Königsmörder (Originaltitel: Act of Oblivion) ist ein historischer Roman von Robert Harris aus dem Jahr 2022. Es geht um republikanische Engländer, die 1660 vor ihren Verfolgern in die amerikanischen Kolonien flüchten. Der Roman wurde von Wolfgang Müller übersetzt. Inhalt Nach der Hinrichtung König Karl I. 1649 durch radikale englische Protestanten wegen der Bevorzugung von Katholiken mit über fünfzig Unterzeichnern des Urteils herrschen die Republikaner unter Oliver Cromwell als Lordprotektor. Nach dessen Tod wählt das Parlament 1660 den Sohn des ermordeten Königs, Karl II., zum neuen Herrscher. Dieser erlässt eine Generalamnestie (Indemnity and Oblivion Act), die allerdings jene Personen explizit ausschließt, die den Befehl zur Enthauptung seines Vaters Karl I. unterzeichnet hatten. So müssen die beiden Protagonisten Edward Whalley und sein Schwiegersohn William Goffe mit einem der letzten Schiffe in die Kolonien in Amerika fliehen. Dort können sie untertauchen und sich verstecken und sind im Kampf gegen die übermächtige Kolonialmacht willkommen. Doch ihnen sind weiterhin fanatische Verfolger auf der Spur. Währenddessen spüren die Verfolger in England, den Niederlanden und in Deutschland zahlreiche Königsmörder auf, die verurteilt, teils misshandelt und hingerichtet werden. Mit zunehmender Zeit lässt die Intensität der Verfolgung nach, aber ein Verfolger, Richard Nayler, reist den letzten Flüchtenden nach Amerika nach und will die beiden Protagonisten finden und bestrafen.

Entstehung Harris kam die Idee zum Buch beim Lesen einer Nachricht auf Twitter über die „größte Menschenjagd des 17. Jahrhunderts“. Er gab an, dass ihn die Gewalt der Hinrichtungen erschreckt habe, er sie aber für den Realismus der Erzählung dennoch in sein Buch aufgenommen habe. Im Gegensatz zu früheren Werken brauchte er allein ein Jahr für die Recherche der historischen Fakten. Dies hat ihn nach eigenen Angaben stark belastet.

Der Originaltitel Act of Oblivion heißt übersetzt „Gesetz des Vergessens“. Damit bezieht er sich auf die ausschlaggebende Amnestie zu Beginn des Buches. Nach Harris hat er bei der Änderung des Titels im deutschen Sprachraum auf die Verlagsfachleute vertraut.

Rezeption Nach Alex Preston im Guardian ist man bei Harris in der Hand des Meisters, durch den man dabei zusieht, wie das narrative Puzzle sich zusammenfügt. Königsmörder sei ein guter Roman über ein geteiltes Land und über unsichtbare Wunden, die langsamer heilen als sichtbare.

Nach dem WDR versteht sich Robert Harris „wie kein Zweiter darauf, darüber nicht allein spannend, sondern klug zu schreiben – mit viel Überzeugungskraft.“

Dietmar Jacobsen für Titel-Kulturmagazin: „Königsmörder ist, wie alle Romane von Robert Harris, sorgfältig recherchiert und mit einer die erzählte Geschichte einordnenden Vorbemerkung des Autors, die den Text als »fantasievolle Neuschöpfung einer wahren Geschichte« qualifiziert, und einem auch die benutzten Quellen offenlegenden Nachwort versehen.“

Ausgaben Act of Oblivion. Hutchinson, London 2022, 480 Seiten, ISBN 978-1529151756. Königsmörder. Heyne Verlag, München 2022, 544 Seiten, ISBN 9783453273719.

Weblink Review im Wall Street Journal vom 8. September 2022.

Einzelnachweise

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