miniatur|Gründungskonferenz des Warschauer Vertrages 1955 Diese Liste enthält Treffen von führenden Repräsentanten der Mitgliedsstaaten des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe und des Warschauer Vertrages.
Übersicht 1949 gründete sich der Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW, auch Comecon) von Staaten in politischer Abhängigkeit von der Sowjetunion. 1955 bildeten sie als militärisches Bündnis dazu die Organisation des Warschauer Vertrages. Zu ihnen gehörten die Sowjetunion, Polen, die Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien, später auch die DDR und Albanien, sowie Kuba, die Mongolei und Vietnam (die letzten drei nur im RGW).
Die führenden Repräsentanten trafen sich regelmäßig zu Gipfeltreffen in verschiedenen Organisationsstrukturen.
Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe Überblick Die wichtigsten Treffen der Mitgliedsländer des RGW waren die Tagungen, die mindestens einmal jährlich stattfinden sollten. Die Delegationen wurden durch die Ministerpräsidenten oder andere hochrangige Regierungsvertreter geführt. Die DDR wurde in den 1970er und 1980er Jahren meist durch den Vorsitzenden des Ministerrates Willi Stoph vertreten. In den Treffen des Exekutivkomitees wurden dann die Beschlüsse der Ratstagungen umgesetzt und die Volkswirtschaftspläne koordiniert.RGW Universität Klagenfurt Daneben gab es weitere untergeordneten Kommissionen.
Die wichtigen politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen wurden allerdings auf den gesonderten Gipfeltreffen der Partei- und Staatschefs getroffen.
Tagungen des RGW Die Tagungen fanden mindestens einmal im Jahr an wechselnden Orten statt.Dokumente über Tagungen des RGW in der Deutschen Digitalen Bibliothek Sie waren offiziell nummeriert bis zur 46. Tagung 1991. Die DDR bevorzugte anfangs römische Ziffern, (also XXX. für 30. Tagung).
24.–25. Januar 1949 Moskau, Gründung des RGW I. 26.–27. April 1949 Moskau, konstituierende Tagung II. 25.–27. August 1949 Sofia III. November 1950,diese Tagung hat kein Kommunique veröffentlicht, daher ist wenig über sie bekannt, auch keine Meldungen im ND im November feststellbar, vgl. APuZ, 19/1969, Kap. 3, mit kurzer Erwähnung (möglicherweise anderer Monat?) IV. 26.–27. März 1954 Budapest V. 24.–25. Juni 1954 Moskau VI. 7.–11. Dezember 1955 Budapest VII. 18.–25. Mai 1956 Berlin VIII. 14. Dezember 1956 Sofia IX. 20.–23. Mai 1957 Moskau X. 20.–23. Mai 1958 Moskau XI. 13.–14. Mai 1959 Tirana XII. 10.–14. Dezember 1959 Sofia XIII. 26.–29. Juli 1960 Budapest XIV. 28. Februar – 3. März 1961 Berlin XV. 12.–15. Dezember 1961 Warschau XVI. 7. Juni 1962 Moskau, parallel dazu Tagung des Politisch Beratenden Ausschusses des Warschauer Vertrages, mit Beschlüssen zum RGWKonstantin Pritzel, Zwanzig Jahre Comecon In: Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ). 19/1969 Text, Kapitel 3, mit ausführlicher Darstellung der Beschlüsse und der ersten Jahre des RGW.
