Das Haus Bärenkamp und seine Grünanlagen befanden sich zwischen der Innenstadt Dinslakens und dem Averbruch in einem sumpfigen Gelände. Der Name des Besitzers, ursprünglich wohl „Birkenkamp“ oder „Berkenkamp“, tauchte erstmals 1435 und 1436 auf.
Geschichte Adelssitz 1566 ging das Gut in das Eigentum der zum jülicher Uradel gehörenden Ingenhaeffs über. Nach dem Plan von 1659 soll es ein von Wassergräben umgebener zweistöckiger Backsteinbau mit zwei Treppengiebeln und mit Mitteltrakt gewesen sein. In der Nähe lag eine Vorburg mit Wirtschaftshäusern.Berthold Schön: Der Streit um Haus Bärenkamp. In: Heimatkalender Kreis Dinslaken. Dinslaken 1969. (Land-Dinslaken.de PDF).
1753 erwarb die aus Vorpommern stammende uradelige Familie von Köppern (auch von Koeppern)Urk. 773. 1265 April 18. (Original-XIIII. kalendas Mai) Virchim-Hrzg. Barnim I.-Kloster Verchen-Dorf Schönfeld, In: Rodgero Prümers (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch. Band II-1. Abt. 1254–1278. PDF, Theodor von der Rahmer, Stettin 1885, S. 128–129. Nr. 173. den Gutsbesitz. Käufer von Haus Bärenkamp war der vermutlich in Wesel stationierte Major Melchior Dithmar (Detthoff) von Köppern (1708/1710–1793).Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel. 1917. Achtzehnter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1916, S. 466–467. Das Ehepaar v. Köppern war kinderlos, so bestimmte man 1788 zur Erbregelung für Bärenkamp die Einrichtung eines Familienfideikommiss. Herr von Köppern, zuletzt kgl. preuß. Oberstleutnant, verfügte wohl dann vormals in seinem Testament, dass Haus Bärenkamp nach seinem Tod an die nächsten Verwandten derer von Buggenhagen fallen soll, da aus dieser Familie seine Mutter stammte. Bei dem neuen Besitzer handelte sich um seinen Neffen, den Klever Kammerpräsidenten Julius Ernst von Buggenhagen. Julius Ernst von Buggenhagen übergab das Erbe drei Jahre später seinen Sohn Julius Heinrich von Buggenhagen, der wiederum an seinen Sohn Melchior Julius von Buggenhagen (1811–1890). Dessen Kinder und Anverwandte starben früh.Marcelli Janecki (Red. zug.): Jahrbuch des Deutschen Adels. Band 1, Hrsg. D.A.G. W. T. Bruer, Berlin 1896, S. 377. Mit Julius von Buggenhagen-Bärenkamp, Rechtsritter des Johanniterordens, starb die Linie von Buggenhagen-Bärenkamp aus.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. (Uradel). 1900. Erster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha Januar 1900, S. 160. Aus diesem Grund heraus und einer alten fideikommissarischen Auflage besteht die praktizierte Rückgabe des Gutes an die verwandte Familie von Köppern als Vorbesitzer.
Aus einer Verkaufsanzeige in der Rhein- und Ruhrzeitung vom 4. Januar 1897 ging hervor, dass sich Verwandte der Familie von Köppern sich gemeldet hätten, wobei die Familie im männlichen Stamm 1895 mit dem Major Friedrich (Friedrich Eugen Gotthard) von Köppern-Steinfeld, betitelt als Fideikommissherr auf Bärenkamp, und mit Klara von Köppern 1910 endgültig ausstarb.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. 1917. Achtzehnter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1916, S. 468–469. mini|Entwurf Gedenkmünze zum 700 Stadtjubeläum Dinslakens 1973.
19./ 20. Jahrhundert 1896 erwarb die Familie Maaß das Anwesen. Die Familie betrieb einen lokalen Viehmarkt und eine Gaststätte mit Hotel. Sie ließ das Haus umbauen und erweiterte es um einen Turm und mit einer großen Terrasse. Die Familie Maaß verkaufte Haus und Grundstück an die Stadt. Die Stadt wollte ursprünglich ein Volkserholungsheim dort einrichten, wozu es jedoch nie kam.
Haus Bärenkamp war nach dem Zweiten Weltkrieg baufällig geworden. Ende der 1950er-Jahre wurde das alte Gutshaus abgerissen und auf derselben Stelle ein neues Gebäude im Landhausstil errichtet, das die Verwaltung des Trabrennvereins bezog.
Literatur Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen. IV. Theil-Band II, Anhang: Genealogie der Buggenhagen, bis 1841. II. Die Bärenkamper Linie. Verlag von W. Dietze, Anklam / Stralsund 1868, S. 926. Paul Clemen (Hrsg.): Haus Bärenkamp., In: Ders.: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 2: Die Kunstdenkmäler der Stadt Duisburg und der Kreise Mülheim a. d. Ruhr und Ruhrort. Kreis Ruhrort, Hrsg. Provinzialverband, L. Schwann, Düsseldorf 1893, S. 54 f. Berthold Schön: Der Streit um das Haus Bärenkamp. In: Heimatkalender Kreis Dinslaken. Dinslaken 1969. (Land-Dinslaken.de PDF). Bernd Haunfelder: Von der Niederlausitz an den Niederrhein. In: Stadtgeschichte Dinslaken, Quellen und Forschungen. Band 4: Die Herren von Buggenhagen in Kleve und Dinslaken. Selbstverlag des Stadtarchivs, Dinslaken 2023, ISBN 978-3-9819992-4-2.
Weblinks
Birgit Gargitter: Haus Bärenkamp im Laufe der Zeit In: Neue Ruhr Zeitung. 25. Juli 2023. (Haus Bärenkamp) Facebook.com: Der alte Herrensitz Haus Bärenkamp war bis 1890 eher schlicht und nicht sehr ansehnlich, Stadtarchiv Dinslaken 22. Mai 2016
Einzelnachweise
Kategorie:Bauwerk in Dinslaken Kategorie:Wohngebäude im Kreis Wesel Kategorie:Abgegangenes Bauwerk im Kreis Wesel