|} mini|Holzlagerplatz am Lokschuppen in Cancellino mini|Ausflugsfahrt um 1905 mini|Langholztransport Die Waldbahn Lama–Cancellino (italienisch Il trenino della Foresta della Lama) war eine Waldbahn mit einer Spurweite von 600 mm im Nationalpark Foreste Casentinesi, Monte Falterona e Campigna.
Streckenverlauf Die 20 km lange Trasse der ehemaligen Waldbahn beginnt auf toskanischem Territorium in Cancellino zwischen Badia Prataglia und dem Mandrioli-Pass (1173 m ü. M.). Sie führt hinab zum Casa Forestale La Lama bei der Chiesa della Lama im Gebiet der Gemeinde Bagno di Romagna. Lorenzo Spignoli und Giovanni Quilghini: Il trenino della Foresta Della Lama Appennino Romagnolo: Cancellino - La Lama - Camaldoli - Badia Prataglia - Cancellino.
Geschichte Um den Transport des auf der romagnolischen Seite der Casentino-Wälder geschlagenen Holzes zu erleichtern, bauten Cav. Tonetti und später die Società Anonima Industrie Forestali, die von 1900 bis 1914 Eigentümer der Wälder waren, im Jahr 1900 eine fast 20 km lange Decauville-Bahn von Lama nach Cancellino. Die Casa al Cancellino wurde damals als Endstation der Waldbahn und als Unterstand für die Lokomotiven gebaut. Mit dieser Bahn wurde das Holz von der romagnolischen Seite des Berges, das zuvor mit Ochsen über die steilen Vie dei Legni hinauf gerückt werden musste, transportiert.
Nachdem das Holz am Passo dei Lupati den Kamm des Apennin überquert hatte, ging es auf der toskanischen Seite bis nach Pratovecchio und Poppi hinunter. Auch später, als der Wald in Staatseigentum überging, war die Bahn noch in Betrieb. Die Wagen wurden von kleinen, mit Holz betriebenen Dampflokomotiven gezogen, die pro Fahrt zwischen 3 und 5 m³ Holz beförderten, und die Strecke zwischen der Lama und dem Cancellino wurde maximal dreimal täglich befuhren. In Pian della Saporita gab es einen Wasser- und Holzvorrat, und auf einem zweigleisigen Abschnitt die Möglichkeit Zugkreuzung, wenn Züge die Strecke in entgegengesetzten Richtungen befuhren. Im Streckenabschnitt vom Passo Lupatti bis Cancellino ging es leicht bergab, so dass die Fahrt der Drehgestelle von Arbeitern, den sogenannten Bremsern, verlangsamt werden musste.
Eine weitere Bahnstrecke war im Wald von Campigna geplant, von Pian del Grado bis zum Passo la Calla, wurde aber nicht realisiert. Die Waldbahn wurde 1920 wegen des Aufkommens von Lastkraftwagen, die einen billigeren Transport ermöglichten, abgebaut.Badia Prataglia: Il trenino della Lama.
Lokomotiven Während der Betriebszeit waren bis zu drei Lokomotiven im Einsatz. Es gab eine Zeit lang zwei zweiachsige kleine O&K-Dampflokomotiven mit jeweils 30 PS, die im Mai und Juni 1908 von der deutschen Firma Orenstein & Koppel mit den Werksnummern 2903 und 2904 an die „S.A. & Ind. Forestry of Bibbiena“ geliefert worden waren und von den Arbeitern Saba und Fioia genannt wurden. Sie waren knapp 4 m lang und etwa 1,7 m breit und hatten ein Leergewicht von 5,5 t. Eine dritte, ebenfalls deutsche Lokomotive war wohl eine dreiachsige Krauss mit dem Namen Archiana.
Überreste Die Kilometersteine der Waldbahn sind noch erhalten. Die Brüstungen der Camera-Brücke des Waldwegs bei Streckenkilometer 14 wurden aus den Schienen der alten Eisenbahn errichtet.Parco Nazionale Foreste Casentinesi: Sapete con quale materiale di recupero sono state realizzate queste barriere stradali nella pista forestale Cancellino-Lama? (Wissen Sie, aus welchem recycelten Material die Leitplanken auf dem Waldweg Cancellino-Lama hergestellt wurden?) 19. Juni 2020. Weitere Schienen werden im Forstmuseum Carlo Siemoni (Karl Siemon) in Badia Prataglia aufbewahrt, und ein kleiner Wagen auf Schienen ist in Cancellino zu finden.
Einzelnachweise
Kategorie:Bahnstrecke in der Toskana Kategorie:Feldbahn in Italien Kategorie:Bergbau (Italien)