mini|Škoda 2ELo aus dem Jahr 1928 mini|Škoda 12E aus dem Jahr 1953 mini|Škoda 53E aus dem Jahr 1965 mini|Doppellokomotive Škoda 82E aus dem Jahr 1996 mini|Škoda 109E aus dem Jahr 2008
Die Liste von Elektrolokomotiven von Škoda umfasst alle Elektrolokomotiven, die von Škoda in Pilsen seit 1927, als die erste Maschine mit der Werksbezeichnung 1ELo (bei den ČSD Baureihe E 467.0) gebaut wurde. Jüngster Typ ist die 109E, deren Fertigung 2008 begann und die von den České dráhy (ČD) als Baureihe 380 eingesetzt wird.
Historischer Überblick Die ersten elektrifizierten Eisenbahnstrecken in der damaligen Tschechoslowakei hatten lokalen (Tábor–Bechyně, Rybník–Lipno nad Vltavou) und Vorort-Charakter (Elektrische Tatrabahn, Schmalspurbahn Trenčianska Teplá–Trenčianske Teplice, Wien – Bratislava) und die Schmalspurbahnen bei Ostrava, die bis auf Ausnahmen mit elektrischen Triebwagen bedient wurden, oft schon als Schnittstelle zwischen Eisen- und Straßenbahn.
Als erste Ellok übernahmen die ČSD im Juni 1926 die E 407.001. Die Maschinen der ČSD-BR E 407.0 mit Akkumulator-Antrieb entstanden in Zusammenarbeit von František Křižík und den Maschinenfabriken Breitfeld & Daněk. Bestimmt waren sie für den Verschub im Eisenbahnknoten Prag, dessen Elektrifizierung das Eisenbahnministerium 1924 entschied, und die 1928 beendet war. Dementsprechend wurden für den Einsatz auf den Prager Verbindungsstrecken bei Škoda zwei Ellok-Typen in Auftrag gegeben – drei als 1ELo bezeichnete Maschinen für den Personenverkehr und zwei Škoda 2ELo für den Güterverkehr. Die anschließende Einzelherstellung zu Zeiten der Tschechoslowakei erfolgte ausschließlich für die ČSD. Außer klassischen Elloks stellte Škoda auch Akkulokomotiven her.
Zu einem größeren Aufschwung in der Ellok-Herstellung kam es während des Zweiten Weltkrieges, als die Tschechoslowakei begann, die Korridorstrecke Ústí nad Labem – Prag – Ostrava – Žilina – Prešov – Košice – Čierna nad Tisou zu elektrifizieren, der weitere Hauptstrecken folgten. Die erste Strecken-Elektrolokomotive entstand ab 1953 mit dem Škoda-Typ 12E (ČSD-BR E 499.0, heutige ČD/ŽSR-Baureihe 140). Im selben Jahr wurde auch der erste elektrifizierte Abschnitt der oben genannten Hauptstrecke zwischen Nordböhmen und der Ostslowakei in Betrieb genommen. Ab diesem Zeitpunkt war Škoda (bis 1991) alleiniger Ellok-Lieferant für die ČSD.
Ebenso wurden ab dem Zweiten Weltkrieg Grubenlokomotiven für den Einsatz in Tagebauen hergestellt. Erster derartiger Typ war ab 1948 die Škoda 10ELo, dem bis zum Ende der 1980er-Jahre weitere folgten. Außer den tschechoslowakischen Tagebauen wurden auch sowjetische und chinesische beliefert.
„Klassische“ Elloks entstanden bei Škoda ab Ende der 1950er-Jahre. Dabei handelte es sich vornehmlich um Exportlokomotiven für die Sowjetunion. Mehrere Serien der SŽD-BR ЧС2 (deutsche Transkription TschS2) und ЧС4 unterschiedlichen Typs erreichten das größte Volumen, weitere Bulgarien und Polen. Ende der 1980er-, Anfang der 1990er-Jahre kaufte auch die Deutsche Reichsbahn Škoda-Lokomotiven; in der ersten Hälfte der 1990er-Jahre einige Maschinen italienische Verkehrsunternehmen. Der Zerfall des früheren Ostblocks bedeutete für Škoda das Ende der Ellok-Massenproduktion. In begrenztem Umfang setzte sich die Lieferung der Baureihe ЧС7 an die russischen und ukrainischen Eisenbahnen fort.