XIX. 28. Januar – 2. Februar 1965 Prag XX. 8.–10. Dezember 1966 Sofia XXI. 12.–14. Dezember 1967 Budapest, auch mit Jugoslawien und Vietnam XXII. 21.–23. Januar 1969 Berlin, zum 20jährigen Jubiläum XXIII. 23.–26. April 1969 Moskau XXIV. 12.–14. Mai 1970 Warschau XXV. 27.–28. Juli 1971 Bukarest XXVI. 10.–12. Juli 1972 Moskau XXVII. 5.–8. Juni 1973 Prag XXVIII. 18.–21. Juni 1974 Sofia XXIX. 24.–26. Juni 1975 Budapest XXX. 6.–9. Juli 1976 Berlin XXXI. 20.–22. Juni 1977 Warschau XXXII. 17.–29. Juni 1978 Bukarest XXXIII. 26.–28. Juni 1979 Moskau XXXIV. 16.–17. Juni 1980 Prag XXXV. 2.–4. Juli 1981 Sofia XXXVI. 8.–10. Juni 1982 Budapest 12.–14. Juni 1984 Moskau, außerordentliche Wirtschaftstagung, mit StaatschefsNeues Deutschland vom 13. Juni 1984 Artikelanfänge 39. 29.–31. Oktober 1984 HavannaNeues Deutschland vom 29. Oktober 1984 Artikelanfänge 40. 25.–27. Juni 1985 Warschau 41. 17.–18. Dezember 1985 Moskau, außerordentliche Tagung 42. 3.–5. November 1986 Bukarest 43. 13.–14. Oktober 1987 Moskau, außerordentliche Tagung 44. 5.–7. Juli 1988 Prag 45. 8.–10. Januar 1990 Prag 46. 28. Juni 1991 Budapest, Auflösung des RGW
Sitzungen des Exekutivkomitees Das Exekutivekomitee war das zweithöchste Organ des RGW. Es sollte auf seinen Sitzungen die Beschlüsse der Tagungen umsetzen und die Wirtschaftspläne der Mitgliedsländer koordinieren. Es tagte mehrmals im Jahr, die verantwortlichen Leiter waren die stellvertretenden Ministerpräsidenten. (Auswahl)
25.–26. September 1962 Moskau (77.) 6.–9. Juli 1976 Berlin. parallel zur Tagung des RGW (86.) 17.–29. Juni 1978 Bukarest, parallel zur Tagung (91.) 26.–28. Juni 1979 Moskau, parallel zur Tagung (94.) 1.–3. April 1980 Moskau (100.) 2.–4. Juli 1981 Sofia, parallel zur Tagung (106.) 28.–30. Juni 1983 Moskau
Warschauer Vertrag miniatur|Tagung des Politisch Beratenden Ausschusses in Berlin 1987 Die Organisation des Warschauer Vertrages wurde 1955 gegründet. Dessen höchstes Organ war der Politisch Beratende Ausschuss (Political Consultative Committee), dem die Partei- und Staatschefs der Mitgliedsländer angehörten. Dieser traf sich alle ein bis zwei Jahre. Es gab weitere Kommissionen und regelmäßige Treffen der Verteidigungs- und der Außenminister.
Gründungskonferenz
11.–14. Mai 1955 Warschau
Tagungen des Politisch Beratenden Ausschusses I. 27.–28. Januar 1956 Prag II. 24. Mai 1958 Moskau III. 4. Februar 1960 Moskau IV. 28.–29. März 1961 Moskau V. 6.–7. Juni 1962 Moskau, mit Beschlüssen zum RGW VI. 26. Juli 1963 Moskau VII. 19.–20. Januar 1965 Warschau VIII. 4.–6. Juli 1966 Bukarest IX. 6.–7. März 1968 Sofia X. März 1969 Budapest, mit Budapester Appell XI. 20. August 1970 Moskau XII. 2. Dezember 1970 Berlin XIII. 25.–26. Januar 1972 Prag XIV. 17.–18. April 1974 Warschau XV. 25.–26. November 1976 Bukarest XVI. 22.–23. November 1978 Moskau XVII. 14. Mai 1980 Warschau XVIII. 4.–5. Januar 1983 Prag XIX. 22.–23. Oktober 1985 Sofia XX. 10.–11. Juni 1986 Budapest XXI. 28.–29. Mai 1987 Berlin XXII. 15.–16. Juli 1988 Warschau XXIII. 7.–8. Juli 1989 Bukarest XXIV. 6.–7. Juni 1990 Moskau 25. Februar 1991 Budapest, Beschluss zur Auflösung der Warschauer-Vertrags-Organisation
Auflösungskonferenz 1. Juli 1991 Prag
Weitere Treffen Weitere Gipfeltreffen Es gab weitere Treffen der Partei- und Staatschef der sozialistischen Ländern.
