Paxamos (; lat. Paxamus) war ein antiker griechischer Autor zu verschiedenen Themen und Kinädologe.Friedrich Salomon Krauss: Das Geschlechtleben in Glauben, Sitte und Brauch und Gewohnheitsrecht. Der Japaner., Leipzig 1911, S. 206 ( Digitalisat) Da er Autor eines Kochbuchs war, vermutete Nicolas Rigault bereits im 17. Jahrhundert, dass der Zwieback Paximadi nach ihm benannt wurde.Nicolas Rigault: Glossarium Τακτικόν μιξοβάρβαρόν de verborum significatione, quae ad novellas Impp. qui., Paris 1701, S. 137 (Digitalisat) Noch heute findet diese Ansicht die größte Zustimmung.Georgios D. Bambiniotis: Ετυμολογικό Λεξικό, Athen 2011, ISBN 978-960-9582-00-1, S. 1035 (Lemma: παξιμάδι)
Leben Paxamos lebte im 1. Jahrhundert v. Chr.August Postolka: Geschichte der Thierheilkunde von ihren Anfängen bis auf die Jetztzeit, Wien 1887, S. 71 (Digitalisat) Seine Herkunft ist umstritten. Da er ein Werk über die Geschichte Böotiens schrieb, wurde vermutet, dass er von dort stammen könnte.Franz Susemihl: Geschichte der griechischen Litteratur in der Alexandrinerzeit, Leipzig 1891, S. 842–844 (Digitalisat) Willy Morel vermutete jedoch, da sein Name eindeutig ägyptisch sei, müsse er von dort stammen. Möglicherweise stammte er wie Iulius Pollux und Athenaios, die aus seinen Büchern zitierten, aus Naukratis.
Werke Nach dem byzantinischen Lexikon Suda verfasste Paxamos fünf Schriften: Böotika (), die Geschichte Böotiens in zwei Büchern, Opsartytika ( = Vorspeisen), ein Kochbuch in alphabetischer Reihenfolge, Dodekatechnon ( = zwölf Künste), ein erotisches Buch über Liebesstellungen, Die Kunst des Färbens () in zwei Büchern und Über die Landwirtschaft () in zwei Büchern.Suda, (Lemma: Πάξαμος) (Digitalisat) Keines seiner Werke hat bis heute überdauert, es existieren aber einige, kürzere Auszüge bei anderen Autoren.
Über die Böotika ist nichts weiter bekannt. Karl Müller vermutete, dass Werke über Böotien allgemein so beliebt waren wie zum Beispiel über Rhodos und Babylonien und deshalb die Autorschaft nichts über die Herkunft des Paxamos aussagen würde.Karl Müller: Fragmenta historicorum Graecorum, Collegit, disposuit, notis et prolegomenis illustravit, indicibus instruxit Carolus Müllerus, Band 4, Paris 1851, S. 472 (Digitalisat) Athenaios, der Paxamos als Autor sehr verehrte, erwähnt Isikia (; lat. isicium oder insicium), ein Gericht aus gehacktem Fleisch und Gewürzen aus dessen Kochbuch.Athenaios: Deipnosophistai, 9, 19 (Digitalisat) Der Kirchenvater Hieronymus erwähnt Soßen nach dem Rezept von Paxamos.Hieronymus: Adversus Iovinianum 1, 40 (Digitalisat) Möglicherweise hatte Dodekatechnon Bezug zu der griechischen Hetäre Kyrene, die auch Dodekamechanos genannt wurde.Franz Fiedler: Antike Erotische Bildwerke in Houbens Römischem Antiquarium zu Xanten, Xanthen 1839, S. 25 (Digitalisat)
Die meisten erhaltenen Passagen entstammen jedoch dem Werk über die Landwirtschaft und finden sich in dem Sammelwerk Geoponica.Geoponica 2,4; 2,43; 4,9; 5,29; 7,10; 7,23; 9,17; 10,12; 10,34; 10,54; 10,62; 10,84; 12,17; 12,32; 12,40; 13,4; 13,7; 13,10; 14,17; 15,6; 15,10; 17,13; 18,21 und 20,6 (Digitalisat)
Literatur
William Maxwell Gunn: Paxamus. In: William Smith: . John Murray, London 1873 (Digitalisat) Andrew Dalby: Siren Feasts: A History of Food and Gastronomy in Greece. 1996, ISBN 0-415-15657-2, S. 164–165 (Digitalisat) Christian Gottlieb Jöcher: Allgemeines Gelehrten-Lexicon. Band 3, Leipzig 1751, Spalte 1331–1332 (Digitalisat)
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Literatur der Antike Kategorie:Sachliteratur Kategorie:Grieche (Antike) Kategorie:Geboren im 2. oder 1. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Gestorben im 1. Jahrhundert v. Chr. oder 1. Jahrhundert Kategorie:Mann