Trotz fertig ausgearbeiteter Projekte neuer Typen stellte Škoda in der zweiten Hälfte der Neunzigerjahre (außer der Export-Reihe ЧС7) nur einige Maschinen für den Tagebau Nástup–Tušimice her. Als 1997 die Herstellung des Typs 82E (russische und ukrainische ЧС7) endete, gab es eine lange Pause. Erst 2008 entstanden bei Škoda Transportation die ersten Maschinen der Mehrsystem-BR 380 für die ČD (Typ 109), von der u. a. die ZSSK-BR 381 abgeleitet wurde.
Bis zum Baubeginn der 109E-Prototypen produzierte Škoda seit 1928 insgesamt 5553 Elloks.
Kennzeichnung der Lokomotivtypen Škoda übernahm zur Werksbezeichnung das bereits bei Dampflokomotiven genutzte System aus einer Zahlenkombination, die der fortlaufenden Typenentwicklung entspricht. Elektrolokomotiven galten zunächst als Sonderfahrzeuge, daher wurden für sie der Bezeichnung „Lo“ für Lokomotive die Letter „E“ für Ellok vorangestellt. Die Buchstaben-Kombination „ELo“ behielt man bis 1943 (nach einer anderen Quelle bis 1952) bei, als die Bezeichnungen an die der Dampflokomotiven angeglichen wurden. Somit ist der erste Ellok-Typ aus Pilsen als Škoda 1ELo bezeichnet, der jüngste als Škoda 109E. (In ursprünglichen Quellen sind die ersten beiden Typen als ELo 1 und ELo 2 bezeichnet.)
Auf die Buchstaben „ELo“ oder „E“ folgt eine weitere Ziffer für die Produktionsserie, wobei sich diese oft in Details (aber auch wesentlichen Komponenten) unterscheidet. Die Ziffer 0 steht stellvertretend für die Prototypen (z. B. Škoda 53E0), die laufende Serie beginnt mit der Ziffer 1 (Škoda 53E1 bis 53E8).
Zwischen „Lo“ und der Seriennummer sollte ein schmales Leerzeichenlaut Quelle als „halbes“ Leerzeichen bezeichnet stehen, das in der Praxis entweder weggelassen oder durch ein normales Leerzeichen ersetzt wird.
Anstatt der Serien-Ziffern können dem Buchstaben „E“ auch „m“ oder „r“ für Modernisierung oder Rekonstruktion folgen.
Die werksseitige Typenbezeichnung muss nicht mit der Baureihenbezeichnung harmonieren, die die Lokomotiven im laufenden Betrieb erhielten. Beispielsweise wurde die Škoda 57E, deren erste Serie 57E1 von den ČD als BR 122, die 57E2 hingegen als BR 123 bezeichnet. Umgekehrt umfasst die ЧС2 der Russischen (früher Sowjetischen) Bahnen die Lieferungen der Werkstypen 25E, 34E, 53E und 54E.
In einigen Fällen kam es zur Neubelegung von unrealisierten Typen. Deswegen erhielt z. B. die ab 1971 gebaute Rangierlok E 458.0 die niedrige Werkstypennummer 33E. Die verhältnismäßig hohe Bezeichnung 79E erhielt die erst 1977 verwirklichte E 479.0.
Hinweise zur Liste Das Verzeichnis ist gemäß der Werksbezeichnung geordnet, beginnt somit mit dem Typen Škoda 1ELo und endet derzeit mit 109E. Die Reihenfolge zwischen ihnen ist aber unvollständig. Einige Typen wurden zwar zu Ende projektiert, jedoch kam es aus unterschiedlichen Gründen nicht zu ihrer Fertigung (es fehlen z. B. Škoda 60E, 86E und weitere).
Im Verzeichnis ist auch der Schmalspur-Elektrotriebwagen Škoda 35E (BR E 10.0) enthalten, der sich mit seiner Werksbezeichnung ebenfalls in die Ellok-Baureihen einfügt.
Typenverzeichnis der Elektrolokomotiven