Januar 1951 Moskau, geheimes Treffen 22. November – 2. Dezember 1954 Moskau, mit Aufruf zu einer Europäischen Sicherheitskonferenz 6.–10. Januar 1956 Moskau 7.–12. Februar 1956, über zivile Luftfahrt (ohne UdSSR)
13. Juni 1956, Abkommen zwischen UdSSR, Polen, ČSR, Ungarn, Rumänien und Bulgarien über freien Reiseverkehr 23. Juni 1956 Moskau, mit Josip Broz Tito aus Jugoslawien 24. Oktober 1956 Moskau, nur mit DDR, ČSSR, Bulgarien, über Chruschtschows Stalin-Enthüllungen
1.–4. Januar 1957 Budapest, nur mit Sowjetunion, Ungarn, ČSSR, Rumänien, Bulgarien
2.–3. Februar 1960 Moskau, zur Entwicklung der Landwirtschaft 24. Juni 1960 Bukarest 20.–22. März 1961 Budapest, mit DDR, Polen, ČSSR, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, über zivile Luftfahrt 3.–6. August 1961 Moskau, über Berlin-Krise 25. Juli 1963 Moskau 9.–10. Juni 1967 Moskau 11.–12. Juni 1967 Budapest, über Nahostprobleme 1.–9. November 1967 Moskau Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Oktoberrevolution 23. März 1968 Dresden, zu „Prager Frühling“ (ohne Rumänien) 8. Mai 1968 Moskau, zu „Prager Frühling“ (ohne ČSSR und Rumänien) 14.–15. Juli 1968 Warschau, zu „Prager Frühling“ (ohne ČSSR und Rumänien) 3. August 1968 Bratislava, zu „Prager Frühling“ (ohne Rumänien) 18. August 1968 Moskau, zu Einmarsch in die ČSSR (ohne ČSSR und Rumänien) 24.–26. August 1968 Moskau, nach Einmarsch in die ČSSR (ohne ČSSR und Rumänien) 27. September 1968 Moskau, geheimes Treffen (ohne ČSSR und Rumänien) 3.–4. Dezember 1969 Moskau 21.–22. April 1970 Moskau, Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag von Lenin 2. August 1971 Krim 31. Juli 1972 Krim 30.–31. Juli 1973 Krim 1. August 1975 Helsinki, Treffen während der KSZE-Konferenz 5. Dezember 1980 Moskau 28. Juni 1983 Moskau 14. Februar 1984 Moskau, nach der Beerdigung von Juri Andropow 12.–14. Juni 1984 Moskau, außerordentliche Wirtschaftstagung des RGW, mit Staatschefs Tagun 13. März 1985 Moskau, nach der Beerdigung von Konstantin Tschernenko 26. April 1985 Warschau, erstmals mit Michail Gorbatschow 21. November 1985 Prag, mit Bericht von Michail Gorbatschow über Treffen mit US-Präsident Reagan in Genf 10.–11. November 1986 Moskau, Gorbatschow erklärte seine neue Politik der Perestroika 11. Dezember 1987 Berlin 4.–5. Dezember 1989 Moskau, Gorbatschow kritisierte den Einmarsch in die ČSSR 1968
Treffen von kommunistischen und sozialistischen Parteien Es gab auch einige Treffen mit Führern von weiteren kommunistischen und Arbeiterparteien. Bei jedem KPdSU-Parteitag gab es ein Treffen der Leiter der anwesenden ausländischen Delegationen, oft mit deren Parteichefs. 14.–16. November 1957 Moskau, Treffen von kommunistischen und Arbeiterparteien 10. November – 1. Dezember 1960 Moskau, Konferenz von 81 kommunistischen und Arbeiterparteien 24. April 1967 Karlovy Vary, Konferenz von 24 kommunistischen und Arbeiterparteien 26. Februar – 5. März 1968 Budapest, Konferenz von 65 kommunistischen und Arbeiterparteien 5.–17. Juni 1969 Moskau, Konferenz von 75 kommunistischen und Arbeiterparteien 19.–23. Januar 1970, Treffen von 28 kommunistischen und Arbeiterparteien 24.–25. Februar 1970 Sofia, Treffen von Parteiführern 29.–30. Juni 1976 Berlin, Treffen von 29 kommunistischen und Arbeiterparteien
Literatur Neues Deutschland, 1949–1991, berichtete über die meisten Treffen ausführlich
Weblinks
Multilateral meetings of the Soviet bloc Cold War.hu (englisch)
Einzelnachweise
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