 (1,8 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 96 Einwohner unter 18 Jahren, 228 zwischen 18 und 49, 102 zwischen 50 und 64 und 66 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 186 Haushalten. Davon waren 39 Singlehaushalte, 54 Paare ohne Kinder und 75 Paare mit Kindern sowie 12 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 21 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 138 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • 1585: 25 Hausgesesse • 1646: 26 Hausgesesse • 1664: 35 Hausgesesse • 1747: 167 Einwohner • 1838: 277 Einwohner (Familien: 40 nutzungsberechtigte, 3 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 8 Beisitzer)

Historische Religionszugehörigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1861: ein evangelisch-lutherisch, ein evangelisch-reformierter, 309 römisch-katholische Einwohner • 1885: 7 evangelische (= 2,28 %), 300 katholische (= 97,72 %) Einwohner • 1961: 6 evangelische (= 2,04 %), 288 katholische (= 97,96 %) Einwohner

Erwerbstätigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1838: Familien: 30 Ackerbau, 19 Gewerbe, 2 Tagelöhner. • 1961: Erwerbspersonen: 87 Land- und Forstwirtschaft, 42 Produzierendes Gewerbe, 17 Handel und Verkehr, 13 Dienstleistungen und Sonstiges.

Sehenswürdigkeiten Die in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts im spätgotischen Stil erbaute katholische Filialkirche Mariä Himmelfahrt wurde von 1987 bis 2008 renoviert. Um die Kirche herum sind einige alte Grabsteine aus dem 17. Jahrhundert und jünger platziert, nordwestlich schließt sich der Friedhof an. Nördlich des Ortes befinden sich bronzezeitliche Hügelgräber (teilweise rekonstruiert).

mini|Friedhof Stausebach|alternativtext=|links mini|Rekonstruiertes Hügelgrab bei Stausebach mini|Mariä Himmelfahrt|alternativtext=|zentriert|236x236px

Literatur W. A. Eckhardt, H. Klingelhöfer: Bauernleben im Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges. Die Stausebacher Chronik des Caspar Preis 1636–1667. Mit einer Einführung von G. Menk. Marburg/Lahn 1998 (Beiträge zur hessischen Geschichte 13).

Weblinks

Stadtteil Stausebach. In: Webauftritt der Stadt Kirchhain.

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Ortsbezirk von Kirchhain Kategorie:Ort im Landkreis Marburg-Biedenkopf Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Marburg-Biedenkopf) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971