„Achse des Widerstands“ ist eine seit 2004 von pro-iranischen Publizisten verwendete Bezeichnung für ein antiwestlich und antiisraelisch und großteils islamistisch ausgerichtetes lockeres Bündnis von primär schiitischen und ihnen nahestehenden, aber auch sunnitischen Kräften in arabischen Ländern unter der inoffiziellen Führung und Förderung der iranischen Regimes. Nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel 2023 ergriffen verschiedene Fraktionen der Achse militärisch Partei für die islamistische Terrororganisation Hamas und diskutierten die militärische Bedeutung und den politischen Zusammenhalt des Bündnisses. Seit der weitgehenden Inaktivität der vom Iran namhaft genannten Bündnispartner im israelisch-iranischen Krieg 2025 wurde in Frage gestellt, ob die Achse noch reale Bedeutung hat. Aktivere Reaktionen von Achsenpartnern gab es aber wieder im Irankrieg 2026.

Wortherkunft Das Schlagwort wurde geprägt als Antwort auf die von George W. Bush postulierte „Achse des Bösen“, zu der er unter anderem die Islamische Republik Iran zählte.

Aktuelle und ehemalige Bündnispartner mini|Antiisraelische Gruppen, die von Iran unterstützt werden und von pro-iranischen Publizisten als „Achse des Widerstands“ bezeichnet werden. Stand Januar 2025 gelten lediglich die Huthi-Miliz im Jemen und die Volksmobilisierungskräfte im Irak als weitgehend ungeschwächt.

Die Achse umfasst neben dem Iran Milizen in Syrien und im Irak, die Hisbollah im Libanon, die Huthi im Jemen, die Hamas und mit ihnen verbündete palästinensische Milizen sowie die Al-Ashtar-Brigaden im Bahrain. Bis zu seinem Sturz galt auch Baschar al-Assads Regime in Syrien als Mitglied der Achse.

Unterstützt wird das Bündnis unter anderem von Nordkorea und Venezuela.

Sonderrolle der Hamas Neben israelischen und anderen westlichen Kräften bekämpfen Mitglieder der Achse auch aktiv sunnitische Kräfte in den Ländern ihrer Aktivität, insbesondere im Bürgerkrieg in Syrien und im Bürgerkrieg im Jemen. Andererseits unterstützt die Achse aber auch sunnitische Milizen im Kampf gegen die angenommenen Hauptfeinde, namentlich die Hamas in ihrem Kampf gegen Israel. Seit den frühen 2000ern unterstützt der Iran die Hamas wesentlich finanziell und mit Waffentechnik, weshalb sie ebenfalls zur Achse gezählt wurde. Im syrischen Bürgerkrieg ab 2011 stellte sich die Hamas aber gegen Assads brutales Vorgehen gegen sunnitische Aufständische und bezog damit Position gegen ein Achsenmitglied. Ab 2021 intensivierte der Iran seine Beziehungen zur Hamas und sorgte für eine Annäherung mit Damaskus. Im Oktober 2022 legten Syrien und die Hamas offiziell den Konflikt bei. Zum Terrorangriff der Hamas auf Israel 2023 kommentierte der Anführer der Hisbollah, Hassan Nasrallah, die Hamas habe den Überfall auch vor der Achse geheim gehalten, wonach sie also nicht in die selbige einbezogen wurde. Seitdem wird die Hamas aber konsequent zur Achse gezählt.

Militärische Konflikte seit 2023 und Gültigkeitsfrage Verstärkte Aufmerksamkeit der internationalen Medien erhielt das Bündnis durch den Terrorangriff der Hamas auf Israel 2023 ab 7. Oktober 2023. Dieser wurde von Vertretern des Bündnisses gelobt und verherrlicht, die allerdings eine direkte Beteiligung und eine vorgängige Information über den Einsatz bestritten, was auch von westlichen Geheimdiensten und Nahostexperten bestätigt wird.

In Folge schalteten sich aber die Hisbollah und die Huthi mit Raketenangriffen in den Krieg ein. Zunächst feuerten beide auf Israel. Die Hisbollah wurde teilweise aus Israel zurück angegriffen. Die Huthi griffen später auch Handelsschiffe im Roten Meer an und wurden daraufhin im Januar 2024 von den USA und dem Vereinigten Königreich im Jemen beschossen. Zuvor waren bereits auch die amerikanischen Basen im Irak und in Syrien verstärkten Drohnen- und Raketenangriffen von Milizen des Bündnisses ausgesetzt.

Am 15./16. Januar 2024 schoss der Iran innerhalb von weniger als 24 Stunden mehrere Raketen auf Syrien, Kurdistan im Nordirak und Pakistan ab und tötete zahlreiche Zivilisten in den betroffenen Ländern. Die Angriffe wurden international verurteilt. Zwei Tage später schoss Pakistan zurück, was ebenfalls Todesfälle verursachte.zeit.de, abgerufen am 18. Januar 2024.

Im Herbst 2024 tötete Israel zunächst Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah in Beiruttaz.de, abgerufen am 4. März 2026. und führte dann eine größere Bodenoffensive gegen die Hisbollah im Libanon durch. Im November 2024 wurde ein Waffenstillstand vereinbart.

Als der Iran im Juni 2025 im Zwölftagekrieg von Israel angegriffen wurde, reagierten die inoffiziellen Bündnispartner Hisbollah und Hamas kaum oder gar nicht, da sie durch den Krieg in Israel und Gaza seit 2023 und den Krieg in Libanon bereits äußerst geschwächt waren. Auch die Huthis blieben, von wenigen Angriffsversuchen abgesehen, weitestgehend teilnahmslos. Vor dem Hintergrund dieser Inaktivität bzw. militärischen Schwäche, die sich auch bei den iranischen Streitkräften und den iranischen Revolutionsgarden offenbarte, wurde die Frage gestellt, ob die sogenannte „Achse des Widerstands“ noch wirksam ist.

Bei den israelisch-US-amerikanischen Angriffen auf den Iran 2026 antwortete die Hisbollah mit Raketenbeschüssen gegen Israel, den ersten seit dem Waffenstillstand 2024, die von der libanesischen Regierung nicht gutgeheißen wurden. Als Reaktion wurde die Hisbollah ihrerseits von Israel, auch in Beirut angegriffen. Es wurden auch Bodentruppen im Südlibanon eingesetzt, womit dies die erste Bodenoffensive Israels im Libanon seit Herbst 2024 war.zeit.de, abgerufen am 4. März 2026 Bestimmte Milizen im Irak und in Syrien reklamierten Raketen- und Drohnenangriffe auf amerikanische oder israelische Stellungen. Hamas und die Huthis verurteilten vor allem die Tötung von Ali Chamenei, reagierten jedoch nicht militärisch.

Weblinks Die »Achse des Widerstands«: Irans Expansion im Nahen Osten stößt an Grenzen – SWP, 2. Juli 2021 Irans «Achse des Widerstands»: Droht jetzt ein Flächenbrand? – SRF, 2. November 2023

Einzelnachweise

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