mini|Théâtre Mogador, 2012 mini|Auditorium des Théâtre Mogador
Das 1913 gegründete und von Bertie Crewe entworfene Théâtre Mogador ist ein Pariser Varieté-Theater in der Rue de Mogador 25 im neunten Arrondissement. Es bietet auf drei Rängen Platz für 1600 Zuschauer.
Geschichte Im Jahr 1913 mietete der Finanzier Sir Alfred Butt ein Gelände in Paris. Das während des Ersten Weltkriegs nach englischen Music-Hall-Prinzipien und im englischen Stil errichtete Theater wurde ursprünglich Palace Theatre genannt, nach dem gleichnamigen Theater in London, um die britischen Soldaten anzusprechen. Der Name wurde kurz darauf in Théâtre Mogador geändert, wobei Mogador der alte Name der Stadt Essaouira in Marokko ist. Zu den Gästen der offiziellen Einweihung am 21. April 1919 gehörten der amerikanische Präsident Woodrow Wilson, der sich in Frankreich aufhielt, um den Vertrag von Versailles auszuhandeln, sowie sein Nachfolger Franklin Roosevelt.
Ab 1920 war es ein Cine-Varieté, das durch die Aufführungen der Ballets Russes von Sergej Diaghilew sowie durch die Thés Mogador – Operetten- und Theateraufführungen am Nachmittag – berühmt wurde. Bis in die 1970er Jahre wurde das Théâtre Mogador hauptsächlich für Operettenaufführungen genutzt, darunter von Mistinguett. Der französische Operettensänger Marcel Merkès (1920–2007) trat hier von Ende der 1940er bis Mitte der 1970er Jahre regelmäßig auf.
Nach einer umfassenden Renovierung erstrahlt das Gebäude seit 1983 in neuem Glanz. Im Jahr 2005 wurde es von der Stage Entertainment-Gruppe (damals Stage Holding – The Theatre Group) gekauft. 2002, 2003, 2005 und 2006 war das Theater Schauplatz der Verleihungen des Prix Molière.
Am 26. September 2016 wurden bei einem Brand mehrere Teile des Theaters beschädigt, darunter die Bühne und die Requisiten, die für die französischsprachige Inszenierung von Das Phantom der Oper verwendet werden sollten. Aus diesem Grund wurde die französische Premiere des Stücks auf unbestimmte Zeit verschoben. Im Herbst 2017 wurde das Theater wieder eröffnet.
Produktionen (Auswahl)
Ballett 1922: Ballets Russes; Premieren von Petruschka, Shéhérazade, L’Après-midi d’un faune, Dornröschen; musikalische Leitung Ernest Ansermet 2005: Schwanensee, Choreographie: Matthew Bourne
Konzerte, Musikshows und Musicals 1919: Hullo Paris ! Revue von Paul-Louis Flers, Lucien Boyer, Jacques Battaille-Henri 1937: Ça, c'est parisien; Revue mit Mistinguett 1972: Hello, Dolly!; Regie: Raymond Vogel 1981: The Clash 1986: Das Phantom der Oper 1991: Les Misérables; Regie: John Caird und Trevor Nunn, Choreographie: Kate Flat, musikalische Leitung: David Charles Abell 1996: Starmania; Regie: Lewis Furey, Ausstattung: Philippe Guillotel; 1996 und 1997 mit dem Victoires de la musique ausgezeichnet 2010: Mamma Mia! 2012: Sister Act 2013: Die Schöne und das Biest; in einer Adaption von Nicolas Nebot, Ludovic-Alexandre Vidal, Claude Rigal-Ansous 2015: Cats; Regie: Trevor Nunn 2015: Tanz der Vampire; Neubearbeitung der Wiener Fassung (1997) für französische Bühnen und inszeniert von Roman PolanskiParis: Polanskis „Tanz der Vampire“ feiert Premiere Salzburger Nachrichten, 17. Oktober 2015, abgerufen am 29. Januar 2024 2007: Der König der Löwen; Neuinszenierung 2021 2017: Grease 2018: Chicago; französische Premiere 2019: Ghost – Das Musical
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Theatergebäude in Paris Kategorie:Spielstätte für Musik in Paris Kategorie:9. Arrondissement (Paris) Kategorie:Gegründet 1919 Kategorie:Großbrand